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Kräuter und Gräser statt Dünger und Herbizide

Programm Umweltschonende Landwirtschaft stärker nutzen - Weidner: Im Ahr- und Brohltal weitere schöne Obstwiesen vorhanden - Anträge zügig abgeben

Wer Wiesen, Weiden, Obstwiesen und Ackerrandstreifen umweltschonend bewirtschaftet und damit eine hohe Artenzahl an Kräutern und Gräsern ermöglicht, kann Geld aus dem neu aufgelegten "Förderprogramm Umweltschonende Landbewirtschaftung" (FUL) beantragen. Wichtige Einzelheiten fasst die Kreisverwaltung Ahrweiler zusammen.

Förderberechtigt sind die Bewirtschafter der Flächen. Wer bereit ist, für mindestens fünf Jahre auf Düngung und Herbizide zu verzichten und erst ab Juni mäht oder beweidet, erhält für diese Erschwernis pro Hektar und Jahr 400 Mark beim Grünland und 600 Mark beim Streuobst.

Für das Obstwiesenprogramm müssen mindestens 15 Bäume je Hektar mit einer Stammhöhe von mindestens 1,60 Metern vorhanden sein. Auch die Neuanlage von Obstwiesen, beispielsweise auf jetzigen Acker- und Wiesenflächen, wird zusätzlich gefördert, nämlich mit 60 Mark für jeden neu geplanzten Baum.

Geeignete Flächen sind artenreiche, bunte Wiesen und Weiden sowie Streuobstbestände. Das gilt beispielsweise für nicht oder wenig gedüngte und nur ein bis zwei Mal gemähte oder beweidete Parzellen, vor allem auf steinigen Böden, in Hanglagen oder auf Feuchtwiesen. Nicht förderwürdig sind unter anderem Hausgärten, Rasenflächen, Weihnachtsbaumkulturen, Intensiv- oder Spalierobstanlagen und bisher intensiv gedüngtes oder begülltes Grünland. Die Auflagen beziehen sich immer nur auf die Vertragsparzellen, nicht auf den gesamten Betrieb.

Bei der Variante X des FUL kann ferner die Anlage von dünger- und herbizidfreien Ackerrandstreifen von etwa fünf bis zwölf Metern Breite mit 0,13 Mark pro Quadratmeter gefördert werden - vor allem auf steinigen und nährstoffarmen Böden. Auch dies soll selten gewordene Wildkräuter erhalten.

Wichtige Neuerungen ab diesem Jahr: Teilweise lassen sich frühere Nutzungstermine vereinbaren, um individuelle Erfordernisse flexibler zu berücksichtigen. Die Vertragsnehmer dürfen Flächen umbrechen. In der Verbandsgemeinde Bad Breisig, den Städten Remagen und Sinzig sowie der Grafschaft ist dies allerdings nur mit Genehmigung der Kreisverwaltung möglich (Landespflege). In Sonderfällen wird eine geringe Düngung oder Kalkung zugelassen.

Beim Streuobstwiesen-Programm kann der Sanierungsschnitt von alten Bäumen mit 50 Mark je Baum gefördert werden. Die Vermarktung von Tafelobst ist künftig zulässig. Neu gepflanzte Bäume dürfen gedüngt und notfalls gespritzt werden.

Derzeit nehmen im Kreis Ahrweiler rund 150 Landwirte mit etwa 750 Hektar Grünland und knapp 100 Hektar Streuobstwiesen am FUL teil. In diesem Jahr besteht wieder eine Einstiegsmöglichkeit, nachdem im vergangenen Jahr keine Mittel zur Verfügung standen.

FUL-Berater Andreas Weidner schätzt, dass etwa die gleiche Flächengröße wie bisher geeignet ist, zusätzlich und ohne großen Aufwand in den Genuss der Förderung zu gelangen. Vor allem im Ahr- und Brohltal seien noch zahlreiche schöne Obstwiesen vorhanden, die bislang nicht gefördert werden. In den Höhengemeinden der Eifel hält der Biologe Weidner noch viele weitere Grünlandflächen für förderwürdig. Das FUL-Programm sei eine Stütze der Landwirtschaft und leiste einen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft, betonte der Agrarexperte.

Anträge können noch bis 28. Juli bei der Kreisverwaltung Ahrweiler eingereicht werden. Abzugeben ist eine Liste mit den beantragten Parzellen und deren Größe (siehe Flächennachweis); alles Weitere erledigen die Kreis-Mitarbeiter. - Info: Kreisverwaltung Ahrweiler, Ruf 02641/975-323 oder 975-380, FUL-Berater Andreas Weidner, Ruf 02643/7750 oder 0172/2124577.



Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 06.07.2000

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