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Bonn-Nähe, Brachenmix und Mittelstand als wichtige Stützen

Der aktuelle Arbeitsmarkt im AW-Kreis: Zahlen und Hintergründe

Die Arbeitslosenquote im Kreis Ahrweiler zählt zu den niedrigsten in Rheinland-Pfalz - und dies trotz eines geradezu rasanten Bevölkerungswachstums im AW-Kreis, konjunkturell schwierigen Zeiten und des sich weltweit verschärfenden Wettbewerbs der Standorte. Die Gründe für die "erfreulichen Fakten an unserem Arbeitsmarkt" analysierte Landrat Joachim Weiler jetzt in einem Pressegespräch im Vorfeld des Tages der Arbeit am 1. Mai.

Drei Hauptfaktoren für das "günstige Konjunkturklima" im AW-Kreis führte Weiler an: erstens die Nähe zu Bonn mit seinem trotz des anstehenden Regierungsumzugs nach wie vor großen Arbeitsplatzangebots in Dienstleistungen bei Bundesbehörden und nachgeordneten Institutionen; zweitens den "gesunden Branchenmix als Stütze der Kreiswirtschaft in Zeiten konjunktureller und struktureller Krisen"; und drittens den breiten Mittelstand, der flexibler auf Konjunkturschwankungen reagieren könne als Großunternehmen.

Hinzu kommen Investitionsförderprogramme der Deutschen Ausgleichbank (DtA) für forschungs- und entwicklungsintensive Betriebe und das kreiseigene Zinszuschußprogramm Kreis Ahrweiler-West, welches das DtA-Programm ergänzt. Einige aktuelle Fakten zu diesen öffentlichen Förderprojekten, die als Ausgleich für den Regierungsumzug nach Berlin aufgelegt wurden: 111 Bewilligungen im AW-Kreis mit einem Volumen von 21,2 Millionen Mark, was einem Investitionsvolumen von 75,9 Millionen Mark entspricht; damit wurden 266 Arbeitsplätze geschaffen.

Und: Mit Hilfe dieser Programm sowie durch Unterstützung von Bund, Land und Kreis für Gewerbegebiete wurden seit 1991 insgesamt 1.100 Arbeitsplätze geschaffen und gesichert. Weitere laufende Finanzhilfen für Unternehmen in Kürze: die Sonderförderprogramme der Kreissparkasse Ahrweiler, der Venture Capital Fonds der Sparkassen in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler, der Bonn-Innova-Fonds für innovative Betriebe sowie das Sofortprogramm des Bundes zum Abbau der Jugendarbeitslosigkeit.

An Finanzspritzen des Bundes im Rahmen des Berlin/Bonn-Ausgleichs stehen 242,5 Millionen Mark zur Zahlung an beziehungsweise wurden bereits ausgezahlt. Der Löwenanteil entfällt mit 185 Millionen Mark auf die Fachhochschule RheinAhrCampus in Remagen; die weiteren Einzelposten: Erwerb, Planung und Erschließung von Gewerbegebieten (26 Mio Mark), das geplante Arp-Museum (13 Mio Mark), das Pilotprojekt Gesundheits- und Fitnessregion Kreis Ahrweiler (0,71 Mio Mark), das Dienstleistungszentrum "Gesundheit und Fitness" (2,3 Mio Mark), das geplante Technologiezentrum Sinzig (4,5 Mio Mark) sowie die anteilige Förderung der Strukturförderungsgesellschaft Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler (10 Mio Mark).

"Wichtige Schrittmacherdienste für das freundliche Investitionsklima und die intensive Betreuung am Arbeitsmarkt" leistet nach den Worten Weilers der Sektor Bildung und Ausbildung. Hier wirkten verschiedene Initiativen zusammen. Dazu nennt der Landrat die Betriebe selbst (im AW-Kreis herrsche ein Überangebot an Ausbildungsplätzen, 1998 sei die Zahl der ausbildenden Betriebe um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen), die Industrie- und Handelskammer Koblenz mit ihren "Lotsen" oder den Berufs-Info-Markt an der Berufsbildende Schule mit Hilfe der Kammern und des Arbeitsamtes.

Das Projekt "Arbeit statt Sozialhilfe", das arbeitslose Sozialhilfeempfänger in den Arbeitsmarkt integrieren will, habe kreisweit 124 Frauen und Männer in Arbeitsverhältnisse vermittelt. Dafür wurden 1,77 Millionen Mark an Lohnkostenzuschüssen gezahlt und andererseits 3,5 Millionen Mark an Sozialhilfe eingespart.

Die Arbeitslosenquoten im Kreis Ahrweiler lagen im März bei 6,1 (Bezirk Bad Neuenahr-Ahrweiler) beziehungsweise 6,0 Prozent (Bezirk Adenau) und 8,3 Prozent (Bezirk Sinzig) - landesweit bei 8,7 und bundesweit bei 11,1 Prozent. Fakten zum Arbeitsmarkt sind bis Mitte Mai im Foyer der Kreisverwaltung ausgestellt.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 22.04.1999

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