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Arp-Museum top, Straßenbau ein Flop?

Landrat Pföhler kritisiert Mainzer Koalitionsvereinbarung: "Wo bleiben unsere Ortsumgehungen?" - Pläne für Sinziger Innenstadt-Kreisel liegen längst vor

"Erfreuliche Klarheit beim Arp-Museum - erhebliche Defizite beim Straßenbau". Auf diese Kurzformel bringt Landrat Dr. Jürgen Pföhler die Koalitionsvereinbarungen von SPD und FDP in ihren Auswirkungen und Aussichten für den Kreis Ahrweiler.

"Der Bau des Arp-Museums in der Planung des Architekten Richard Meier wird auch in der zweiten Phase `Haus auf dem Berg´ von der Landesregierung vorangetrieben und unterstützt." Mit dieser Aussage in den Vereinbarungen der Mainzer SPD/FDP-Regierungskoalition für die 14. Wahlperiode des rheinland-pfälzischen Landtags sei der Neubau des Arp-Museum "jetzt politisch endgültig abgesichert", ist Pföhler zuversichtlich.

Anders dagegen beim Straßenbau. "Bei allen wichtigen Straßenbauprojekten im Kreis Ahrweiler lässt Mainz uns im Regen stehen", kritisiert Landrat Pföhler die Mainzer Koalitionäre. "Vorfahrt haben in erster Linie prestigeträchtige und teure Vorzeigeprojekte wie der Hochmoselübergang bei Zeltingen oder der sechsstreifige Ausbau des Mainzer Rings." Fazit für den Landrat: In den kommenden Jahren sei "erheblicher politischer Druck aus dem Kreis Ahrweiler nötig, damit wir im fernen Mainz entsprechendes Gehör für unsere Projekte finden."

Der Landrat: "Wo bleibt eine realistische Perspektiven für die Ortsumgehungen Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bad Bodendorf/Lohrsdorf und Altenahr? Soll es dort solche qualvollen Jahren des Wartens geben wie bei der Umgehung Hönningen?". Die Belastung der Anwohner an der Heerstraße in Bad Neuenahr sei "schon jetzt nicht mehr tragbar." Dabei liege der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau der Bundesstraße, der einer Genehmigung entspreche, längst vor. Was fehlt, sei die Freigabe der entsprechenden Finanzmittel, betonte Dr. Pföhler.

Die drei Ortsumgehungen Bad Neuenahr-Ahrweiler, Bad Bodendorf/Lohrsdorf und Altenahr seien bereits im Bundesverkehrswegeplan verankerte Projekte. Für den Ahrweiler Landrat ist es daher "nicht akzeptabel", dass diese Vorhaben mit keiner Silbe in den Koalitionsvereinbarungen des Landes erwähnt werden.

Und beim Lückenschluss der Eifelautobahn A 1 gebe es zwar öffentlichkeitswirksame Ankündigungen - der endgültige Bau mit dem Teilstück, das den Kreis Ahrweiler berühre, stehe aber nach wie vor in den Sternen.

Bei sämtlichen Bundesstraßenbauprojekten sieht Pföhler in erster Linie "das Land in der Pflicht". Grund: "Die Finanzmittel, die der Bund in Berlin zur Verfügung stellt, fließen immer nur im Einvernehmen mit Mainz. Das Land formuliert die Vorschläge und Wünsche. Und da bleiben wir im Kreis Ahrweiler völlig außen vor."

Die von der Landesregierung angekündigte "Mobilitätsoffensive" mit einem zusätzlichen Investitionsvolumen von einer Milliarde Mark für den Straßenbau bezeichnet Dr. Pföhler als eine Chance, das Verkehrsnetz vor allem im ländlichen Raum zu verbessern. Auch die geplante Gründung eines "Landesbetriebs Straßen und Verkehr" (LSV) könne die Planung und den Bau von Verkehrssystemen unter Umständen beschleunigen und damit die Standortqualität des Landes erhöhen. "Doch was nutzen all diese Ankündigungen, wenn konkrete und nötige Projekte unberücksichtigt bleiben?", fragt Pföhler in Richtung Landesregierung.

Ein weiteres konkretes Beispiel: der Knotenpunkt Sinziger Kreuz. Bei diesem Projekt geht es um den Bau eines Kreisels in der Sinziger Innenstadt, wo bislang eine Ampel für längere Wartezeiten aller Verkehrsteilnehmer sorgt. An der Kreuzung von Kölner Straße, die in die Barbarossastraße übergeht (beides Landesstraße 82), Wallstraße (Kreisstraße 44) sowie Mühlenbachstraße und Landskroner Straße (Gemeindestraßen der Stadt Sinzig) könnte nach den Worten Pföhlers ein "unkompliziertes und modernes Verkehrssystem in Form eines Kreisels" entstehen, wenn die finanziellen Zusagen aus Mainz endlich kämen.

Die Pläne für diesen Sinziger Innenstadt-Kreisel liegen fertig in der Schublade. Bereits im Jahr 2000 hatte der Kreis Ahrweiler 135.000 Mark für seinen Anteil, die Anbindung der K 44, im Haushalt bereit gestellt. Landrat Pföhler: "Es kann nicht angehen, dass der Kreis Ahrweiler seine Hausaufgaben macht und Geld einkalkuliert, während Mainz nicht in der Lage ist, diese Baumaßnahme im vorgesehenen zeitlichen Rahmen in die Tat umzusetzen."

(Bereits am 16.05. erschienen)



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 17.05.2001

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