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Die "Bunte Kuh" wird erneut geschoren

Landespflege: Weinbergsterrassen als Biotop erhalten - Segelfalter und Zippammer wieder heimisch

Die Bunte Kuh wird wieder geschoren. Im Klartext: Die brachliegenden historischen Weinbergsterrassen oberhalb des markanten Felsvorsprungs im Ahrtal bei Walporzheim werden freigestellt, damit sich seltene Tiere und Pflanzen wieder ansiedeln.

Bereits 1995 stand ein erster Kraftakt an. Unter fachlicher Betreuung der Kreisverwaltung Ahrweiler rodete das Ökoprojekt - dabei handelt es sich um eine Arbeitsgruppe des Jugend-Hilfe-Vereins für den AW-Kreis - auf einer Fläche von 1,2 Hektar Brombeeren, Heckenrosen und Schlehen. Vor dem Heckenschnitt mußten 13 verschiedene Grundstückseigentümer grünes Licht geben. Diese Flächen werden zweimal im Jahr freigeschnitten, um ein erneutes Aufwachsen der Gehölze zu verhindern.

Die Landespfleger in der Kreisverwaltung gehen gezielt vor. Die jahrhundertealten Weinbergsterrassen im Ahrtal sollen nicht nur ihren landschaftlichen Reiz behalten, sondern zugleich als wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere dienen. So sehen Wanderer, daß noch immer einzelne Gehölze in der gepflegten Fläche oberhalb des Naturdenkmals Bunte Kuh stehen.

Die Weichselkirsche beispielsweise (Prunus mahaleb) wird für den Segelfalter erhalten. Dieser vom Aussterben bedrohte Schmetterling legt seine Eier bevorzugt auf die Weichselkirschen, die von der Wärmerückstrahlung der Weinbergsmauern unmittelbar profitieren. Die bei der Pflege entstandenen Grünflächen bieten den erwachsenen Faltern bis in den Sommer hinein Nektarpflanzen an. Seit zwei Jahren hat auch die Zippammer den Lebensraum wieder für sich entdeckt. Auch dieser inzwischen selten gewordene Bodenbrüter findet auf den freigestellten Weinbergsterrassen ideale Lebensbedingungen.

Die Weinbergsterrassen im Ahrtal stellten ein "eindruckvolles Beispiel landschaftsangepaßter Bauweise" dar, heißt es aus der Kreisverwaltung. Den Terrassen komme eine besondere Bedeutung als Lebensraum für spezialisierte Tiere und Pflanzen zu, die sich besonders an den Standort angepaßt haben. Daher sollen die Weinbergsterrassen, die das Landschaftsbild der Ahr seit Jahrhunderten prägen, auch aus ökologischen Gründen erhalten werden.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 08.04.1999

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