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"Kein Spielzeug im Kindergarten"

Ein Beitrag zur Suchtprävention? - Experten diskutierten

Spielzeugfreier Kindergarten und Prävention - was haben diese beiden Themen gemeinsam? Diese Frage diskutierten 45 Erzieherinnen der Verbandsgemeinde Adenau jüngst bei einem Studientag.

Anlaß waren die bisherigen Aktivitäten des Arbeitskreises "Kinder und Jugendliche stark machen" in der Verbandsgemeinde. Das Jugendbüro, das den Arbeitskreis koordiniert, hatte die Weiterbildung gemeinsam mit dem Kreis-Jugendamt vorbereitet und den Frankfurter Diplompädagogen und Diplom-Supervisor Hans Joachim Rohnke als Referenten verpflichtet.

Wie funktioniert das Projekt "Spielzeugfreier Kindergarten"? In einer dreimonatigen künstlich geschaffenen "Leere" erhalten Kinder unter anderem die Möglichkeit, wieder verstärkt das Spielen untereinander zu entdecken, die eigene und andere Persönlichkeiten wahrzunehmen sowie Spaß am Denken und Forschen zu entwickeln. Voraussetzung für den Projekterfolg seien die spielzeugfreie Situation und das Verhalten der Erzieherinnen und Erzieher, hieß es.

Rohnke bei der Adenauer Fortbildung: "Das Projekt bietet gute Chancen, die Lebenskompetenz von Kindern zu stärken." Der Referent griff Ergebnisse der Suchtforschung auf. So habe sich gezeigt: Bei Menschen, die von Suchtverhalten betroffen sind, machten sich mangelndes Selbstvertrauen, Angst vor Konflikten sowie mangelnde Kritikfähigkeit sich und anderen gegenüber verstärkt bemerkbar. Die Folge: Möglichst früh müsse die Stärkung von Lebenskompetenzen in den Mittelpunkt präventiver Arbeit rücken, um die Anfälligkeit für Süchte zu verringern. Dies betreffe die Kommunikations- und Kontaktfähigkeit, den Umgang mit Gefühlen, Streß und Angst - alles Kompetenzen, die bereits im Kindergarten gefördert und erworben werden sollten, so der Rat Rohnkes.

In Rollenspielen erprobten die Fortbildungsteilnehmer die Möglichkeiten einer praktischen Umsetzung im Kindergarten. Der Jugendpfleger der Verbandsgemeinde Adenau, Jürgen Schwarzmann, und die Referatsleiterin im Kreis-Jugendamt, Siglinde Hornbach-Beckers, stimmten nach der Veranstaltung darin überein: Entgegen erster negativer Erwartungen und Vorbehalte von Eltern und Außenstehenden fördere das Projekt "Spielzeugfreier Kindergarten" vor allem die sozialen Fähigkeiten und kognitiven Kompetenzen der Kinder. Somit werde die zentrale Idee verwirklicht und Kinder "stark gemacht".


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 21.01.1999

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