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Feriendorf Hönningen: "Wichtiges Investitionsvorhaben zügig realisieren"

Landrat wendet sich an drei Minister - Ökonomie und Ökologie verbinden

Das Feriendorf Hönningen stellt für Landrat Dr. Jürgen Pföhler ein wichtiges Investitionsvorhaben dar, das jetzt zügig realisiert werden muss. Der Kreis Ahrweiler stehe mit der Verbandsgemeinde Altenahr und der Ortsgemeinde Hönningen "Seite an Seite". Um auch aus Mainz die nötige Rückendeckung zu erhalten, hat sich der Landrat schriftlich an drei Minister der Landesregierung gewandt.

Bei den Plänen für das Feriendorf Hönningen handle es sich "um eine Abwägung ökonomischer und ökologischer Belange", wie der Landrat feststellt. In einer Pressemeldung aus dem Kreishaus betont Dr. Pföhler weiter: "Es darf doch wohl nicht wahr sein, dass es an der gesamten Ahr von der Quelle in Blankenheim bis zur Mündung bei Sinzig in Zukunft keine wirtschaftliche Entwicklung mehr geben kann."

Das geplante Feriendorf sei ein Projekt des sanften Tourismus. Es passe exakt in die Zielrichtung eines attraktiven Angebotes für Familien mit Kindern. Zudem führe es zum gewünschten Gästeverhalten: weg vom Tagestourismus - hin zum längeren Verbleib in der Region. Dazu Dr. Pföhler: "Diese Punkte entsprechen Forderungen, die auch von Umweltschützern vorgetragen werden. Aus diesem Grunde sollte es möglich sein, dass die unterschiedlichen Interessengruppen einen Konsens erzielen, das Projekt gemeinsam unterstützen und somit Ökonomie und Ökologie miteinander verbunden werden."

Weitere Argumente Pföhlers pro Feriendorf: Durch den Standortwechsel der Firma Klaes in Ahrbrück, die Schließung des Unternehmens Klören in Hönningen und die Verlagerung der Firma Brohl-Wellpappe aus Ahrbrück verliere dieser ländlich geprägte Raum kurzfristig rund 300 Arbeitsplätze. Und durch die fehlende Ortsumgehung seien die Hönninger Bürger "bereits seit Jahren einer unerträglichen Situation ausgesetzt".

In seinen Schreiben an den rheinland-pfälzischen Innenminister Walter Zuber, Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage und Umweltministerin Klaudia Martini geht Dr. Pföhler ausführlich auf den Sachverhalt ein. Auf einer Fläche von rund 2,2 Hektar soll das Feriendorf aus 20 Doppel-Ferienhäusern mit etwa 40 Wohneinheiten und 176 Betten entstehen. Dieses Feriendorf passe sich "hervorragend in unsere Gesundheits- und Fitnessregion und das Konzept eines sanften Tourismus ein", argumentiert der Ahrweiler Landrat gegenüber den Mainzer Ministern.

Zusätzliche positive Synergie-Effekte erwarte der Investor vom überregionalen Radwanderweg entlang der Ahr. Im strukturschwachen und dünn besiedelten Süden der Verbandsgemeinde Altenahr seien Investitionen, die ohne öffentliche Mittel neue Arbeitsplätze schaffen und Erwerbsmöglichkeiten im Tourismus sichern, "dringend notwendig".

Zum Verfahren: Den zentralen noch offenen Punkt stellt die "ökologische Vernetzungsachse" dar, die nach fachgutachterlichen Feststellungen durch das Bauvorhaben beeinträchtigt wird. In einer Aussage des Landesentwicklungsprogrammes (LEP III) ist das gesamte Ahrtal als "ökologische Vernetzungsachse von landesweiter Bedeutung" ausgewiesen. Beim LEP wiederum handelt es sich um Planungsvorgaben der Mainzer Landesregierung, die Ziele formulieren, wie sich bestimmte Gebiete entwickeln sollen. Ausgerichtet ist die "ökologische Vernetzungsachse" auf die Erhaltung des Lebens- und Nahrungsraumes von Flora und Fauna im Sinne der "Nachhaltigkeit". Gemeint ist damit eine Entwicklung, die ökologische, ökonomische und soziale Belange auch mit Blick auf die Zukunft in Einklang bringt.

Dieser noch offene Punkt lässt sich nur mit Zustimmung des Mainzer Innenministeriums ausräumen. Von der Zielplanung des LEP kann abgewichen werden, wenn die Grundzüge des LEP nicht berührt werden und die Abweichung raumordnerisch geboten ist. Dr. Pföhler an Mainz: "Die Verbandsgemeinde Altenahr hat mit meiner vollen Unterstützung bei der obersten Landesplanungsbehörde ein landesplanerisches Zielabweichungsverfahren beantragt." Weder die Größe des Feriendorfes noch die konkrete Bauausführung stellten das generelle Ziel des LEP III in Frage. Da es sich um ein kleines Bauprojekt handele, sei eine irreversible Beeinträchtigung der Vernetzungsachse nicht zu erwarten. Mit dieser Maßgabe habe auch der beteiligte Landespflegebeirat bei der Kreisverwaltung der Planung im Vorfeld zugestimmt. Auch die Planungsgemeinschaft Mittelrhein-Westerwald habe im Zuge der Herstellung des regionalplanerischen Benehmens keine durchgreifenden Bedenken gegen das beabsichtigte Feriendorf geäußert.

Durch das beantragte Zielabweichungsverfahren verlängert sich das Gesamtverfahren. Dies hat wiederum Auswirkungen auf die Genehmigung des Flächennutzungsplanes. Zurzeit kann die Kreisverwaltung diesem Flächennutzungsplan nicht zustimmen. Die Möglichkeit, das Verfahren insgesamt ordnungsgemäß abzuschließen, ist aber weiterhin gegeben.

(Bereits am 18.07.2000 erschienen)


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 20.07.2000

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