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Planerisches Großprojekt sucht Wege für die nächsten Jahrzehnte

Kreisentwicklungsgrogramm nimmt alle Kommunen ins Boot - Von Arbeitsmarkt und Bevölkerungsprognose bis Städtebau und Sport

Mit einem breit angelegten Analyse- und Strategiepaket will der Kreis Ahrweiler nach den Worten von Landrat Joachim Weiler "die Richtschnur für die nächsten Jahrzehnte spannen". Kreisentwicklungsprogramm (KEPR) - so lautet die Bezeichnung für das planerische Großprojekt.

Dahinter verbirgt sich der Blick auf alle wesentlichen öffentlichen Lebensbereiche in allen Kommunen, angefangen von der Bevölkerungsentwicklung und der wirtschaftlichen Zukunft bis hin zu Fragen des Verkehrs und der sozialen Infrastruktur.

Grünes Licht für die Auftragsvergabe an ein Dortmunder Gutachter-Team unter Federführung eines Planungsbüros hat der Kreis- und Umweltausschuß des Kreises Ahrweiler bereits gegeben. Die Verträge laufen über drei Jahre. Für 1999 steht ein erster Betrag von 130.000 Mark zur Verfügung. Die Auftaktveranstaltung am 20. Mai in Dümpelfeld bindet die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppierungen ein, um die Basis für einen breiten Konsens zu schaffen. Eingeladen sind Vertreter aus Politik und Wirtschaft, Verbänden, Kammern und anderen Einrichtungen.

Die Kreisverwaltung faßt die wesentlichen Ziele des KEPR zusammen. Dieses Programm - dessen bisherige, 250seitige Fassung stammt aus dem Jahr 1977 und entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen - versteht sich als Leitlinie und Orientierungshilfe für zukünftige politische Entscheidungen in Kreis und Gemeinden. Zwar liegen mehrere einzelne Fachgutachten vor oder werden erarbeitet - so ein Raumnutzungskonzept für das Rheintal und eine agrarstrukturelle Entwicklungsplanung für den Adenauer Bereich. Das KEPR verfolgt aber einen übergreifenden Planungsansatz.

Das konzeptionelle Grundgerüst für die Neufassung sieht folgende Schritte vor: Bestandsaufnahme, Analyse, Bewertung, Zielformulierung, Handlungsempfehlungen und Maßnahmenprogramm. Als Schwerpunkt hat der Plan insbesondere den bevorstehenden Strukturwandel vor dem Hintergrund des Berlin/Bonn-Beschlusses im Visier. Wie Landrat Weiler betont, "sind die Kommunen aufgerufen, bei der Erstellung des neuen Kreisentwicklungsprogramms mitzuwirken, weil die Ergebnisse und deren praktische Maßnahmen vor allem in den Kommunen und zu deren Nutzen umgesetzt werden."

Das KEPR verfolgt einen umfassenden Gesamtblick - räumlich und thematisch. So richtet sich der Blick auf das gesamte Kreisgebiet, mit Ahr, Rhein, Eifel und dem Brohltal. Mit ins Boot sollen neben den Kommunen auch Verbände und Organisationen beispielsweise aus Gewerbe, Handwerk, Landwirtschaft, Fremdenverkehr sowie dem Natur- und Umweltschutz. Diese breite Beteiligung der Öffentlichkeit wird durch eine neue Art des Steuerungsprozesses erreicht, nämlich durch einen Moderator.

Das Leistungsverzeichnis des neu zu erstellenden KEPR nennt insgesamt zwölf Sachbereiche: Die "Rahmenbedingungen" fragen unter anderem nach der Lage im Raum und Standortqualitäten und untersuchen die Aspekte "Wettbewerb der Regionen" und "Regionale Kooperation"; nach der Bevölkerungsprognose unterteilt sich die "wirtschaftliche Entwicklung" in Einzelfragen wie beispielsweise Arbeitsmarktverflechtungen und Pendlerströme, Landwirtschaft oder die Nutzung neuer Medien im ländlichen Raum; beim "Fremdenverkehr" werden allgemeine Themen wie die Entwicklung der Gäste- und Übernachtungsstrukturen angesprochen, aber auch spezielle Bereiche wie die Tourismusschwerpunkte Nürburgring und Ahrtal oder das Projekt "Gesundheits- und Fitnessregion" analysiert.

Das "Humankapital" als fünfter Themenschwerpunkt des KEPR erörtert den Stellenwert von Ausbildung und Qualifizierung sowie die Synergieeffekte durch die neue Fachhochschule RheinAhrCampus. Das Kapitel "Natur- und Umweltschutz" befaßt sich mit den vier Teilbereichen Landespflege, Landschafts- und Naturschutz im Verhältnis zu Gewerbe und Fremdenverkehr, Wasserwirtschaft und Abfallbeseitigung. Die weiteren Einzelfelder: Städtebau- und Siedlungswesen, Verkehr, Technische Infrastruktur (Versorgung mit Wasser, Energie und Abwasser sowie regenerative Energien), Schulen und Kultur und schließlich die soziale Infrastruktur mit Kindertagesstätten, Jugendeinrichtungen, Einrichtungen für ältere Menschen oder dem Sektor Sport und Freizeit.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 29.04.1999

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