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Medienzentrum bietet neues Unterrichtsmaterial gegen Rechts und Gewalt

Landrat Pföhler: "Pädagogisch niveauvolle Medien noch mehr nutzen" - Fachlehrer diskutierten im Kreishaus über bundesweit neuen Film

Schulen und Lehrer übernehmen eine zentrale Funktion, um junge Menschen gegen Gewaltbereitschaft, Intoleranz und Rechtsradikalismus zu stärken. Das sagte Landrat Dr. Jürgen Pföhler bei einer Lehrertagung in der Kreisverwaltung Ahrweiler, die sich mit neuen Unterrichtsmedien gegen Rechtsextremismus befasste.

Rund 30 Fachleiterinnen und Fachleiter für Geschichte und Sozialkunde aller Schularten im Kreisgebiet nutzen diese Infoveranstaltung, um den Einsatz von Filmen, Videos und Computersoftware im Unterricht zu diskutieren und neue Produkte kennen zu lernen.

Eine Neuproduktion (Filmtitel: "Rechtsradikalismus - Motive und Erscheinungsformen") wurde im Ahrweiler Kreishaus uraufgeführt. Es handelte sich um den Rohschnitt eines Beitrags, der im nächsten Jahr in die deutschen Medienzentren und Schulen kommen soll. Autor Uwe Meyer-Burow, Dozent für Geschichtsdidaktik an der Uni Lüneburg, präsentierte das geplante Unterrichtswerk. Und Christa Stühmer vom Hamburger Institut für Weltkunde lobte die anschließenden Anregungen der Lehrer aus dem AW-Kreis als "so wertvoll für uns, dass wir den Film mit der Fülle neuer Gedanken noch einmal überarbeiten werden".

Landrat Pföhler rief die Lehrer dazu auf, das "umfassende und pädagogisch niveauvolle Angebot" des Medienzentrums in der Kreisverwaltung für den Schulunterricht noch besser zu nutzen. Derzeit stünden mehr als einhundert Film- und Bilddokumente alleine zum Themenfeld "Drittes Reich" zur Verfügung.

Pföhler: "Unsere Kinder und Jugendlichen müssen den Nationalsozialismus und rassistische Ideologien begreifen lernen, sich mit historischen Quellen befassen und in der Diskussion zu einer eigenen fundierten Meinung gelangen." Gerade Ignoranz, mangelnde Orientierung und fehlende Kenntnisse kennzeichneten viele Gewalttäter aus der rechten Szene. "Ohne Wissen und selbstbewussten Standpunkt können manche Jugendliche eine leichte Beute radikaler Personen und Gruppen werden", warnte Pföhler.

In diesem Zusammenhang erinnerte Pföhler nochmals an den "Mainzer Appell", der gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz aufruft. Die Unterschriftenliste zu diesem Appell liege im Foyer der Kreisverwaltung aus. Außerdem habe die Kreisverwaltung den Mainzer Appell gleich auf der Startseite ihres Internet-Angebotes eingestellt ( www.kreis.aw-online.de) .

Der Leiter des Kreis-Medienzentrums, Dietrich Reuter, sprach exemplarisch über den Film "Auf Wiedersehen Kinder" von Louis Malle. Neben Dokumentarmaterial über das Dritte Reich könnten alle Lehrer auch Spielfilme kostenlos ausleihen - etwa "Schindlers Liste", "Die Welle", "Die Bertinis" sowie andere aus Kino und TV bekannte und prämierte Streifen. Das rund 80.000 Fotos, Dias, Filme, Videos und Software umfassende Medienarchiv in der Kreisverwaltung bezeichnete Reuter auch als "empfehlenswerten Beitrag, dass Kinder und Jugendliche in der Schule lernen, mit dem heutigen Medienkonsum bewusst umzugehen."

Lehrer, Jugendarbeiter, Vereinsbetreuer, Privatpersonen und andere Besucher des Kreis-Medienzentrums finden die Informationen blitzschnell über einen elektronischen Katalog im Kreishaus. Per Schlagwort läßt sich der gesamte Bestand zu einem Thema ausfindig machen - von Wasserqualität bis zum Wetter, von Physik und Biologie bis zu Märchenfilmen. - Die Öffnungszeiten des Medienzentrums in der Kreisverwaltung Ahrweiler (Wilhelmstraße 24-30): montags bis mittwochs von 13 bis 16 Uhr, donnerstags von 13 bis 18 Uhr, Ruf 02641/975-327, E-Mail: info@kreis-ahrweiler.de.

 

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel erhalten Sie ein Foto. Bildunterzeile: Über neue Medien für den Schulunterricht sprachen Christa Stühmer (v.l.), Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Dietrich Reuter und Uwe Meyer-Burow.



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 18.01.2001

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