BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Sanfter Tourismus auf den Spuren der Vergangenheit

"Historische Stra├če" in drei Routen gegliedert - Biotope bewahren, Bewusstsein f├╝r Kultur und Natur f├Ârdern - Brosch├╝re liegt kostenlos aus

Der "K├Âhler- und Loheweg", der zwischen Ramersbach und Schalkenbach f├╝r jede Wanderslust wahlweise ├╝ber zwei Etappen zwischen zw├Âlf und 18 Kilometern verl├Ąuft, wurde im vergangenen Jahr eingeweiht. Jetzt hei├čt es "Frisch auf" f├╝r zwei neue Teilabschnitte der "Historischen Stra├če": den "Eisenweg" und den "Wacholderweg".

Was verbirgt sich hinter der "Historischen Stra├če"? Umfassende Antworten auf diese Frage gibt eine Brosch├╝re, die kostenlos an zahlreichen Stellen im Kreis Ahrweiler ausliegt. Die "Historischen Stra├če" - dies ist ein Projekt der Landespflege, das die Kreisverwaltung Ahrweiler ins Leben gerufen hat. Das Ziel: bestehende Biotope bewahren sowie das Bewusstsein der Menschen f├╝r Kultur und Natur f├Ârdern, um auf diese Weise auch Impulse f├╝r k├╝nftige Projekte dieser Art zu geben. Auf den als Tagestouren konzipierten Routen befinden sich Gasth├Âfe, die zu Rast und Einkehr einladen.

Zu haben ist das kostenlose, 56 Seiten umfassende B├╝chlein mit gr├╝ner Titelseite bei der Kreisverwaltung Ahrweiler, den Verbandsgemeindeverwaltungen Altenahr und Brohltal, der Stadtverwaltung Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie dem Touristik-Service in Bad Neuenahr.

"Die Idee dieser neuen thematischen Wanderwege ist vor allem deshalb so wertvoll, weil sie Naturschutz und Landespflege durch einen sanften Tourismus vermittelt", betonte Landrat Dr. J├╝rgen Pf├Âhler. An den einzelnen Routen seien Schautafeln aufgestellt, die Wissenwertes ├╝ber fr├╝here Bodennutzungen und heutige Biotope aufzeigten. Pf├Âhler: "Hier vereinen sich innovativer Tourismus und aktive Aufkl├Ąrung ├╝ber Landespflege und Landschaftsschutz."

So schr├Ąnkte der Zahn der Zeit viele Biotope, die an historische Bodennutzungen gekn├╝pft waren, in ihrem Bestand ein. Wesentlicher Grund: Fl├Ąchen fielen brach oder wurden umgewandelt, weil die Menschen urspr├╝ngliche Wirtschaftsformen wie K├Âhlerei, Lohe- und Schiffelwirtschaft aufgaben. Dies wirkte sich auch auf die Tier- und Pflanzenwelt aus.

Die einzelnen Wanderwege wurde so konzipiert, dass die historischen Formen der Bodennutzung durch entsprechende Landespflege- und Entwicklungsma├čnahmen dargestellt und vor Ort durch Infotafeln vertieft werden. Die Wanderer finden somit die M├Âglichkeit f├╝r einen Ausflug in die Vergangenheit. Und: Sie k├Ânnen den heutigen Zusammenhang zwischen fr├╝herer Waldnutzung und ├ľkologie kennen lernen.

Die thematischen Wanderrouten verlaufen teilweise auf alten Handelswegen. So zum Beispiel auf der "Alten Linie", der fr├╝heren Hauptverkehrsachse zwischen Ahrweiler und Ramersbach, und auf dem "Vinxter Marktweg", den die Bev├Âlkerung aus Vinxt dazu nutzte, um ihre landwirtschafltichen Erzeugnisse zum Verkauf nach Ahrweiler zu transportieren.

Entlang der drei Wanderrouten befinden sich Fl├Ąchen und Stellen, die sich aufgrund fr├╝herer Bodennutzungen zu wertvollen Lebensr├Ąumen f├╝r Pflanzen und Tiere entwickelten. Beispiel: Da man Holz- und Braunkohle noch nicht kannte, benutzten die r├Âmischen Eisenschmelzer Holzkohle, die in Kohlenmeilern hergestellt wurde (zu entdecken am "K├Âhler- und Loheweg").

Die K├Âhlerei stellte eine in der Eifel h├Ąufige Waldnutzung dar. F├╝r die Herstellung von Holzkohle wurden immense Holzmengen ben├Âtigt. Folglich wurde nahezu der gesamte Eifelwald insbesondere im Mittelalter abgeholzt. Dort, wo der Wald wieder durchwachsen konnte und periodisch erneut f├╝r die K├Âhlerei genutzt wurde, entstanden ausgedehnte Niederw├Ąlder, die heute einen wertvollen Lebensraum f├╝r Pflanzen und Tiere bieten.

Solche Niederw├Ąlder wuchsen auch im Zuge der "Lohewirtschaft". Hierbei wurden Eichen etwa alle 15 Jahre gesch├Ąlt und die Rinde (Lohe) zum Gerben von Leder verwendet. Den Mittelpunkt des "K├Âhler- und Loheweges" (vier Routen zwischen zwei und 18 Kilometern L├Ąnge) markiert ein aus Ziegeln gemauerter Holzkohlenmeiler in Schalkenbach, der auch Bestandteil der Vinxtbachtalroute der Verbandsgemeinde Brohltal ist.

Zahlreiche kahl geschlagenen Waldfl├Ąchen wurden fr├╝her mit Schafen beweidet. Dort konnte sich der Wald nicht mehr regenerieren. So entstanden ausgedehnte Wacholderheiden. Einige davon existieren bis heute - unter anderem in der Gemeinde Heckenbach. Der "Wacholderweg" (zwei Wanderrouten ├╝ber elf und 14 Kilometer) vermittelt den Besuchern Entstehung, ├ľkologie und den R├╝ckgang von Wacholderheiden.

 

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel erhalten Sie vier Fotos zu den Themen: r├Âmische Eisenschmelze, Wacholderheide, Lohesch├Ąlen und Kohlenmeiler.











Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 05.04.2001

<< zurück