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Zukunft der Ahrmündung bei Sinzig erörtet

Zwei Alternativen: Durchbruch oder Bändigung?

Wie sieht die Zukunft der Ahrmündung bei Sinzig aus? Diese Frage wurde jetzt eingehend bei einem Gespräch erörtert, an dem mehrere Fachbehörden ihr Wissen und ihre Standpunkte einbringen konnten.

Im Kern geht es nach Angaben der Kreisverwaltung Ahrweiler um die Frage, ob sich die Ahr mit ihrer Erosionskraft einen neuen, natürlichen Mündungsbereich schafft und auf einem kürzeren Weg als bislang zum Rhein durchbricht - oder ob der Flusslauf mit einer Baumaßnahme kontrolliert wird, damit alleine der jetzige Mündungsarm erhalten bleibt.

Bei der Besprechung bildeten sich dem Grunde nach zwei Schwerpunktthemen heraus. Erstens ging es um die Frage: Wie werden die Belange des Rheins als Bundeswasserstraße tangiert? Und zweitens: Wie wird mit dem Naturschutzgebiet Ahrmündung als öffentlicher Belang umgegangen?

Zu den beiden Möglichkeiten des weiteren Vorgehens: Wird die Ahr "gebändigt", wäre dies mit einer wasserbaulichen Ausbaumaßnahme verbunden. Kleinere Unterhaltungsmaßnahmen würden dafür nicht ausreichen. Die Ausbaumaßnahme würde ein Planfeststellungsverfahren mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung nach sich ziehen, was auch eine Zeitfrage darstellt. Diese Baumaßnahme - Bändigung der Ahr mit Basaltblöcken - käme den Anliegen der Rhein-Schifffahrt entgegen.

Variante zwei: Man überlässt die Ahr sich selbst, um ihr einen neuen Durchbruch in den Rhein zu ermöglichen, der in den nächsten Jahren eintreten kann. Dabei würden mehr Geschiebemassen als bisher in den Rhein gespült und könnten somit die Schifffahrt beeinträchtigen. Das Geröll müsste unter Umständen mit Baggern beseitigt werden. Ein weiteres Problem hierbei wären der Rheinufer-Radweg und die Holzbrücke über die jetzige Ahrmündung, die dann nicht mehr benutzt werden könnten. Diese Lösung entspräche eher den Ansprüchen des Naturschutzes.

Gemeinsames Fazit der Sinziger Gesprächsteilnehmer: Eine Machbarkeitsstudie soll in den nächsten Monaten Klarheit über das weitere Verfahren schaffen und Möglichkeiten denkbarer anderer Alternativen aufzeigen.

Teilnehmer des Gesprächs waren die Stadtverwaltung Sinzig, die Kreisverwaltung Ahrweiler, die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz (die frühere Bezirksregierung), das Wasser- und Schifffahrtsamt in Bingen, das Bundesamt für Naturschutz in Bonn, die Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz und die Bundesanstalt für Wasserbau in Karlsruhe. Das Naturschutzgebiet Ahrmündung ist auch als Gebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie gemeldet.



Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 16.03.2000

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