BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Wenn Kinderaugen das Dorf betrachten

Mit Lupi Lupe zur Bestandsaufnahme - Ingrid N├Ąkel-Surges: "Intaktes soziales Umfeld f├╝r Kinder und Jugendliche schaffen"

"Ich find┬┤ es toll, dass bei uns im Dorf noch ┬┤n Gesch├Ąft ist." Diese Aussage stammt von einer Grundsch├╝lerin aus Winnerath in der Verbandsgemeinde Adenau. Die Feststellung hat einen besonderen Wert, weil sie im Rahmen einer Befragung getroffen wurde. Genauer gesagt: der Aktion Lupi Lupe, die jetzt in der Stadt Adenau als 31. von insgesamt 37 Orten vorfuhr.

Zur Erinnerung: Der Arbeitskreis zur Kinder- und Jugendpr├Ąvention "Kinder, Jugendliche, Familien stark machen" in der Verbandsgemeinde Adenau setzt seit September einen neuen Akzent. Das "Lupi-Lupe-Mobil" f├Ąhrt alle Ortsgemeinden in der VG Adenau an. Seit


September standen oder stehen 21 Veranstaltungen an. Das angepeilte Ziel: von den Kindern erfahren, welche altersgerechten Angebote ihnen in ihren D├Ârfern zusagen und wo es W├╝nsche gibt.

Unter die Lupe - daher der Name des Aktions-Kleinbusses - sollen die sechs- bis 13-j├Ąhrigen ihr ├Ârtliches Umfeld nehmen. Das von einem privaten Autohaus gesponserte "Lupi-Lupe-Mobil" bringt Ortspl├Ąne mit, Fotoapparate, Malbl├Âcke, Frageb├Âgen und nat├╝rlich Lupen. Die Kinder sollen losziehen und ihr Dorf mit eigenen Augen sehen, um die Erfahrungen anschlie├čend mit B├╝rgermeistern, Ratsmitgliedern und Jugendarbeitern zu besprechen.

Im Boot: Neben der Verbandsgemeinde Adenau mit B├╝rgermeister Hermann-Josef Romes und Jugendpfleger J├╝rgen Schwarzmann Schulen, Kinderg├Ąrten, Polizei, Kirchen und Jugendamt. "Ein solches Gro├čprojekt ist nur m├Âglich, wenn alle diese Akteure mitziehen und vor Ort kooperieren", lobte die Erste Kreisbeigeordnete des Kreises Ahrweiler, Ingrid N├Ąkel-Surges, das Engagement der Beteiligten. Dem Adenauer Arbeitskreis komme ein "├╝berregionaler Vorbild- und Modellcharakter" zu. Die enge Absprache und der gegenseitige Erfahrungsaustausch von Fachkr├Ąften, Eltern, Jugendlichen und Kindern erm├Âglicht es nach Ansicht von Ingrid N├Ąkel-Surges, "neue Ideen zu entwickeln und Reserven zu entdecken, um das gemeinsame Ziel zu erreichen: ein lebenswertes Gemeinwesen als intaktes soziales Umfeld f├╝r Kinder und Jugendliche".

Ein "├╝beraus positives Zwischenfazit" ziehen auch Siglinde Hornbach-Beckers, die in der Kreisverwaltung f├╝r die Jugendhilfeplanung zust├Ąndig ist, und Jugendpfleger J├╝rgen Schwarzmann. Zahlreiche Kinder und Vertreter der Gemeinden beteiligten sich an der Aktion. Dabei hielten sich Lob und Kritik an eigenen Dorf die Waage. Festzustellen sei durchweg "ein starker positiver Bezug zum eigenen Dorf".

Verbesserungsw├╝nsche der Kinder liegen beispielsweise im Stra├čenverkehr, so an der viel- und nicht selten schnellbefahrenen Bundesstra├če durch D├╝mpelfeld oder Niederadenau. Manche Kinderaugen registrieren eine defekte Stra├čenlaterne oder einen freilaufenden Hund im Dorf. Auff├Ąllig: In fast allen D├Ârfern bewerten die Kinder die Kirche als markanten Punkt, der ein begehrtes Fotoobjekt darstellt.

Die Lupi-Luke-Aktion ist nur einer von drei Bausteinen des Adenauer Arbeitskreises. Neben dieser Kinderbefragung werden auch noch Jugendliche und schlie├člich die Erwachsenen ihre Meinung einbringen. Gef├Ârdert wird Lupi Lupe vom Kreis Ahrweiler mit 2.500 Mark.

Die Initiative in Adenau ist Bestandteil einer regional orientierten Jugendhilfe. Das Kinder- und Jugendhilfegesetz schreibt den Jugend├Ąmtern vor, pr├Ąventiv und vorbeugend t├Ątig zu werden. Das Adenauer Gemeinschaftsprojekt versucht modellhaft, Kinder und Jugendliche zu st├Ąrken und widerstandsf├Ąhig zu machen gegen m├Âglicherweise negative Einfl├╝sse in der Gesellschaft.



Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 18.11.1999

<< zurück