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Der jährliche Millionen-Deal für den Naturschutz

Korksammlung im AW-Land: Aus alten Weinpfropfen werden neue Dämmstoffe - Zwei Millionen Einzelkorken im Jahr - AWB sucht weitere Sammelstellen

Ein zehn Kubikmeter Fracht fassender Lkw fuhr in diesen Tagen aus dem Kreis Ahrweiler ins badische Kehl. Die Ladung bestand aus einer Million Korken. Diese gebrauchten Flaschenstöpsel wären vor einigen Jahren noch in der Mülltonne gelandet, gäbe es im AW-Kreis nicht die Korksammlung.

Diese Aktion, die 1993 begann, hat sich zum Millionen-Deal entwickelt. Bürger und Gastronomen, Winzer und Weinhändler aus dem AW-Kreis sammeln pro Jahr etwa 20 Kubikmeter, also zwei Millionen Korken. "Abfallvermeidung und Wiederverwertung funktionieren nur mit den Bürgerinnen und Bürgern", betont Landrat Dr. Jürgen Pföhler. Und das laufe im Kreis Ahrweiler "ausgezeichnet".

Der Lastwagen brachte das Material nach Kehl-Kork, wo es wieder verwertet wird. Kork ist ein Naturprodukt. In der Behindertenwerkstatt des dortigen Epilepsiezentrums entsteht aus alten Wein- und Sektkorken ein hochwertiges und umweltfreundliches Dämmmaterial für den Hausbau. Diese Aktion bietet behinderten Menschen Arbeit und schont die natürlichen Kork-Bestände.

Die Kreisverwaltung Ahrweiler rief die Aktion 1993 gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ins Leben. "Damals waren stolz auf ein bis zwei Kubikmeter gesammelter Korken im Jahr", erinnert sich Abfallberater Volkmar Hintze vom Abfallwirtschaftsbetrieb Kreis Ahrweiler (AWB). Ein Kubikmeter, das entspricht etwa 100.000 einzelner Pfropfen.

Kreisweit nehmen derzeit rund 40 Sammelstellen die Korken an. Der Abfallratgeber, der allen Haushalten zugeschickt wurde, listet diese Annahmestellen auf. Der Weg zu diesen Sammelpunkten ist für Bürger und Betriebe einfach. Denn die leichtgewichtigen Korken lassen sich daheim oder in den Hotels und Gaststätten in Tüten oder kleinen Kartons horten, um sie von Zeit zu Zeit zu den Zwischenstellen zu bringen.

"Wir möchten das Netz der Sammelstellen erweitern und suchen ständig neue Helfer," appelliert Volkmar Hintze an die Öffentlichkeit. Und auch diese Tätigkeit sei unkompliziert und unaufwendig: Ein Korb oder größerer Karton erfülle diese Funktion. Ist der Behälter voll, sorgt der AWB bei den Zwischensammlern in den Dörfern und Städten dafür, dass die wertvolle Kleinfracht abgeholt wird und als neues Millionen-Ding nach Kehl-Kork gelangt.

Info: Abfallwirtschaftsbetrieb in der Kreisverwaltung Ahrweiler, Ruf 02641/975-222, E-Mail: awb@kreis-ahrweiler.de .



Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 26.07.2001

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