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Informationsfahrt des Werksausschusses

Abfallwirtschaft: Werksausschuss besuchte Trockenstabilat-Anlage - Restmüll wird getrocknet, aufbereitet und als Energierohstoff verwertet

Wie sieht die Müllentsorgung der Zukunft aus? Eine Antwort auf diese Frage suchte der Werksausschuss des Abfallwirtschaftsbetriebs Kreis Ahrweiler (AWB) bei einer Informationsfahrt in den Westerwaldkreis. Landrat Dr. Jürgen Pföhler hatte die Mitglieder des Ausschusses nach Rennerod eingeladen. Dort steht eine neue Trockenstabilat-Anlage.

Diesem System der Trockenstabilats gehört nach Meinung der Fachleute die Zukunft. Das Prinzip: Der angelieferte Müll wird durch die eigene Kompostwärme getrocknet. Dabei wird das Material aufbereitet. Die Wertstoffe werden ausgesondert. So entsteht ein reiner Brennstoff. Im Gegensatz zu diesem System wird in einer Müllverbrennungsanlage das gesamte Material einschließlich der Wertstoffe verbrannt.

Hintergrund: Derzeit wird der Restmüll aus dem Kreis Ahrweiler auf der Deponie "Eiterköpfe" bei Ochtendung entsorgt. Im Kreis Ahrweiler müssen bald die Weichen für die Abfallwirtschaft nach 2005 gestellt werden. Denn ab diesem Zeitpunkt sind die Kreise verpflichtet, den Restmüll vorbehandeln zu lassen. Auch die Frage des Baus oder Nichtbaus einer eigenen Deponie wird dann vom Kreistag zu entscheiden sein.

Für die Vorbehandlung des Mülls gibt es nach heutigem Stand der Technik drei Möglichkeiten: eine hochwertige mechanisch-biologische Aufbereitung mit anschließender Deponierung der Reststoffe, eine thermische Behandlung oder das mechanisch-biologische Trockenstabilatverfahren. Nach dem Besuch in Rennerod sprach Landrat Dr. Jürgen Pföhler vom Trockenstabilat als einer "möglicherweise interessanten Alternative für unsere langfristige Planung in der Abfallwirtschaft".

Die Anlage in Rennerod ist seit April 2000 in Betrieb. Sie behandelt die Restabfälle des gesamten Westerwaldkreises. Die Anlage hat eine Verarbeitungskapazität von 75.000 Tonnen im Jahr und kann nach Bedarf modulweise erweitert werden.

Die mechanisch-biologische Trockenstabilisierung versteht sich als eine verbessserte Form der mechanisch-biologischen Aufbereitung und gliedert sich in drei Hauptverfahrensschritte: erstens die Abfallannahme und -vorbehandlung; zweitens den Prozess der Trockenstabilisierung in Rotteboxen; und drittens die Trennung des getrockneten Abfallgemisches in Wertstoffe, Schadstoffe (beispielsweise aus Schwermetallen und Batterien) sowie das Brennstoff-Trockenstabilat.

Die angelieferten Abfälle gelangen in einen Annahmebunker und von dort auf den Schredder. Hier wird das Material zerkleinert, gemischt und gleichmäßig verteilt. Anschließend kommen die Abfälle in Rotteboxen. Diese Boxen sind luft- und flüssigkeitsdicht. Während der siebentägigen Trocknung und Rotte wird die leicht abbaubare organische Substanz mikrobiologisch umgesetzt. Die im Abfall enthaltene Feuchte wird über ein Wärmeaustauschsystem entfernt. Bei dem Prozess der biologischen Stabilisierung entstehen gas- beziehungsweise dampfförmige Stoffe. Übrig bleibt ein trockenstabiles Material, das sich zu 100 Prozent energetisch verwerten lässt.

Bei optimaler Rotte erzielt die siebentägige Behandlung einen Masseverlust von rund 34 Prozent. Dies entspricht einem Wasseraustrag von 75 Prozent des Ursprungsmaterials. Die Restfeuchte ist sehr gering. Das Material lässt sich daher optimal lagern. Das Endmaterial aus Rennerod wird als Enregierohstoff in Industriebetrieben verwertet.

 

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel erhalten Sie ein Foto. Bildunterzeile:

Auf der Suche nach der Abfallentsorgung der Zukunft: Landrat Dr. Jürgen Pföhler (9.v.r.) und AWB-Werkleiter Walter Reichling (4.v.r.) mit den Mitgliedern des Werksausschusses.




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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 20.10.2000

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