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Die gebündelte Wirtschaftskraft als Jobmaschine?

Landrat Dr. Pföhler zum "Tag der Arbeit" - Zwei Förderprogramme schufen 310 neue Stellen - Mittelstand und Branchenmix als Rückgrat

"Zuversicht und Optimismus zur derzeitigen Lage am Arbeitsmarkt und zu den wirtschaftlichen Daten im Kreis Ahrweiler" zeigt Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Dennoch seien "Wachsamkeit und gezielte strategische Planungen für die kommenden Jahre nötig". Anlass für diese Zwischenbilanz des Landrats: der 1. Mai, der Tag der Arbeit.

Die Arbeitslosigkeit stelle "nach wie vor eine zentrale Herausforderung für ganz Deutschland" dar, betont Dr. Pföhler. Zugleich schränkt er - "erfreulich für uns im Kreis Ahrweiler" - jedoch ein: Das Problem zeige sich auf Bundesebene besonders stark und dort vor allem in den neuen Ländern, "in Rheinland-Pfalz aber bereits weniger deutlich und bei uns noch geringer".

Die Arbeitslosenstatistik bestätigt diese Aussage: Die Arbeitslosenquoten betrugen im Dezember 2000 bundesweit 10,3 Prozent, in Rheinland-Pfalz 7,7 und im Kreis Ahrweiler 6,8 Prozent. Im Vergleich zu allen 36 rheinland-pfälzischen Landkreisen und kreisfreien Städte bedeutete dies für den AW-Kreis das siebtbeste Resultat.

Innerhalb des Kreisgebietes weisen die Zahlen für März 2001 auf regionale Unterschiede hin. Während der Arbeitsamtsbezirk Sinzig an der Rheinschiene mit 7,2 Prozent am stärksten betroffen war, lag die Quote im Bezirk Adenau bei 6,0 und im Bezirk Bad Neuenahr-Ahrweiler mit 4,9 Prozent sogar unter der Fünf-Prozent-Marke.

Was kann die Politik tun? Einen "starken und langfristigen Motor" des Standortes Kreis Ahrweiler erwartet Landrat Pföhler von der kreisweiten Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), die noch in diesem Jahr gegründet werden soll. Dr. Pföhler ist optimistisch. Seine Gründe: "Der Kreistag betrachtet die WFG als notwendig und hat sie befürwortet, und zwar einstimmig. Auch die Bürgermeister haben ihre grundsätzliche Zustimmung erklärt." Und: "Kreis und Kommunen sollten auch in der jetzt anstehenden entscheidenden Phase an einem Strang ziehen," fordert der Landrat "eine geschlossene Front".

Als gute Beispiele für eine gezielte Wirtschaftsförderung nennt Pföhler die neuen Gewerbegebiete in Remagen, Sinzig, am Nürburgring oder Brohltal-Ost, das jüngst gegründete Innovations- und Gründerzentrum Sinzig, den geplanten Technologiepark Grafschaft - oder die Förderprogramme für den Kreis Ahrweiler.

Alleine mit dem "Regionalprogramm Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler" und dem ergänzenden kreiseigenen "Zinszuschussprogramm Kreis Ahrweiler West" seien bis Ende des Vorjahres 310 Arbeitsplätze geschaffen worden. Hinter 142 einzelnen Bewilligungen für Finanzhilfen an Unternehmen verberge sich ein Bewilligungsvolumen von 26,2 Millionen Mark und ein Investitionsvolumen von 107,5 Millionen Mark.

Dabei setzt Landrat Pföhler noch erhebliche Hoffnungen auf die kommenden Jahre. Denn beide Programme laufen bis 2004. Das Programm "AW-West" zeige, dass solche Unternehmensförderungen "erst nach einigen Jahren richtig greifen und in Schwung kommen". Während im Gründungsjahr des Programms, 1996, noch gut 11.000 Mark an Fördergeldern für die Betriebe abflossen, stiegen diese Zahlen sprunghaft an: 98.000 Mark in 1998 und 230.000 Mark in 2000. Dr. Pföhler: "Im Mittelansatz des Kreishaushaltes 2001 haben wir 300.000 Mark eingeplant."

Und: Der Kreis Ahrweiler habe das AW-West-Programm nicht nur bis 2004 verlängert, sondern zugleich ein neues, eigenes Förderpaket für Fremdenverkehrsbetriebe aufgelegt. Dieses von ihm, Pföhler, eingebrachte Programm laufe bis 2006.

Ein Fazit für Pföhler: "In der heutigen Zeit der Globalisierung kann nur die Region mithalten, die ihre Kraft gebündelt am Markt einbringt. Die kreisweite Wirtschaftsförderungsgesellschaft muss daher zusammen mit den Kommunen möglichst bald gegründet werden. Dann haben wir einen eigenen Schrittmacher, der schnell und gezielt am Markt agieren kann." Das Aufgabenspektrum der WFG müsse von der Ansiedlung neuer High-Tech-Unternehmen bis zur Entwicklung moderner Marketingstrategien für regionale Produkte reichen. Zwar könne die neue WFG "keine automatische Jobmaschine werden", stellt Pföhler klar. "Aber ich erwarte ein modernes Instrument der effizienten Firmenakquise und des professionellen Marketings für unsern Kreis."

Das "traditionelle Rückgrat unserer Wirtschaft" stellt nach den Worten des Landrats "der gesunde Branchenmix" dar. Dr. Pföhler: "Die entscheidende Stütze unseres regionale Arbeitsmarktes sind und bleiben unsere mittelständischen Unternehmen." Kleinbetriebe und der Mittelstand seien in der Lage, flexibel auf Veränderungen am Markt zu reagieren.



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 26.04.2001

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