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Kommunen sollen Ufer-Grundstücke kaufen

"Tag des Wassers": Landrat Dr. Pföhler wirbt für Gewässer-Randstreifen-Programm - Appell betrifft Ahr, Adenauer Bach, Trierbach, Nohner Bach und Brohlbach - Baustart für Heimersheimer Wehr voraussichtlich im Sommer

Zum "Tag des Wassers" appelliert Landrat Dr. Jürgen Pföhler an Bürger und politische Vertreter im Kreis Ahrweiler, den Kreis und die Kommunen beim Ankauf von Gewässer-Randstreifen zu unterstützen. Die Vereinten Nationen haben den 22. März zum weltweiten "Tag des Wassers" ernannt, um den "Schutz der Wasservorkommen" sowie deren "schonende, langfristig vertretbare Bewirtschaftung" ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, wie es in der UN-Resolution heißt.

Innerhalb des Kreises Ahrweiler laufen nach den Worten Dr. Pföhlers "mehrere hochkarätige Projekte des Gewässerschutzes". Im Einzelnen nennt der Landrat das renaturierte Bodendorfer Wehr in der Ahr, das jetzt den Fischaufstieg ermöglicht, und das wieder bewässerte Rodder Maar bei Niederdürenbach. Derzeit stehen zwei weitere Großaktionen an: das Gewässer-Randstreifen-Programm und das Heimersheimer Wehr.

Die Idee der Gewässer-Randstreifen im Rahmen der landesweiten Aktion Blau wird derzeit in der Verbandsgemeinde Adenau umgesetzt. Was steckt dahinter? Vor allem nach starken Regenfällen reißen die Bäche Teile ihrer Ufer mit. Das verursacht nicht selten kostenaufwendige Ausbesserungsarbeiten - in erster Linie an landwirtschaftlichen Flächen. Die Ufer müssen erneut befestigt und Wasserbausteine eingesetzt werden.

Die Aktion Blau will diese Bauarbeiten entbehrlich machen. Dabei erhalten Bäche und Flüsse den Platz, den sie für ihren natürlichen Lauf benötigen. Die Fließgewässer können frei mäandrieren, ihr Bett also verändern, verschieben und sich in einem bestimmten Randstreifen ausbreiten. Und eben diese Randzonen sollen die Kommunen aufkaufen, damit die Gewässer sich dort natürlich bewegen können. Diese Pläne sind langfristig angelegt. In diesem Zusammenhang: Der Bau von Kläranlagen hat die Gewässergüte bereits erheblich verbessert.

Die Verbandsgemeinde Adenau hat in Abstimmung mit den Fachbehörden bereits einen Gewässer-Pflegeplan für den Wirftbach mit einer Gesamtlänge von rund 13 Kilometern aufgestellt. Erste Rückmeldungen zum Verkauf der meist privaten Ufergrundstücke liegen nach Angaben der Kreisverwaltung vor. Landrat Dr. Pföhler möchte aber "noch mehr Bürger dazu ermuntern, solche privaten Randstreifen an die Kommunen zu veräußern, damit die Idee der Renaturierung an möglichst vielen Stellen umgesetzt werden kann." Dies gilt für die Ahr, den Adenauer Bach, den Trierbach, den Nohner Bach und den Brohlbach. Ein nochmaliger Hinweis an die kommunalen Räte: Das Land fördert den Ankauf der Gewässerrandstreifen mit bis zu 80 Prozent der Kosten.

Ein Blick aufs Heimersheimer Wehr: Die derzeitige Betonrampe stellt ein Hindernis für Fische auf ihrem Weg ahraufwärts zu den Laichplätzen dar. Das Wehr ist etwa 35 Meter breit und 1,80 Meter hoch. Es wird ähnlich wie das Bodendorfer Wehr umgestaltet. Statt einer glatten Betonrampe werden Blocksteine eingebaut. Durch deren versetzte Durchflüsse mit bis zu 50 Zentimetern Wassertiefe können sich die Fische selbst bei Niedrigwasser ahraufwärts bewegen. Vor allem Lachse passieren das renaturierte Bodendorfer Wehr und gelangen zu ihren Laich- und Aufwuchsbiotopen. Wegen noch bestehender anderer unüberwindbarer Wehranlagen, die früher zum Wasserstauen oder zur Wiesenbewässerung gebaut wurden, können die Fische solche Lebensräume jedoch nicht erreichen.

Der Sachstand beim alten Wehr nahe Heimersheim: Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz (die frühere Bezirksregierung) hat den Genehmigungsbescheid erteilt. Die Baumaßnahme soll im Sommer bei Niedrigwasser beginnen, wenn das Land die erforderlichen Haushaltsmittel bereit stellt. Der Kreistag Ahrweiler hat die notwendigen Finanzmittel von rund 200.000 Mark im Haushaltsplan 2000 vorgesehen. Auch die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler beteiligt sich an den Baukosten. Insgesamt soll die Aktion rund 500.000 Mark kosten. Die Ausschreibung für die Bauarbeiten wird derzeit vorbereitet.

Das Heimersheimer Wehr stellt nur ein Teilprojekt dar. Die bisher durch Wehre getrennten Flussabschnitte bis zur Oberahr bei Müsch sollen biologisch vernetzt werden. Diese einzelnen Umbauprojekte werden sich noch über mehrere Jahren hinziehen. Die nächsten Sanierungsplanungen für die Umgestaltung der Wehre im Flussabschnitt Bad Neuenahr sollen noch dieses Jahr in Auftrag gegeben werden. Die Baumaßnahmen selbst sind ab 2001 vorgesehen.

Info (vor allem zum Gewässer-Randstreifen-Programm und dem Ankauf der Grundstücke): Kreisverwaltung Ahrweiler, Abteilung Umwelt, Dagmar Schmitz, Ruf 02641/975-364, und Rolf Roese-Koerner, Ruf /975-303, Fax 02641/975-456, E-Mail info@kreis-ahrweiler.de, Wilhelmstraße 24-30, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 09.03.2000

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