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Kreis erhebt Widerspruch gegen sämtliche Gebietsvorschläge

Landrat kritisiert: "Bisher keine detaillierten und vollständigen Unterlagen zum Vogelschutz erhalten"

Widerspruch gegen sämtliche Gebietsvorschläge zur Ausweisung von Vogelschutzgebieten im Kreis Ahrweiler hat die Kreisverwaltung gegenüber dem Mainzer Umweltministerium erhoben. Als Frist für die Stellungnahme der Landkreise hatte das Ministerium den 15. September gesetzt.

Im entsprechenden Schreiben nach Mainz betont Landrat Dr. Jürgen Pföhler, dass die Kreisverwaltung entgegen ausdrücklicher Zusagen des Landesamtes für Umwelt und Gewerbeaufsicht bisher keine detaillierten und vollständigen Unterlagen erhalten habe, die als Basis für die Erstellung der Gebietsvorschläge im AW-Kreis herangezogen wurden.

Dr. Pföhler: "Eine fachlich kompetente Überprüfung der vorgeschlagenen Gebiete und - mit Blick auf die knapp bemessene Frist zur Stellungnahme - die umfassende Beteiligung der Kommunen und anderer Betroffener ist bislang deshalb nicht abschließend möglich."

Dr. Pföhler stellt klar: "Ohne nachvollziehbare und wissenschaftlich belegte Fakten lehnen wir den vorliegenden Entwurf insgesamt ab." Der Landrat bittet das Umweltministerium "eindringlich, uns unverzüglich sämtliche Ihnen für unseren Kreis vorliegenden Unterlagen zur Verfügung zu stellen, die zu den Gebietsvorschlägen geführt haben." Der Kreistag werde sich in einer Sondersitzung am 21. September mit dem Thema Vogelschutzrichtlinie befassen, heißt es in dem Widerspruchsschreiben aus dem Kreishaus.

Nach dem Vorschlag des Umweltministeriums sollen zwei Drittel der Fläche des AW-Kreises nach der EU-Vogelschutzrichtlinie großräumig zum Schutzgebiet ausgewiesen werden. Dies entspreche 65 Prozent der Kreisfläche. Landesweit seien es nur 15 Prozent, hatte Pföhler bereits mehrfach moniert. Betroffen seien das gesamte westliche Kreisgebiet, große Teile der Kreisstadt, über die Hälfte aller Weinanbauflächen sowie das Mündungsgebiet der Ahr. Damit werde der AW-Kreis "einseitig und weit über Gebühr belastet". Wenn diese Pläne des Umweltministeriums Realität würden, sei die wirtschaftliche Zukunft des Kreises stark gefährdet, befürchtet der Landrat.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 17.09.2001

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