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Das Rodder Maar erwacht zu neuem Leben

Kiebitze und Stockenten br√ľten - Derzeit sechs Hektar Wasserfl√§che - Tag des Wassers am 22. M√§rz

Mit den Vorboten des Fr√ľhlings erwacht auch das Rodder Maar im Brohltal zu neuem Leben. Das Areal, das im Lauf seiner Geschichte ein Wechselspiel von Be- und Entw√§sserung, landwirtschaftlicher Nutzfl√§che und Wald erlebte, wird seit 1996 renaturiert, sprich: wiederbew√§ssert.

Zum internationalen Tag des Wassers, den die Vereinten Nationen j√§hrlich f√ľr den 22. M√§rz festgelegt haben, berichtet die Kreisverwaltung Ahrweiler vom aktuellen Stand der Dinge. So hat sich das Rodder Maar, das in der Gemarkung Niederd√ľrenbach liegt, nach einem sehr feuchten Herbst und Winter deutlich erholt. Die Wasserfl√§che hat sich ausgeweitet und umfa√üt derzeit f√ľnf bis sechs Hektar. Diese Fl√§che besteht je zur H√§lfte aus offenem Wasser und Sumpfzonen mit Pionierr√∂hrricht. Der Besiedlungsproze√ü mit feuchtigkeitliebenden Tierarten beginnt von neuem.

Insgesamt haben sich innerhalb des bislang verh√§ltnism√§√üig kurzen Zeitraumes von nur einer Vegetationsperiode nach dem Abdichten des Wasserablaufs bereits zahlreiche Pflanzen- und Tierarten eingefunden. Die Zahl der Pflanzen hat sich mit 195 Spezies mehr als verdoppelt. Darunter befinden sich auch regional seltene Arten wie Blasensegge (Carex vesicaria) und Sumpfehrenpreis (Veronica scutellata). Die Sumpfzone ist mit ausgedehnten Pionierr√∂hrichten aus √Ąstigem Igelkolben, Froschl√∂ffel sowie Seggen- und Binsenarten bestanden.

Sehr schnell vollzog sich auch die Besiedlung mit Feuchtland-Tierarten wie Libellen, Amphibien und Wasserv√∂geln. Am Rodder Maar br√ľten zahlreiche Kiebitze und Stockenten. Graureiher, Schwalben und Schnepfen z√§hlen zu den regelm√§√üigen Nahrungsg√§sten. Durchz√ľgler wie Kraniche, Bekassine und Silberreiher nutzen das Gew√§sser als Rastplatz. Amphibien wie Erdkr√∂ten und der Braune Grasfrosch finden ganzj√§hrig optimale Lebensbedingungen vor. Die Prognose von Kreis-Landespfleger Klaus L√∂bner: "In den n√§chsten Jahren werden sich die Populationen der bereits etablierten Arten vergr√∂√üern. Weitere Pflanzen und Tiere kommen hinzu und werden die biologische Vielfalt des Gebietes bereichern."

Die Renaturierung des Rodder Maares ist ein Gemeinschaftsprojekt des Kreises Ahrweiler, der Verbandsgemeinde Brohltal, des Landes Rheinland-Pfalz und der Ortsgemeinde Niederd√ľrenbach. Zahlreiche Verb√§nde und Beh√∂rden wie das Forstamt Ahrweiler und das Kulturamt Mayen sowie der Eifelverein und ehrenamtliche Helfer unterst√ľtzen das Projekt tatkr√§ftig. Vor rund 100.000 Jahren entstand ein trichterf√∂rmiger Kessel, der sich nach und nach mit einer bis zu 15 Meter dicken Tonschicht f√ľllte und damit wasserundurchl√§ssig wurde. Ob das Maar vulkanischen Ursprungs ist, gilt als nicht bewiesen.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 18.03.1999

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