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"Entscheidung über Restabfall-Entsorgung professionell vorbereiten"

Landrat Dr. Pföhler legt den Kreisgremien ein Konzept vor - Strategie ab 2005 als "herausragende Entscheidung" - Deponie ja oder nein?

Wie sieht die Entsorgung der Restabfälle aus dem Kreis Ahrweiler ab dem Jahr 2005 aus? Baut der Kreis Ahrweiler eine eigene Deponie oder baut er sie nicht? Diese Fragen werden in den nächsten Monaten in den politischen Gremien des AW-Kreises eingehend debattiert. Dazu wird Landrat Dr. Jürgen Pföhler dem Werksausschuss des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) ein Konzept vorlegen, das als Grundlage für die weiteren Beratungen im Kreistag dienen soll.

Dr. Pföhler: "Der Kreistag hat das letzte Wort und wird bald die Entscheidungen über das abfallwirtschaftliche Gesamtkonzept der Zukunft zu treffen haben." Die Erarbeitung der Strategie ab 2005 bezeichnet der Landrat als "die herausragende Entscheidung in der Abfallwirtschaft des Kreises Ahrweiler".

Mit einer finanziellen Größenordnung von 70 bis 80 Millionen Mark in einem Zehn-Jahres-Zeitraum sei diese Entscheidung auch mit Blick auf die künftige Entwicklung der Abfallgebühren und die Stabilität der Gebühren von besonderem Gewicht. Dabei müsse auch über den Bau oder Nichtbau einer eigenen Deponie entschieden werden. Dr. Pföhler plädiert dafür, "die für den Kreis aus ökonomischer und ökologischer Sicht bestmögliche Lösung anzustreben."

Seit der damaligen Entscheidung des Kreistags von 1997, den Bau der Reststoffdeponie mit mechanisch-biologischer Aufbereitungsanlage (MBA) zurückzustellen, hätten sich die Rahmenbedigungen grundlegend geändert. Als wesentliche Punkte nennt Pföhler den Rückgang der Müllmengen, neue umweltrechtliche Anforderungen, Überkapazitäten in anderen Deponien sowie neue Entsorgungstechniken. Für die Zeit nach 2005 sei beispielsweise eine Lösung zu wählen, die den Vorschriften der bundesweiten Technischen Anleitung Siedlungsabfall (TASi) entspreche.

Pföhler weiter: "Wir sollten solch weitreichenden Entscheidungen sorgsam und ohne Hektik treffen. Dazu brauchen wir die Unterstützung eines professionellen Beratungsunternehmens. Dieses Unternehmen soll die verschiedenen Varianten der Restmüllbehandlung und -entsorgung, die Wirtschaftlichkeit sowie die rechtlichen Rahmenbedingungen aufzeigen." Pföhlers Vorschlag an den Werksausschuss und damit an den Kreistag: Der AWB soll beauftragt werden, Angebote mit Referenzen geeigneter Berater einzuholen.

Derzeit sei es noch zu früh, sich endgültig von den Plänen einer eigenen Deponie zu verabschieden, betonte Landrat Pföhler im Vorfeld der Sitzung des Werksausschusses. Mit dieser Aussage nimmt Dr. Pföhler zugleich Stellung zu einem entsprechenden Antrag der SPD-Kreistagsfraktion. Diese hat beantragt, bereits jetzt das Vorhaben zum Bau einer eigenen Kreismülldeponie "Auf dem Scheid" einzustellen.

Dazu der Landrat: "Solch weitreichende Entscheidungen kann man nicht einfach aus dem Bauch heraus treffen. Sie müssen professionell vorbereitet werden. Im Interesse unserer eigenen Planungssicherheit im Kreis Ahrweiler sowie der für alle - den Kreis und seine Bürger - wirtschaftlichsten Lösung muss der Gesamtkomplex sorgfältig aufgearbeitet werden. Erst dann kann die endgültige Entscheidung zwischen dem Bau einer kreiseigenen Deponie oder einer alternativen Entsorgung verantwortungsvoll und endgültig gefällt werden."

Zur Erinnerung: Für die Umladung des Restmülls zur Deponie Eiterköpfe bei Ochtendung, die Verwertung von Glas, Grüngut, Papier, Bauschutt und anderen Stoffen sowie für die Problemstoff-Annahme sorgt der Kreis bereits mit dem im Januar 1999 in Betrieb genommenen eigenen Abfallwirtschaftszentrum "Auf dem Scheid".

Den eigentlichen Bau der Reststoffdeponie mit MBA "Auf dem Scheid" hatte der Kreistag 1997 bewusst zurückgestellt, um das Risiko einer Fehlinvestition zu vermeiden und die weitere Entwicklung der abfallwirtschaftlichen Rahmenbedingungen abzuwarten. Dies galt vor allem für die Entwicklung der Abfallmengen und die Standards einer Vorbehandlung des Mülls nach den TASi-Vorgaben.

(Bereits am 10.11.2000 erschienen)



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 16.11.2000

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