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Gelingt Landwirten und Landespflegern eine "Allianz der Gewinner" ?

Vom Engelner Maar bis zu den Gew├Ąsser-Randstreifen in der VG Adenau: Landrat Dr. Pf├Âhler auf Rundreise zum Thema Landwirtschaft und Weinbau

Das geplante Engelner Maar, die Wasserschutzzonen in Kempenich und Weibern sowie das Gew├Ąsserrandstreifen-Programm im Rahmen der "Aktion Blau" stellten die zentralen Gespr├Ąchsthemen einer Rundreise durch den Kreis Ahrweiler dar, die Landrat Dr. J├╝rgen Pf├Âhler und der Vorsitzende des Kreisbauern- und Winzerbandes, Hans Boes, vereinbart hatten.

Neben diesen Einzelpunkten ging es bei der ersten gr├Â├čeren Landwirtschafts-Besprechung des Landrats auch darum, sich gegenseitig kennenzulernen. Die Reiseteilnehmer neben Dr. Pf├Âhler und Hans Boes: Horst Gies als Gesch├Ąftsf├╝hrer und Hermann-Josef Fabritius als stellvertretender Vorsitzender des Kreisbauern- und Winzerverbandes, Ernst Bender als Vorsitzender des Weinbauverbandes, Elke Krause als Vertreterin der Landfrauen, Mitarbeiter der Kreisverwaltung sowie f├╝r den Bereich der Verbandsgemeinde Adenau deren B├╝rgermeister Hermann-Josef Romes und Siegfried Justen aus Fuchshofen als Ortsverbandsvorsitzender des Kreisbauernverbandes.

Das Engelner Maar in der Ortsgemeinde Spessart soll wie das Rodder Maar in Niederd├╝renbach renaturiert, sprich wieder bew├Ąssert werden. Das Areal liegt in der H├╝gellandschaft in der N├Ąhe des Gewerbegebietes Spessart/Kempenich auf der gegen├╝berliegenden Seite der Landesstra├če, die von Hannebach nach Kempenich f├╝hrt. Die Ortsgemeinde Spessart unterst├╝tzt das Projekt. Nach einem einstimmigen Beschluss des Gemeinderates kauft die Ortsgemeinde derzeit die ben├Âtigten Grundst├╝cke auf. Die Wasserfl├Ąche dieses Biotops soll eine Gr├Â├če von 2.000 bis 3.000 Quadratmeter umfassen.

Bei der Rundreise kamen auch die Wasserschutzzonen in Kempenich und Weibern zur Sprache. Landwirte bef├╝rchten, dass sie in ihrer ungehinderten Bewirtschaftung eingeschr├Ąnkt werden. Von diesem Gebiet werden Teile des Kreises Ahrweiler und vor allem der Bereich Mayen mit Trinkwasser versorgt.

Das Thema Wasser floss auch in die weiteren Gespr├Ąche ein, die im Westteil des Kreises Ahrweiler gef├╝hrt wurden. In Kirmutscheid (Verbandsgemeinde Adenau) diskutierten die Teilnehmer ├╝ber das Gew├Ąsserrandstreifen-Programm. Dieses Programm war in der VG Adenau bereits im Vorjahr Gegenstand einer Informationsveranstaltung mit den Ortsb├╝rgermeistern und Mitgliedern des Verbandsgemeinderates.

Der Grundgedanke: Vor allem nach starken Regenf├Ąllen rei├čen die B├Ąche Teile ihrer Ufer mit. Das verursacht nicht selten kostenaufwendige Unterhaltungsarbeiten - in erster Linie an landwirtschaftlichen Fl├Ąchen. Bei der Aktion Blau erhalten B├Ąche und Fl├╝sse den Platz, den sie f├╝r ihren nat├╝rlichen Lauf ben├Âtigen. Die Flie├čgew├Ąsser k├Ânnen frei m├Ąandrieren, ihr Bett also ver├Ąndern, verschieben und sich in bestimmten Randstreifen ausbreiten. Somit werden diese Gew├Ąsser auch im Sinne einer Biotopvernetzung aufgewertet.

Kommunen, die zum Unterhalt der Gew├Ąsser verpflichtet sind, sollen die Randstreifen langfristig aufkaufen. Daf├╝r gibt es Zusch├╝sse von bis zu 80 Prozent. Dieses Geld kann in die Wirtschaftskraft des l├Ąndlichen Raumes flie├čen.

Kreisvorsitzender Hans Boes und sein Stellvertreter Herrmann-Josef Fabritius hatten gezielte Beispiele vor Ort ausgew├Ąhlt, um auf die damit verbundenen Probleme f├╝r die Bewirtschafter hinzuweisen. So m├╝sse gew├Ąhrleistet sein, dass die Landwirtschaftsfl├Ąchen trotz der Randstreifen eine hinreichende Gr├Â├če zum Bewirtschaften beibehalten.

Landrat Dr. Pf├Âhler und B├╝rgermeister Romes erkl├Ąrten mit Blick auf die vor allem f├╝r die Milchwirtschaft fruchtbaren Flussauen, vor jeglichen Aktivit├Ąten m├╝sse zun├Ąchst das Gespr├Ąch mit den Landwirten gef├╝hrt werden, die solche Fl├Ąchen in Gew├Ąssern├Ąhe bewirtschaften. Diese f├╝r die Existenz der Betriebe ben├Âtigten Fl├Ąchen d├╝rften nicht ohne ad├Ąquaten hofnahen Ausgleich beschnitten werden.

Der Landrat: "Diese Projekte laufen auf freiwilliger Basis und sind nur erfolgreich, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, dass beide, Landwirtschaft und Landespflege, einen Nutzen ziehen und eine Allianz der Gewinner schmieden." F├╝r die Aktion Blau sieht B├╝rgermeister Romes in der Agrarstrukturellen Entwicklungsplanung der Verbandsgemeinde Adenau eine geeignete Grundlage, die nach Ansicht der Bauernverbandsvertreter auch die Basis f├╝r Agrarstrukturverfahren - wie in Wershofen - bilden sollen.

 

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel erhalten Sie ein Foto. Bildunterzeile:

Landwirtschaft:

Themen der Landwirtschaft er├Ârtert: Willi Beu von der Kreisverwaltung Ahrweiler (v.l.n.r.), Hermann-Josef Fabritius, Ernst Bender, Horst Gies, Hans Boes, Landrat Dr. J├╝rgen Pf├Âhler, B├╝rgermeister Hermann-Josef Romes und Siegfried Justen.




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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 14.09.2000

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