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Wenn den Bächen das Bett unbequem wird

Kommunen sollen Gewässer-Randstreifen aufkaufen - Der Kreis Ahrweiler wirbt in der Verbandsgemeinde Adenau für die "Aktion Blau"

Wie lassen sich Bäche und Flüsse mit ihren Ufern schützen? Wie kann ihr Naturzustand bewahrt oder wieder hergestellt werden? Diesen Fragen geht der Kreis Ahrweiler jetzt gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Adenau und den Ortsgemeinden im Adenauer Raum auf den Grund. Konkret anvisiert ist der Ankauf von Gewässer-Randstreifen im Rahmen der Aktion Blau.

Die VG Adenau hat in Abstimmung mit den Fachbehörden einen Gewässer-Pflegeplan für den Wirftbach mit einer Gesamtlänge von rund 13 Kilometern aufgestellt. Bei einer ersten Informationsveranstaltung in Adenau wurde anhand von konkreten Beispielen verdeutlicht, in welchen Bereichen die Anlegung eines Gewässer-Randstreifens sinnvoll und erforderlich ist. Dabei ging es auch um die Frage, welche insbesondere ökologischen Vorteile die naturnahe Entwicklung solcher Randstreifen bringt.

Bei der Aktion Blau handelt es sich um ein Programm des Landes Rheinland-Pfalz mit dem Ziel, die Gewässer zu renaturieren, sie also wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen. Flüsse und Bäche, Seen und Teiche seien in der Vergangenheit "einseitig unter ökonomischen und technischen Gesichtspunkten gestaltet worden", heißt es dazu aus Mainz. Dies habe zu "monotonen und naturfernen Gewässern" geführt, die einen Großteil ihrer ökologischen Funktionen nicht mehr erfüllten.

Dies soll sich jetzt in der Verbandsgemeinde Adenau ändern. In einem Informationsgespräch haben die Mitarbeiter der Umweltabteilung im Kreishaus versucht, die politisch Verantwortlichen von der Idee zu überzeugen, solche Randstreifen zu kaufen. Dies betrifft die Ahr, den Adenauer Bach und andere Gewässer. Bürgermeister Hermann-Josef Romes sowie Ortsbürgermeister, Mitglieder des Verbandsgemeinderates und Bachpaten nahmen die Anregungen interessiert auf. Ein Argument dürfte die Vertretern der Gemeinden mit Blick auf die kommunalen Haushalte besonders überzeugen: Das Land fördert den Ankauf der Gewässerrandstreifen mit bis zu 80 Prozent.

Was genau verbirgt sich hinter dem Begriff "Gewässerrandstreifen"? Vor allem nach starken Regenfällen reißen die Bäche Teile ihrer Ufer mit. Das verursacht nicht selten kosten- und zeitaufwendige Ausbesserungsarbeiten, in erster Linie an oder auf landwirtschaftlichen Flächen. Die Ufer müssen erneut befestigt, Wasserbausteine eingesetzt werden.

Die Aktion Blau will diese Bauarbeiten entbehrlich machen. Dabei erhalten Bäche und Flüsse den Platz, den sie brauchen. Die Fließgewässer können frei mäandrieren, ihr Bett also verändern, verschieben und sich in einem bestimmten Randstreifen ausbreiten. Und eben diese Randzonen sollen die Kommunen aufkaufen, damit "ihre" Gewässer sich dort natürlich bewegen können. Diese Pläne sind langfristig angelegt.

Ein erstes Fazit aus der Kreisverwaltung: Wenn sich in der Verbandsgemeinde Adenau im kommenden Jahr ein Erfolg einstellt, soll die Aktion auf andere Gebiete im Kreis Ahrweiler ausgeweitet werden.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 03.02.2000

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