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Entscheidungswege verkürzen, Verantwortung nach unten

Das Neue Steuerungsmodell setzt die Kreisverwaltung auf Diät - Führungskräfte auf Zeit bestellt - Aus 34 werden 17 Einheiten

Auf dem Weg zu einem modernen Dienstleistungsbetrieb mit Hilfe des Neuen Steuerungsmodells hat die Kreisverwaltung Ahrweiler einen weiteren Reformschritt vollzogen. Zum 1. Juni wurde das "Fachbereichsmodell" eingeführt, das die gesamte innere Struktur neu organisiert und eine Hierarchieebene abschafft. Die Zahl der Organisationseinheiten reduziert sich von bislang 34 auf 17.

Zum Hintergrund: Vor fünf Jahren begann im Ahrweiler Kreishaus ein Modernisierungsprozeß, dessen Umsetzung Professor Dr. Rüdiger Jung von der Fachhochschule Koblenz wissenschaftlich begleitete. Die zentralen Ziele: erstens den steigenden Wünschen der Bürger gerecht werden; zweitens den Erwartungen der gewerblichen Wirtschaft nach optimalen Verwaltungsverfahren und kurzen Entscheidungswegen entsprechen; drittens die immer knapper werdenden Finanzen und Personalkapazitäten wirtschaftlich einsetzen; und viertens die Motivation der Mitarbeiter ebenso stärken wie deren Bereitschaft zur Übernahme von zusätzlicher Verantwortung.

Auf der Suche nach neuen Instrumenten und innovativen Ideen wurden auch die Kreis-Mitarbeiter selbst befragt. Ein Ergebnis dieser Mitarbeiterbefragung war der Wunsch nach kürzeren Entscheidungswegen.

Die jetzt vollzogene Innenreform setzt diesen Vorschlag um und strafft die gesamte Organisationsstruktur des Hauses. Zugleich delegiert dieses Modell der Fachbereiche mit einer abgeschafften Hierarchieebene nach den Worten von Landrat Joachim Weiler "mehr Verantwortung als bisher auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter". Dieser Schritt soll "Entscheidungswege verkürzen, Verwaltungsverfahren beschleunigen und damit zu einem verbesserten Service für Bürger und Gewerbetreibende führen", wie Weiler weiter betont.

Die neue Organisationsstruktur vermindert die Hierarchieebenen von bisher vier auf jetzt drei. Dies sind der Landrat, drei Dezernate und 17 Abteilungen einschließlich der Kreismusikschule. Dabei fließen die früheren Referate als unterste Ebene in die neuen Abteilungen ein. Auch die unterhalb des Landrats angesiedelten fünf Dezernate verringerten sich auf jetzt drei: Der Leitende Kreisverwaltungsdirektor Johannes Paffenholz übernimmt die "Zentralen Aufgaben", Oberregierungsrätin Veronika Fischer das Ressort "Jugend, Soziales und Gesundheit", der Leitende Kreisverwaltungsdirektor Rolf Daniel das Dezernat "Ordnung und Umwelt". Die Dezernenten leiten ihre Geschäftsbereiche selbständig und fungieren dabei als direkte Vertreter des Landrats.

Und innerhalb dieser Führungsspitze erhielt die Arbeitsebene einen völlig neuen Zuschnitt. Beispielsweise wurde das bisher aus fünf Referaten bestehende Jugendamt zu zwei Arbeitseinheiten zusammengefaßt. Ähnliches betrifft die "Ämter" für Soziales, Bauen und Umwelt, das Gesundheitswesen oder die Finanzen. Die in den Abteilungen neu bekleideten Führungspositionen werden teilweise zeitlich befristet und auf Probe vergeben.

Neu ist das allen drei Dezernaten zugeordnete "Operative Controlling". Diese Stabsstellen beliefert die Führungsebene mit Daten und Informationen, um die Leitungsebene des Hauses zu unterstützen und Entscheidungsprozesse vorzubereiten. Neben diesen Controlling-Einheiten bleiben die bisherigen, dem Landrat direkt zugeordneten Stabsstellen weiter bestehen, beispielsweise die Wirtschaftsförderung, die Rechnungs- und Gemeindeprüfung, die Gleichstellungsbeauftragte oder der Abfallwirtschaftsbetrieb Kreis Ahrweiler (AWB), der als Eigenbetrieb fungiert.

"Mit der Neuorganisation ist unser Modernisierungsprozeß einen entscheidenden Schritt vorangekommen", blickt Weiler auf die jetzt vollzogene Innenreform der 360 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählenden Kreisverwaltung Ahrweiler. Das Neue Steuerungsmodell in der Ahrweiler Wilhelmstraße findet nach Aussage Weilers "in ganz Deutschland Beachtung". So zähle die Behörde zu einer Handvoll Verwaltungen, die sich im bundesweiten "Innovationsring Kreisverwaltung der Zukunft" zusammengeschlossen haben. Regen Zuspruch finde auch die Broschüre zum Zwischenbericht "Das Neue Steuerungsmodell in der Kreisverwaltung Ahrweiler".

Weitere bereits umgesetzte Teilprojekte betreffen unter anderem die Erarbeitung eines Leitbildes, neue Öffnungs- und Arbeitszeiten, die Einführung von Controlling und Berichtswesen, die Budgetierung und Kundenbefragungen. - Die Broschüre zum Neuen Steuerungsmodell kann kostenlos angefordert werden bei der Kreisverwaltung Ahrweiler, Wilhelmstraße 24-30, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ruf 02641/975-0, Fax /975-456, eMail: Info@kreis-ahrweiler.de, Internet: www.kreis.aw-online.de  .  



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 02.06.1999

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