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Wer auf Dünger und Herbizide verzichtet, wird belohnt

Fördergelder für Umwelt schonende Landwirtschaft - Neu: Weinbergsbrachen für sonnenhungrige Tiere und Pflanzen - Bis 2. März beantragen

Bewirtschafter von Wiesen, Weiden, Obstwiesen und Ackerrandstreifen, die ihre Flächen ohne Einsatz von Dünger und Herbiziden bearbeiten, können bis zum 2. März 2001 Mittel aus dem Förderprogramm Umweltschonende Landbewirtschaftung (FUL) beantragen. Neu ist der Programmteil 14 für die Pflege ausgewählter, brach gefallener Rebflächen. Darauf weist die Kreisverwaltung Ahrweiler hin.

Im Grünland erhalten die Bewirtschafter bei der Verpflichtung, für mindestens fünf Jahre auf Düngung und Herbizide zu verzichten und erst ab Juni zu mähen oder zu beweiden, je Hektar eine Fördersumme von 400 Mark für Grünland (FUL 2) und 600 Mark beim Streuobst (FUL 3).

Für das Obstwiesenprogramm müssen mindestens 15 Bäume je Hektar mit einer Stammhöhe von mindestens 1,60 Metern stehen. Auch die Neuanlage von Obstwiesen, beispielsweise auf jetzigen Acker- und Wiesenflächen, wird zusätzlich belohnt, und zwar mit 60 Mark für jeden neu gepflanzten Baum.

FUL-Berater Andreas Weidner begutachtet die beantragten Parzellen. Nach ökologischen Kriterien werden die besten Flächen für die Förderung ausgewählt. Dazu zählen artenreiche, bunte Wiesen und Weiden sowie Streuobstbestände, deren Pflanzen und Tiere für die Zukunft erhalten werden sollen - beispielsweise wenig oder nicht gedüngte und ein bis zwei Mal gemähte oder beweidete Parzellen. Besonders artenreich und für die Förderung geeignet sind Flächen auf steinigen Böden, in Hanglagen oder Feuchtwiesen.

Nicht gefördert werden Hausgärten, Rasenflächen, Weihnachtsbaumkulturen, Intensiv- oder Spalierobstanlagen und bisher intensiv gedüngtes, gegülltes oder frisch angesähtes Grünland.

Im Programmteil 13 des FUL kann außerdem die zehnjährige ökologische Stilllegung von Ackerflächen mit einer Hektarprämie von 200 bis 600 Mark gefördert werden. Darunter wird die Begrünung der Fläche sowie die ganze oder teilweise Bewirtschaftung als Grünland nach den Richtlinien des FUL 2 verstanden. Gefördert werden wiederum feuchte, steinige und erosionsgefährdete Flächen sowie alle Flächen in Naturschutzgebieten, wo die Aufgabe der Ackernutzung sich positiv auf Boden und Grundwasser auswirkt.

Für ungedüngte und herbizidfreie Ackerrandstreifen von fünf bis zwölf Metern Breite werden Ausgleichszahlungen von 1.300 Mark je Hektar gewährt. Damit sollen Ackerkräuter und Insekten vor dem Aussterben bewahrt werden.

Neu aufgelegt wurde speziell für Steillagen-Weinbaugebiete wie das Ahrtal das Biotopsicherungsprogramm "Weinbergsbrachen". Gefördert wird die Offenhaltung von Weinbergsbrachen als Lebensraum für sonnenhungrige Pflanzen- und Tierarten wie Karthäusernelke, Segelfalter und Mauereidechse. Gelder fließen - sofern notwendig - bei Vertragsbeginn für Entbuschungsmaßnahmen mit 3.000 bis 5.000 Mark je Hektar (je nach Hangsteilheit). In den Folgejahren ist eine Mahd oder Beweidung bei Fördersätzen zwischen 500 und 1.400 Mark pro Hektar vorgeschrieben; die Wiederaufnahme von Weinbau ist während der Förderperiode nicht gestattet.

Anträge können bis 2. März bei der Kreisverwaltung eingereicht werden. Dabei wird eine Liste mit den beantragten Parzellen und deren Größe sowie möglichst eine Flurkartenmontage der Flächen im Maßstab 1:5.000 eingereicht. Weitere Infos und Anträge erhalten Interessierte bei der Kreisverwaltung Ahrweiler, Ruf 02641/975-380, E-Mail: info@aw-online, oder über FUL-Berater Andreas Weidner, Ruf 02643/7750 oder 0172/2124577, Fax 02643/901145.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 01.02.2001

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