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Madame Buchela, alte Bauerngärten und Bilder vom Bunker

Das Heimatjahrbuch 2000 ist erschienen - Ingrid Näkel-Surges: "Ein Lesewerk für jung und alt" - Beiträge von 64 Autoren - Für 9,90 Mark im Buchhandel

Es ist das letzte Werk einer traditionsreichen Reihe, das in diesem Jahrtausend erscheint - sein Name kündigt aber bereits das neue Millennium an: Das "Heimatjahrbuch des Kreises Ahrweiler 2000" ist druckfrisch erschienen und im Buchhandel sowie zahlreichen Verkaufsstellen für 9,90 Mark erhältlich.

"Packend, lehrreich und unterhaltsam" präsentiert sich die neue Publikation nach den Worten der Ersten Kreisbeigeordneten Ingrid Näkel-Surges. In einer Pressekonferenz stellte sie "ein Lesewerk für jung und alt" vor, dem sie eine eben solche breite Resonanz wünschte wird den Vorgänger-Ausgaben. Zugleich erinnerte die Kreisbeigeordnete an Landrat Joachim Weiler, der während der Drucklegung des Werkes verstarb, der die Neuausgabe des Heimatjahrbuchs jedoch "in allen Entstehungsphasen durch Anregungen, Lektüren und konstruktive Kritik begleitet" habe. Weilers eigener Beitrag "Der Kreis Ahrweiler: Mit Dynamik ins neue Jahrtausend" ziehe eine Bilanz seiner Leistung für den AW-Kreis und liefere eine Standortbestimmung mit dem Ausblick auf künftige Projekte und Ideen.

Ansonsten lebt das Standardwerk der AW-Heimatliteratur von und mit dem bewährten Redaktionsstamm und zahlreichen ehrenamtlichen Autoren, denen Näkel-Surges "ein besonderes Dankeschön" aussprach. 64 Frauen und Männer haben 60 Beiträge geschrieben. Die Gesamtlektüre ist 268 Seiten stark und enthält rund 150 Illustrationen. Die Themen sind wie immer breit gestreut: von Geschichte, Erdkunde, der Kunst- und Kulturlandschaft über Bauwerke, Natur, Landschaft, Volkskunde bis zu Darstellungen über Persönlichkeiten.

Aktuelle Aufsätze stellen das AW-Land als Wirtschafts- und Gewerbestandort vor und informieren über die Gesundheits- und Fitnessregion, werfen aber auch einen Blick zurück, beispielsweise wie wir uns die Besiedlung des Kreisgebietes vor 2000 Jahren vorstellen können. Neue Erkenntnisse vermitteln Einblicke in die Erdgeschichte und den heimatlichen Vulkanismus. Das reiche historische Erbe und dessen Bewahrung kommt anhand der Burg Are, der Burg Olbrück, der Kirchen in Sinzig, Remagen und Kirmutscheid sowie steinernen Zeugnissen in Form von Segenssteinen und Wappengrabplatten zur Sprache.

Kuriose Episoden und komische Vorfälle verleihen dem Heimatjahrbuch 2000 auch einen amüsanten Charakter. In einem amtlichen Bericht aus dem Jahre 1817 stellte der damalige Landrat fest: "Eine Weibsperson ist gelehrt genug, wenn sie ihr gedrucktes Gebetbuch lesen kann." Heute wäre dies ein Fall für die Gleichstellungsbeauftragte. Damals hingegen war dies eine gängige Auffassung, wobei der Bildungsstand des Lesenkönnens bei beiden Geschlechtern vielfach nicht erreicht wurde.

Weitere Schlaglichter, die zum Kauf des heimatkundlichen Werkes anregen sollen: Bei Krankheiten in der ärmeren Bevölkerung im frühen 19. Jahrhundert half aufgrund der fehlenden medizinischen Versorgung vielfach nur das Beten. Bemühungen, die Lage zu verbessern, führten 1900 im Brohltal zum Bau des Krankenhauses Burgbrohl.

Die Anfänge des Heilbades Neuenahr werden ebenso beschrieben wie zwei Originale des Kurortes: Hendrech und Jösef. Auf Schloss Ernich bei Remagen ging 1999 mit dem Umzug des französischen Botschafters nach Berlin eine hohe Diplomaten-Ära am Rhein zu Ende. Und der Regierungsbunker im Ahrtal hat in seiner ursprünglichen Funktion ausgedient; Fotos gewähren Einblick in diese gigantische Anlage.

Als "Seherin" erlangte Madame Buchela (1899-1986) internationale Berühmtheit. Zahlreiche Politiker konsultierten die "Phytia vom Rhein" in Remagen, deren Leben einfühlsam geschildert wird. Die sportliche Seite des AW-Kreises wird durch die Damen-Handballmannschaft aus Weibern dargestellt, die den Aufstieg in die 2. Bundesliga schaffte.

Wie die Menschen am Rhein mit dem Hochwasser umgehen und die Möhnen in Schalkenbach seit 1949 Karneval feiern, ist ebenso nachzulesen wie Wissenswertes über die einzigartige Ahrtal-Flora oder Bauerngärten mit alten, inzwischen verloren gegangenen Gemüsesorten. Kleine literarische Beiträge über Land und Leute, eine Mundartschilderung, Gedichte und die Liste von Neuerscheinungen über den Kreis Ahrweiler runden das Heimatjahrbuch 2000 ab.



Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 04.11.1999

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