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"Es gibt auch andere Berufe als Frisöse oder Artzhelferin"

Die ersten Berufsfindungstage für Hauptschülerinnen sind ausgebucht

Mit dem dreitägigen Workshop "Berufsfindungstage für Hauptschülerinnen" will der Arbeitskreis "Frau und Beruf" im Kreis Ahrweiler Mädchen der neunten Klassen die Berufswahl erleichtern. Die Veranstaltung findet in den Herbstferien in der Berufsbildenden Schule statt. 39 Mädchen haben sich angemeldet.

"Oft entscheiden Verlegenheitslösungen die Berufswahl", erklärt die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Ahrweiler, Evelyn Dirks, einen Grundgedanken der Aktion. "Verlegenheitslösungen können aber kein Lebensziel sein. Es gibt auch andere Berufe für junge Frauen als Frisöse oder Artzhelferin." Dirks: "Berufe müssen aufgrund von Fähigkeiten und Neigungen gewählt werden."

Im Sommer 2001 werden rund 150 Mädchen die Hauptschulen im AW-Kreis mit entsprechendem Schulabschluss verlassen. Diese jungen Menschen müssen mit 14 bis 16 Jahren grundlegende Entscheidungen für ihren beruflichen Werdegang treffen. Viele fühlen sich dieser Anforderung nicht gewachsen.

Die "ansonsten ausgeglichene Lehrstellensituation im Kreis Ahrweiler" sieht nach den Worten von Landrat Dr. Jürgen Pföhler jedoch für Hauptschulabgänger "teilweise problematisch aus". Diese Schulabgänger stünden in Konkurrenz zu Realschülern oder Berufsfachschülern. Daher begrüßt Landrat Pföhler diese ersten Berufsfindungstage für Mädchen im Kreis Ahrweiler als "konkrete und direkte Hilfe für die jungen Frauen", zumal die Veranstaltung in enger Kooperation mit dem Arbeitsamt geplant wurde.

Das Arbeitsamt, die Schulen im AW-Land und andere Bildungsträger sowie die Gleichstellungsbeauftragte zählen zu den Mitgliedern des Arbeitskreises "Frau und Beruf". Als Ansprechpartner stehen den Mädchen neben Evelyn Dirks weitere Experten zur Seite: Dr. Christa Lenz als Leiterin und Heike Rohde als Mitarbeiterin der Beratungsstelle für Berufsrückkehrerinnen sowie Diplom-Pädagogin Patricia Flechtner, die in der Verbandsgemeinde Bad Breisig zuständig für Jugendarbeit ist.

Das pädagogische Konzept der Berufsfindungstage ist breit angelegt. Das Selbstbewusstsein der jungen Frauen soll ebenso gefördert werden wie das "Sich-Verkaufen" in Vorstellungsgesprächen oder die Arbeit mit dem Internet.

Evelyn Dirks: "Wir wollen den Mädchen Angst nehmen und Orientierung geben. Die jungen Frauen sollen über verschiedene Berufsfelder informiert werden." Positiv überrascht zeigt sich die AW-Gleichstellungsbeauftragte von der Resonanz: "Wir haben mit 15 Anmeldungen gerechnet. Jetzt liegen 39 vor." Für Dirks ein Indiz, dass die Organisatoren auf die richtige Zielgruppe zusteuern: "Der generell erfreuliche Lehrstellenmarkt ist für Hauptschüler angespannt. Und weibliche Hauptschüler sind meist die letzten in der Kette."

Die Veranstaltung findet vom 10. bis 12. Oktober statt. Für die Mädchen entstehen keine Kosten. Auch die Fahrtkosten werden nach Vorlage der Fahrkarten erstattet. Finanziert werden die Tage von der Kreissparkasse Ahrweiler, dem Kreis Ahrweiler und dem Land Rheinland-Pfalz. Bei einem Elternabend hatten die Mütter und Väter der Workshop-Teilnehmerinnen Gelegenheit, sich zu informieren.

Der Arbeitskreis "Frau und Beruf" betreibt einen regelmäßigen Gedankenaustausch und möchte Informationswege vernetzen. Die Mädchen-Berufsfindungstage sind eines von mehreren Projekten in diesem Jahr. - Noch Fragen? Die Gleichstellungsbeauftragte des AW-Kreises, Evelyn Dirks, gibt gerne Auskunft: Kreisverwaltung Ahrweiler, Ruf 02641/975-349, Fax 02641/975-456, E-Mail: Info@kreis-ahrweiler.de.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 21.09.2000

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