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Pflegeplan für Rodder Maar liegt vor

Pflanzen- und Tierarten ausführlich erfasst - Rinderbeweidung ermöglicht Artenvielfalt - Viel Zustimmung, wenige Einwände

Die Renaturierung des Rodder Maares verläuft erfolgreich. Die Vielfalt an Pflanzen und Tieren sowie die ökologische Bedeutung des Gewässers haben sich weiter erhöht, zahlreiche seltene Arten der Roten Listen angesiedelt.

Dies ist das Ergebnis eines Pflege- und Entwicklungsplans, den die Kreisverwaltung Ahrweiler als Projektträger für das Rodder Maar erstellen ließ. Die Grundlage dieses Plans bildet eine ausführliche Erfassung der vorkommenden Pflanzen- und Tierarten, die in der Vegetationsperiode 2000 vorgenommen wurde.

So erfüllt das Rodder Maar eine wichtige Funktion als Rastplatz für durchziehende Vogelarten wie beispielsweise Flußuferläufer, Tafel-, Löffel- und Reiherente, Flussregenpfeifer und Bekassine. Der in Rheinland Pfalz seltene Zwergtaucher zeigt sich als regelmäßiger Brutvogel am Rodder Maar.

An Fledermausarten wurden die Zwergfledermaus, der Große Abendsegler und die Wasserfledermaus nachgewiesen. Weitere an Feuchtland gebundene Tierarten wie Libellen und Amphibien haben nach Angaben der Kreisverwaltung einen optimalen Lebensraum gefunden. In den trockenen Bereichen weitab vom Wasser, wo sich aufgrund der extensiven Rinderbeweidung Magergrünland gebildet hat, kommen seltene Heuschreckenarten wie die Säbeldornschrecke vor.

Diese Artenvielfalt wird durch zwei Faktoren ermöglicht: erstens vom Gewässer und seiner Umgebung, zweitens - und entscheidend - durch die Offenhaltung des Geländes durch Rinderbeweidung. Ohne eine solche Bewirtschaftung sei die typische Eifellandschaft und damit auch das Rodder Maar langfristig nicht zu erhalten, heißt es aus der Kreisverwaltung weiter. Naturschützer und Besucher seien erfreut von dieser Art der Naturpflege.

Einwände hingegen werden nur selten vorgebracht. Einige Bürger machen sich offenbar Sorgen um die Gewässerufer oder befürchten, dass die Rinder die Gelege von Bodenbrütern zertreten. Diese Bedenken seien aber unbegründet, betont die Kreisverwaltung. Gerade die urtümlichen Robustrinderrassen, wie am Rodder Maar die Glanrinder, seien beim Tritt vorsichtig. Außerdem schützten die Bodenbrüter ihre Gelege durch Ablenkungsmanöver, etwa durch plötzliches Auffliegen.

Der Vertritt der Gewässerufer sei sogar erwünscht. Im durch Viehtritt offen gehaltenen weichen Boden fänden verschiedene Vogelarten Nahrung, da sie im Morast nach Kleintieren stochern könnten. Außerdem hätten sich an den zertretenen offenen Bodenstellen seltene Pionierpflanzen wie Moorborstenbinse und Portulak angesiedelt. Der schmale, durchs Vieh offen gehaltene Streifen entlang der Wasserlinie sei botanisch einer der wertvollsten Bereiche am Maar. Insgesamt sei die Rinderbeweidung notwendig, um die ökologische Vielfalt am Rodder Maar zu erhalten.

Die Qualität des Wassers sei als normal einzustufen. Die Gehalte an Inhaltsstoffen lägen unter den Grenzwerten, die die Trinkwasserverordnung vorgebe. Der etwas höhere Eisengehalt sei nicht problematisch und bedinge allenfalls einen metallischen Geschmack des Wassers. Die bräunliche Wasserfärbung habe ebenfalls keinen Negativeinfluss auf die Gewässergüte. Die gute Wasserqualität des Rodder Maars zeige sich auch daran, dass sich Amphibien, Libellen, Kleinkrebse und andere Wasserorganismen im Wasser gut vermehren.

Damit der ökologische Wert des Rodder Maares auf Dauer erhalten bleibt, möchte die Kreisverwaltung den Pflege- und Entwicklungplan in Zusammenarbeit mit dem Mainzer Ministerium für Umwelt und Forsten, der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz, der Verbandsgemeinde Brohltal und der Ortsgemeinde Niederdürenbach in den nächsten Jahren konsequent umsetzen.



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 19.07.2001

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