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"Schulpsychologische Beratungsstelle in Kreisstadt erhalten"

Landrat Pföhler fordert Klarheit von Bildungsminister Zöllner - Hilfe für unaufmerksame, überaktive oder hochbegabte Kinder

Ist die Beratungsstelle des Schulpsychologischen Dienstes in Bad Neuenahr-Ahrweiler gefährdet? Landrat Dr. Jürgen Pföhler hat den rheinland-pfälzischen Bildungsminister Prof. Dr. Jürgen Zöllner jetzt schriftlich um Klarheit gebeten und ihn aufgefordert, diese Einrichtung in der Kreisstadt zu erhalten.

Pföhler hält die Beratungsstelle, die überwiegend von Eltern mit Grundschulkindern aufgesucht wird, für "unverzichtbar". Hintergrund des Pföhler-Briefes an den Mainzer Minister ist eine Veröffentlichung in der Zeitschrift der "Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft" (GEW) zur Neuorganisation des Schulpsychologischen Dienstes in Rheinland-Pfalz. Demnach soll die Zahl der Beratungsstellen von landesweit bisher 36 reduziert werden, und zwar auf zwölf mit fünf Außenstellen.

In diese Entscheidungsprozesse sei der Kreis Ahrweiler nicht eingebunden, kritisiert der Landrat gegenüber dem Bildungsminister. Zudem richteten sich Anfragen von besorgten Eltern an ihn, dass die Stelle in der Kreisstadt von einer Schließung betroffen sein könnte, betont Pföhler.

Der Landrat: "Es macht keinen Sinn, die schulpsychologische Versorgung von zentralen Orten aus erledigen zu wollen, um damit Mietkosten einzusparen, und dafür andererseits erhebliche Kosten für Arbeits- und Fahrzeiten zu produzieren." Auf diese Weise seien die Schulpsychologen und -psychologinnen "dazu verurteilt, wesentliche Teile ihrer Arbeitszeit unterwegs zu verbringen".

Auch die offenbar geplanten inhaltlichen Veränderungen in der Arbeit der schulpsychologischen Beratungsstellen sind nach Ansicht Dr. Pföhlers "wenig sachgerecht und machen eine Arbeit an der Basis fast unmöglich". Die ständig steigenden Probleme an den Schulen würden damit ignoriert.

Die Mitarbeiter der Beratungsstelle führen Gespräche mit Eltern, Lehrern und Kindern. Die Beratungsintensität steige, weil die Probleme der Kinder "komplexer und schwieriger geworden" seien, heißt es aus der Beratungsstelle. Konkrete Fälle betreffen unaufmerksame und überaktive Kinder, die Prävention von Schwächen beim Lesen, Schreiben und Rechnen oder die Förderung hochbegabter Kinder. Thematische Schwerpunkte und Fortbildungsangebote für Lehrer liegen derzeit unter anderem auf der Förderung lese- und rechtschreibschwacher Kinder, der Suchtvorbeugung sowie auf dem Problemfeld Gewalt und Mobbing.

Mehr als die Hälfte der Kinder, die von der Beratungsstelle betreut werden, kommen aus der Grundschule (54 Prozent, Zahlen von 1999), gefolgt von Gymnasien (17 Prozent), Realschulen (zwölf Prozent), Hauptschulen (elf Prozent), Kindergärten (vier Prozent) sowie Regional- und Sonderschulen mit je einem Prozent.



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 25.01.2001

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