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"Wir kommen zum Bürger"

Dr. Jürgen Pföhler ist seit 100 Tagen Landrat des Kreises Ahrweiler - Eingearbeitet und neue Projekte angestoßen - Weichen zu fünf Themen gestellt

Bei der Wahl am 16. Januar schenkten die Menschen im Kreis Ahrweiler ihm mit 63,4 Prozent der Stimmen das Vertrauen - am 2. Februar wurde er offiziell ins Amt eingeführt: Seit 100 Tagen ist Dr. Jürgen Pföhler neuer und erstmals urgewählter Landrat des Kreises Ahrweiler. Zeit für ein Zwischenfazit.

Er habe sich "bislang systematisch eingearbeitet in eine komplexe und anspruchsvolle Materie des Kreises Ahrweiler und der Kreisverwaltung", deren 400-Personen-Betrieb der 41-jährige CDU-Politiker leitet. Neben den Geschäften der laufenden Verwaltung und der Leitung von Gremiensitzungen habe "die persönliche Kontaktaufnahme zu Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Verwaltung" einen Schwerpunkt der ersten Wochen dargestellt, sagte Landrat Dr. Pföhler jetzt in seiner 100-Tage-Pressekonferenz. "Diese Arbeit ist mir vertraut, ich mache sie sehr gerne", erklärte der promovierte Verwaltungsjurist. Darüber hinaus habe er im Sinne seines Wahlprogramms Weichenstellungen zu fünf zentralen Themen vorgenommen.

 

 

1. Der Umbau der Kreisverwaltung zu einem modernen, am Bürger orientierten Dienstleistungsbetrieb

Dr. Pföhler: "Nach meinem Verständnis ist die Verwaltung für die Bürger da. Dieses Thema ist eine Daueraufgabe. Deshalb müssen wir uns ständig selbst auf den Prüfstand stellen". Durch neue, professionelle Besucherbefragungen ermittle die Kreisverwaltung gemeinsam mit der Fachhochschule Remagen, "wo wir besser werden und das Angebot steigern können", berichtet der Landrat von einer derzeit laufenden Erhebung.

"Wir müssen, wo immer es geht, zum Bürger kommen." Dazu nennt Dr. Pföhler zwei konkrete Beispiele: neue Kfz-Außenstellen und das Internet. Für die Kraftfahrzeug-Zulassung der Kreisverwaltung sollen erstmals in einem Pilotversuch zwei Außenstellen getestet werden. Der Landrat: "Auch hier kommen wir auf völlig neuen Wegen zum Bürger." Vorgesehen seien noch in diesem Jahr die Verbandsgemeinden Brohltal in Niederzissen und Adenau. Die Planungen liefen auf Hochtouren. Die endgültige Entscheidung müsse der Kreistag treffen. Im AW-Kreis und damit in der Kreisverwaltung sind mehr als 97.000 Fahrzeuge registriert.

Eine "starke Außenorientierung" der Kreisverwaltung müsse sich auch in der Nutzung der neuen Medien widerspiegeln. "Wir haben unseren Internet-Seiten eine Frischzellenkur verpasst, den Inhalt neu gegliedert und das Angebot deutlich ausgeweitet (www.kreis.aw-online.de). Die publikumsintensiven Bereiche der Kfz-Wesens, des Bauamtes und des Jugendamtes bilden nach den Worten Dr. Pföhlers "die Speerspitze mit massenhaften neuen Informationen und Formularen".

Wer beispielsweise einen Bauantrag abgeben möchte, eine Vollmacht für die Kfz-Zulassung braucht oder einen Antrag auf Erziehungsgeld stellen möchte, könne sich das Formular am heimischen Computer ausdrucken und ausfüllen. Der Landrat: "Alleine unter der Rubrik ´Verkehr´ bieten wir jetzt 23 Internet-Seiten an. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind jetzt mit Namen, Sachgebiet, Telefondurchwahl und, falls vorhanden E-Mail-Anschrift, eingestellt."

 

 

2. Die Neuorientierung der Wirtschaftsförderung

"Der künftigen Entwicklung unserer heimischen Wirtschaft und der Schaffung neuer Arbeitsplätze messe ich höchste Priorität bei. Deshalb müssen wir uns der Frage widmen, ob und wie Kreis und Gemeinden eine neue, einheitliche und effiziente Wirtschaftsförderung auf die Beine stellen sollen. Diese Frage werden wir im Rahmen des Kreisentwicklungsprogramms ´AW 21´ mit allen Beteiligten erörtern."

Pföhler weiter: "Wir müssen die Stärken und Schwächen unseres Wirtschaftsstandortes im Zukunftsmarkt der Informations- und Kommunikationstechnik kennen. Deshalb haben wir bei mehr als 200 Unternehmen eine Firmenbefragung gestartet, um deren spezielle Bedürfnisse zu ermitteln." Die Befragung soll die speziellen Bedürfnisse der Unternehmen erfassen und Aussagen zur Standortzufriedenheit ermitteln. Anhand der Ergebnisse sollen gezielte Maßnahmen eingeleitet werden, um den Bedürfnissen der Unternehmen nachzukommen.

