BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

"Prominentester neugotischer Sakralbau am Rhein"

Ausstellung ├╝ber die Sanierung der Apollinaris-Kirche im Kreishaus zu sehen

Nach 15 Jahren Sicherungs- und Restaurierungsarbeiten kann nun schon einmal Bilanz gezogen werden: Landrat Dr. Pf├Âhler er├Âffnete k├╝rzlich eine Ausstellung ├╝ber die Sanierung der Apollinaris-Kirche Remagen, die im Foyer der Kreisverwaltung zu sehen ist. Fotos, Texte, Zeichnungen sowie Steinst├╝cke und Holzteile dokumentieren die Restaurierungsma├čnahmen eindrucksvoll.

"Die Apollinaris-Kirche geh├Ârt zu den herausragendsten kulturhistorischen Bauwerken unseres Landkreises", so der Landrat. "Es freut mich sehr, dass wir trotz unserer angespannten Haushaltslage zum Erhalt dieses Kulturdenkmals beitragen konnten." Der Landkreis hatte die Sanierung ├╝ber die Jahre mit mehreren Zusch├╝ssen von insgesamt 600.000 Mark unterst├╝tzt. Weiter hatten sich auch das Land Rheinland-Pfalz mit 2,5 Mio. Mark, die Bundesrepublik Deutschland, das Bistum Trier, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Stadt Remagen an den Gesamtkosten in H├Âhe von 7,9 Mio. Mark beteiligt.

Die nach den Pl├Ąnen des K├Âlner Dombaumeisters Zwirner erbaute Apollinaris-Kirche entstand in den Jahren 1839-1843 in enger Anlehnung an den K├Âlner Dom. Die Restaurierung des nunmehr ├╝ber 150 Jahre alten Geb├Ąudes war dringend erforderlich. Der bildhauerische Zierrat der Fassaden und T├╝rme wies bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts starke Sch├Ąden auf. Inzwischen war auch der Au├čenbau derart besch├Ądigt, dass ein umfangreiches Instandsetzungsprogramm des ├äu├čeren und Inneren notwendig wurde.

Planung und Bauleitung lag in der Verantwortung des Architekturb├╝ros Karl Josef Ernst aus Z├╝lpich. Die denkmalpflegerische Betreuung erfolgte durch das Landesamt f├╝r Denkmalpflege, vertreten durch Dr.-Ing. Paul-Georg Custodis. 1986 begann der erste Bauabschnitt, die Sicherung der Choranlage. Seitdem wurden eine Vielzahl von Sicherungs-, Sanierungs- und Reinigungsarbeiten an Dach, Au├čenmauern und im Kircheninneren durchgef├╝hrt. Aufgrund eines statischen Gutachtens (zust├Ąndiger Statiker war Dipl.-Ing. Krings aus R├Âsrath) musste au├čerdem der s├╝dwestliche Flankierungsturm mittels Verankerungen gesichert werden.

Mit besonderer Sorgfalt gingen die Restauratoren bei der Sicherung und Erg├Ąnzung der Heiligenfiguren an der Apsis und der Westfassade vor. Im Vordergrund stand, die Original-Substanz weitestgehend zu erhalten. Die Steinmetzarbeiten hatte die Firma Karl G├╝nther Eich aus K├Âln ├╝bernommen.

Auch der im Inneren der Kirche angebrachten Wandmalereien nahmen sich die Restauratoren an. Mitglieder der "D├╝sseldorfer Malerschule" malten die Kirche in den Jahren 1843-1853 mit Darstellungen aus dem Leben Christi, der Gottesmutter Maria und des Hl. Apollinaris aus. Im Rahmen eines bundesweiten Forschungsprogrammes des Bundesministeriums f├╝r Forschung und Technologie wurden jetzt diese Wandmalereien hinsichtlich Maltechnik und fr├╝heren Restaurationen untersucht und dann durch Hans Michael Hangleiter aus Otzberg konserviert.

In diesem Jahr wurde die Krypta restauratorisch untersucht und farblich neu gefasst. Dabei konnte eine sehr differenzierte Dekoration mit B├Ąnderungen und Ornamenten in rot, blau und gold freigelegt werden.

"Die Apollinaris-Kirche ist wohl der prominenteste neugotische Sakralbau am Rhein", urteilt Dr.-Ing. Paul-Georg Custodis vom Landesamt f├╝r Denkmalpflege, der an der Sanierung beteiligt war. Besonders erw├Ąhnenswert: Der Auftrag f├╝r die Sanierung der Kanzel ging an einen Holzbildhauer aus dem AW-Kreis, Rudolf Schneider aus Altenahr-Kreuzberg.

Die Ausstellung ist allen Interessierten bis zum 28. September w├Ąhrend der ├╝blichen ├ľffnungszeiten der Kreisverwaltung (Montag bis Mittwoch und Freitag 7.30 Uhr bis 12.00 Uhr, Donnerstag 7.30 Uhr bis 18.00 Uhr) zug├Ąnglich.

(Bereits am 03.09.2001 erschienen)



Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 07.09.2001

<< zurück