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Kreisstraße als Transportweg für Rückbau des Bunkers nutzen?

Anlage in Marienthal: Bund fährt zweigleisig - Noch ein Interessent vorhanden

Wie geht es weiter mit dem ehemaligen Regierungsbunker im Ahrtal? Über den aktuellen Sachstand informierte sich jetzt die Erste Kreisbeigeordnete Ingrid Näkel-Surges bei einem Ortstermin.

Der Kreis Ahrweiler habe ein starkes Interesse daran, dass die Anlage bei Marienthal nicht endgültig geschlossen werde. Eine "sinnvolle zivile Nutzung" sei angestrebt, um die wegfallenden Arbeitsplätze ausgleichen zu können, sagte Näkel-Surges. "Mir ist allerdings bewusst, dass für eine Nutzung der früher der Landesverteidigung dienenden Anlage noch viele juristische Fragen hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse, des Bauplanungs- und des Bauordnungsrechts zu klären sind."

Derzeit gebe es nach Kenntnis der Kreisverwaltung noch einen Interessenten, der mit den zuständigen Behörden des Bundes in Kontakt steht; dieser Interessent denke an die Errichtung einer Hotel- und Freizeitanlage im Bunker. Die für die Bauleitplanung zuständige Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, die Verbandsgemeinde Altenahr und die Gemeinde Grafschaft seien über den bisherigen Verfahrensstand informiert. Von allen drei Bürgermeistern lägen "grundsätzlich positive Einschätzungen zu der Idee" vor. Jetzt sei allerdings der Investor gefordert, den Kommunen ein konkretes Konzept als Voraussetzung einer qualifizierten Beurteilung für die Bauleitplanung vorzulegen.

Die Zeit dränge, sagte die Kreisbeigeordnete weiter. Denn der Bund plane zweigleisig. Neben dem möglichen Verkauf des Bunkers an einen privaten Investor bestehe die Absicht, den Rückbau der kompletten Anlage zu betreiben. Ende vergangenen Jahres habe der Bund bei der Nachfolgerin der Bezirksregierung Koblenz, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz, einen entsprechenden Antrag gestellt.

An diesem Verfahren sei die Kreisverwaltung als Untere Landespflegebehörde zur Trassenführung für die Schwertransporte beteiligt worden. Der Bund prüfe, ob die beladenen Fahrzeuge mit einem Gewicht von rund 35 Tonnen über die Betonstraße und die bestehenden Wirtschaftswege in das Gewerbegebiet Gelsdorf und von dort auf die Autobahn geleitet werden können. Hierfür sei ein Unterbau erforderlich, der die beladenen Lastwagen aushalte. Bei einer vorgesehenen Bauzeit von etwa 30 Monaten und einem Verkehrsaufkommen von rund sechs Lkw je Stunde werde deutlich, dass Unterbau und Tragschicht der Wirtschaftswege modernisiert werden müssten, um die schweren Fahrzeuge aufnehmen zu können.

Die Überlegung des Kreises Ahrweiler: Die Linien der geplanten Kreisstraße 35, für die derzeit das Planfeststellungsverfahren läuft, und der Transporttrasse verlaufen nahezu identisch. Bei einer koordinierten Planung zwischen dem Bund und dem Kreis Ahrweiler könnten für beide Seiten finanzielle Vorteile entstehen.

Problematisch ist allerdings der Zeitrahmen. Während der Bund - falls er sich endgültig für den Rückbau entscheidet -, bereits im kommenden Herbst mit den Arbeiten beginnen möchte, ist mit einem Abschluss des erst im Anfangsstadium stehenden Planfeststellungsverfahrens für die K 35 vorerst nicht zu rechnen. Für Ingrid Näkel-Surges sind durchaus Zweifel angebracht, ob der Bund diesen ungewissen Zeitpunkt bei einem Rückbau abwartet.

Noch nicht abschließend geklärt sei auch die Frage, ob die leeren Fahrzeuge im Begegnungsverkehr ebenfalls auf der Transporttrasse über die Grafschaft geführt werden oder ob sie auf öffentlichen Straßen von der B 267 kommend durch Marienthal über die Klosterstraße zur Baustelle fahren.

(Bereits am 20.01.2000 erschienen).



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 28.01.2000

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