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Landrat Pföhler schlägt neues Fremdenverkehrs-Förderprogramm vor

"Hart umkämpfter Tourismusmarkt braucht wettbewerbsfähige Angebote" - Bauern und Winzerhöfe einbinden. - "AW-West" als Vorbild

Landrat Dr. Jürgen Pföhler schlägt ein neues, eigenes Förderprogramm des Kreises Ahrweiler für den Fremdenverkehr vor, das aus drei Teilen bestehen soll. Die entsprechenden Mittel sollen in den Haushalten der Jahre 2001 bis 2006 eingestellt werden. Das kündigte Pföhler im Vorfeld der Beratungen zum Kreishaushalt 2001 an, über den der Kreistag zu entscheiden hat.

Die Fremdenverkehrswirtschaft müsse "dringend neue Zielgruppen erschließen und für die Region gewinnen", begründete Landrat Pföhler seinen Vorschlag, den er dem Kreis- und Umweltausschuss als Konzept vorlegt hat. "Wenn der Kreis Ahrweiler auf dem inzwischen hart umkämpften Tourismusmarkt auch künftig vorne dabei sein will, müssen wettbewerbsfähige und zukunftsorientierte Angebote her." Nur mit "neuen, attraktiven Bausteinen, insbesondere im ländlichen Raum", lassen sich nach Ansicht Pföhlers bestehende Arbeitsplätze im Tourismus und Kurwesen sichern und neue schaffen.

Das geänderte Urlaubsverhalten der Gäste, das Ausbleiben des Polit-Tourismus nach dem Regierungsumzug von Bonn nach Berlin sowie die Einbußen durch die Gesundheitsreform stellen nach den Worten Pföhlers "große Herausforderungen" dar. Mit finanziellen Anreizen für die Betriebe könne der Kreis Ahrweiler die Branche ankurbeln und den Fremdenverkehr nachhaltig forcieren.

Gefördert werden sollen landwirtschaftliche Betriebe sowie gewerbliche Fremdenverkehrsbetriebe im AW-Kreis. Dabei sollen auch Bauern- und Winzerhöfe eingebunden werden, um den Strukturwandel, der sich durch die Agrarreform der Europäischen Union abzeichnet, zumindest teilweise aufzufangen.

Das Förderprogramm "Innovativer Fremdenverkehr" soll aus drei Teilen bestehen: erstens die Erschließung einer neuen Gästestruktur und die Förderung des Erholungstourismus. Förderschwerpunkte sind unter anderem Ferienwohnungen, Gästezimmer auf Bauern- und Winzerhöfen sowie gewerblich betriebene Ferienwohnungen und Pensionen.

Zweitens geht es um Informations- und Kommunikationssysteme für Gäste in den Betrieben - beispielsweise die EDV-Ausstattung sowie ein Informations- und Reservierungssystem, Infosäulen oder Touchscreen-Monitore. Und drittens sind Wettbewerbe vorgesehen in den Kategorien fahrradfreundliche Betriebe, innovative Freizeitangebote für Gäste sowie Behindertenfreundlichkeit.

Falls der Kreistag dem Pföhler-Vorschlag zustimmt, würde das zweite eigene Förderprogramm des Kreises aufgelegt. Bereits seit Mai 1996 läuft das Zinszuschussprogramm "Kreis Ahrweiler West". Es unterstützt Gewerbebetriebe in der Verbandsgemeinde Adenau und Teilen der VG Altenahr - jenem Bereich, im dem die Programme des Bundes im Rahmen des Bonn-Berlin-Ausgleichs nicht greifen.

Dieses AW-West-Programm läuft aus. Pföhler schlägt den Kreisgremien ebenfalls vor, das Programm bis 2004 zu verlängern. Denn AW-West hat nach Meinung Dr. Pföhlers "erfreuliche Effekte bewirkt". Der Kreis habe bislang 67 Gewerbebetriebe mit 560.000 Mark an Zinszuschüssen unterstützt. Dadurch seien 131 neue Arbeitsplätze entstanden. Hinter der Kreisförderung stecke ein Darlehensvolumen von 8,5 Millionen Mark und ein Investitionsvolumen von 70,3 Millionen Mark. Landrat Pföhler: "Wenn der Kreistag das neue Fremdenverkehrsförderprogramm beschließt und es eine ähnliche Positiv-Wirkung wie AW-West erzielt, werden wir einen Volltreffer landen."



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 16.11.2000

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