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Logistikzentrum Bundeswehr für Kreisstadt gefordert

Landrat besorgt über größten Arbeitgeber im AW-Kreis - Mat-Amt des Heeres beschäftigt 950 Menschen

Landrat Dr. Jürgen Pföhler will einen im Rahmen der Bundeswehr-Strukturreform drohenden Stellenabbau beim Materialamt des Heeres in Bad Neuenahr-Ahrweiler verhindern. Aus diesem Grunde hat er sich in zwei Schreiben an Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping und den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck gewandt.

Das Materialamt mit derzeit rund 950 Beschäftigten im militärischen und zivilen Bereich sei der größte Arbeitgeber im Kreis Ahrweiler. Anlässlich des Antrittsbesuchs von Dr. Pföhler beim Leiter des Mat-Amtes, Brigadegeneral Richard Bulheller, sei die mögliche Stellenreduzierung auf 350 bis 450 Mitarbeiter zur Sprache gekommen. Von diesem Personalabbau überwiegend im Zivilbereich wären viele Frauen und Teilzeitbeschäftigte betroffen.

"Sollte sich diese Befürchtung bestätigen, würde unsere Region weit über die Grenzen der Kreisstadt hinaus sozial-, wirtschafts- und strukturpolitisch ins Mark getroffen", drückt der Landrat seine Sorge gegenüber Scharping und Beck aus. Dies würde für den Kreis Ahrweiler einen "massiven Konversionsfall" bedeuten.

Der AW-Kreis sei bereits das Opfer "erheblicher konversionsbedingter Stellenabbaumaßnahmen". Die Schließung des Regierungsbunkers in Marienthal koste rund 200 Arbeitsplätze. Im Jahr 2002 stehe die vorgesehene Verlagerung des Amtes für Wehrmedizinalstatistik der Bundeswehr von Remagen nach Andernach an. Dadurch gingen dem Kreis Ahrweiler weitere rund 170 Arbeitsplätze verloren. Zudem habe die Region massiv mit dem Bonn-Berlin-Umzug zu kämpfen, fährt Dr. Pföhler fort.

Sollte jetzt auch noch das Modernisierungskonzept der Bundeswehr zum befürchteten Stellenabbau beim Materialamt des Heeres in Bad Neuenahr-Ahrweiler führen, wäre dies für den Kreis Ahrweiler "ein weiterer herber Rückschlag". In einem ländlich strukturierten Gebiet wie dem Kreis Ahrweiler seien qualifizierte, hochwertige Arbeitsplätze, wie sie die Bundeswehr biete, kaum zu kompensieren.

Detailliert äußert sich Dr. Pföhler über das Konzept zur Einrichtung eines "Logistikzentrums Bundeswehr". Aufgrund der bereits vorhandenen Infrastruktur seien für dieses Zentrum im Grunde nur zwei Standorte denkbar: Köln-Wahn oder Bad Neuenahr-Ahrweiler. Landrat Pföhler weist Verteidigungsminister Scharping dabei auf den Lösungsvorschlag hin, das Logistikzentrum in der Kreisstadt neu zu errichten, da Köln-Wahn ohnehin ein Großstandort der Bundeswehr sei.

Das neue Amt ließe sich in Bad Neuenahr-Ahrweiler teilweise mit Aufgaben kombinieren, die bislang das Materialamt wahrnimmt. Zudem könne man auf die in mehr als 40 Jahren erworbene Fachkompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des bisherigen Mat-Amtes zurückgreifen. In dieser Liegenschaft stehe ein erforderliches Rechenzentrum bereits zur Verfügung. Das in verkleinerter Form weiter bestehende Materialamt des Heeres könne dann in Koblenz angesiedelt werden. Soweit Pföhlers Vorschlag.

"Die Frage nach der Zukunft des Materialamtes hängt wie ein Damoklesschwert über den zukünftigen Entwicklungschancen der Kreisstadt und des Kreises Ahrweiler", fordert der Landrat Unterstützung durch Scharping und Beck. Ferner bittet Dr. Pföhler den Verteidigungsminister und den Ministerpräsidenten um einen persönlichen Besuch im Kreis Ahrweiler, um sich vor Ort ein Bild über die Situation zu machen.



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 17.08.2000

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