Um die Ansiedlung neuer Firmen im AW-Kreis zu beschleunigen, werde derzeit eine Büro-Immobilienbörse aufgebaut. Denn die Nachfrage nach geeigneten Büroflächen steige. Zurückzuführen sei dies vor allem auf den Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungsgesellschaft und das knappe Büroflächen-Angebot in der Stadt Bonn.

Bei der aktiven Standortpolitik müsse der Kreis Ahrweiler seine Stärken bündeln und gezielt ausbauen. Dies gilt nach Ansicht des Landrats insbesondere für die Bereiche Tourismus, Gesundheit und Fitness. Deshalb setze er sich "mit Nachdruck für den Zusammenschluss der beiden Fremdenverkehrs-Organisationen Tour und Kur- und Verkehrsverein Bad Neuenahr-Ahrweiler ein". Auch das Projekt ´Gesundheits- und Fitnessregion Kreis Ahrweiler´ müsse fortgeführt werden.

 

 

3. Der gezielte Ausbau der Verkehrs-Infrastruktur

Mobilität sei "für die Menschen und die Wirtschaft unserer Region unverzichtbar, insbesondere im ländlichen Raum". Dies gilt nach Meinung des Landrats gleichermaßen für den Straßenbau wie für den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV).

Deshalb habe er den Beitritt des Kreises Ahrweiler zum Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM), über den der Kreistag im Juni entscheide, "persönlich vorangetrieben". Wenn das Projekt beschlossen werde, können die Fahrgäste von Bussen und Bahnen, die aus dem Kreis Ahrweiler nach Süden pendeln - beispielsweise nach Andernach oder Koblenz - ab 2001 mit einem einzigen Ticket reisen. Und: Die Bemühungen um eine Durchbindung der Ahrtalbahn bis Bonn ohne Umsteigen in Remagen setze er fort.

Zu den Straßenbauprojekten: Nach einem Gespräch mit Staatssekretär Ernst Eggers im Mainzer Verkehrsministerium, um das er sich bereits wenige Tage nach seinem Amtsantritt bemüht habe, ist Dr. Pföhler "bei der Ortsumgehung Hönningen vorsichtig optimistisch". Auch bei den Ortsumgehungen Altenahr, Bad Neuenahr und Bad Bodendorf sowie dem Lückenschluss der Eifelautobahn A 1 mache er "weiter Druck". Bei den Landesstraßen habe die Beseitigung unfallträchtiger Streckenabschnitte Priorität. Für die Kreisstraßen sei in Kürze eine Bereisung vorgesehen, die eine aktuelle Bestandsaufnahme ergeben soll.

 

4. Zukunftsinvestitionen in Bildung und Jugend

Jürgen Pföhler: "Wir müssen heute alles dafür tun, dass unsere Kinder und Jugendlichen für die Welt von morgen ausgebildet werden. Jede Mark, die wir hier investieren, ist bestens angelegt." Die neue Herausforderung der Zukunft laute: "Wir dürfen nicht nur in Gebäude, sondern müssen auch in die Köpfe investieren."

 

 

Den Modellversuch zu Englisch in Kindergärten (Pföhler: "meine persönliche Herzenssache") habe er bereits in die Wege geleitet. Mit der beschlossenen Einrichtung des Bildungsgangs ´Höhere Berufsfachschule Medien´ an der Berufsbildenden Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler sei ein wichtiger Schritt ins Internetzeitalter geschafft. Und dank der Kreissparkasse

Ahrweiler seien 100.000 Mark an alle Schulen im Kreisgebiet für die Anschaffung moderner Medien geflossen.

Der Umgang mit Computern ist für den Landrat die Schlüsselqualifikation der Zukunft. "Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Schulen in Kreisträgerschaft umfassend mit den Techniken der Neuen Medien auszustatten." Ein entsprechendes Konzept werde bereits erarbeitet.

 

 

5. Innovationen für die Umwelt

"Wir müssen die natürlichen Umweltressourcen sparsam nutzen und schützen. Daher gilt es, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen." In der Kreisverwaltung will Dr. Pföhler einen "Energie-Kommissar" einsetzen. Dessen Aufgabe: den Verbrauch von Heizöl, Gas, Wasser und Strom an den kreiseigenen Gebäuden - vor allem den Schulen - kontrollieren und Energiesparmaßnahmen vorschlagen. Der Zweck: Umweltschutz und Kostensenkung.

Er verfolge das Ziel, die Landschaft ökologisch weiter aufzuwerten, wo immer es sinnvoll und praktizierbar sei. Im Einzelnen nennt der Landrat den Ankauf von Gewässerrandstreifen durch den Kreis in der Verbandsgemeinde Adenau, damit sich die Bäche in ihrem Lauf natürlich bewegen können. Der doppelte Effekt: Erstens werden die Bäche ökologisch

aufgewertet, zweitens Kosten für Ausbesserungsarbeiten an landwirtschaftlichen Flächen eingespart. Und der Umbau des Heimersheimer Wehres zu einem natürlichen Fischaufstieg ahraufwärts beginne in diesem Jahr. Neben dem Wehr in Bad Bodendorf sei dies die zweite Aktion dieser Art.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 15.05.2000

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