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Landrat Pföhler nennt Scharpings Informationspolitik "katastrophal"

Bundeswehr: Widersprüche um Zukunft des MatAmtes aufgezeigt - Weitere Einschnitte befürchtet - Um die "Wertigkeit" des MatAmtes besorgt

Landrat Dr. Jürgen Pföhler nennt die Informationspolitik von Bundesverteidigungs-minister Rudolf Scharping zur Neuausrichtung des Bundeswehr "katastrophal". So könne man nicht mit den betroffenen Menschen und der Region umgehen. Pföhler fordert Scharping "dringend auf, endlich Klarheit über die Zukunft des Materialamtes des Heeres und des Rechenzentrums in Bad Neuenahr-Ahrweiler zu schaffen".

Pföhlers Argumentationslinie: Am Montag [29. Januar] habe Scharping über Internet und Intranet eine umfassende Standortliste für die Zeit nach der Neuausrichtung der Bundeswehr veröffentlicht. In dieser Fassung - der für Dr. Pföhler bislang einzigen offiziellen und vom Verteidigungsministerium autorisierten - seien die Standorte "Grafschaft" und "Bad Neuenahr-Ahrweiler" als "verbleibende Standorte" genannt und nicht unter der Kennzeichnung "Standortverkleinerung" aufgeführt. Landrat Pföhler: "Nach dieser offiziellen Version wird das Materialamt in der Kreisstadt also nicht verkleinert."

Wenige Stunden später sei dann aus anderen Quellen zu erfahren gewesen, dass das MatAmt nun doch um rund 200 Stellen von 1.050 auf später 850 reduziert werden und das neue Logistikzentrum nach Wilhelmshaven kommen solle. Landrat Pföhler: "Für dieses Verwirrspiel trägt Bundesverteidigungsminister Scharping die Verantwortung. Wenn ein herausragend wichtiges Dokument eines Ministers die Halbwertzeit von wenigen Stunden aufweist, dann ist das ein Armutszeugnis und ein Schlag gegen jegliche Glaubwürdigkeit und Planbarkeit."

Dr. Pföhler "befürchtet, dass es nicht bei den bisher in Rede stehenden Einschnitten bleibt." Ein weiterer Anlass für seine Skepsis sieht der Ahrweiler Landrat in Äußerungen aus der Mainzer Staatskanzlei, wonach über die Zukunft des Rechenzentrums der Bundeswehr, das ebenfalls in der Ahrtalkaserne untergebracht ist, "noch nichts entschieden" sei. Dr. Pföhler: "Im Klartext kann das bedeuten, dass neben den besagten 200 Dienstposten weitere mehr als 100 Stellen des Rechenzentrums wegfallen können." Im krassen Gegensatz dazu aber stehe nach wie vor die offizielle Scharping-Liste, wonach der Standort Bad Neuenahr-Ahrweiler nicht reduziert werde.

Im gleichen Atemzug appelliert Landrat Pföhler an den rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck, diese Widersprüche in den kommenden Abstimmungsgesprächen mit dem Bundesverteidigungsminister aus der Welt zu schaffen und die Interessen des nördlichen Landesteiles zu vertreten. Beck müsse sich "mit allem Nachdruck für die langfristige Bestandssicherung des Materialamtes und des Rechenzentrums einsetzen", bittet Pföhler den Landes-Chef um Unterstützung.

Dazu zähle auch eine klare Festlegung zur Wertigkeit des MatAmtes. Pföhlers Fragen dazu: "Warum sagt der Verteidigungsminister nicht konkret, was in Bad Neuenahr-Ahrweiler bleiben soll? Was wird aus dem MatAmt, wenn das Logistikzentrum nach Wilhelmshaven geht? Was wäre der Bundeswehrstandort Bad Neuenahr-Ahrweiler ohne Rechenzentrum?"

(Bereits am 30.01. erschienen)


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 01.02.2001

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