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Für den Ernstfall geprobt - inszenierter Unfall im Ditschhardt-Tunnel

Einsatzübung des Landkreises forderte Feuerwehr und Rettungsdienst

Rund 100 Helferinnen und Helfer der Feuerwehren und des Deutschen Roten Kreuzes probten bei einer Einsatzübung im Ditschhardt-Tunnel der Umgehungsstraße Altenahr das Zusammenwirken im Ernstfall.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler äußerte sich anerkennend über den Einsatz und sprach allen Teilnehmern seinen Dank aus. "Die sich in der letzten Zeit häufenden Ereignisse und tragischen Unfälle in Straßentunnels haben uns gezeigt, wie wichtig auch bei solchen Vorfällen ein funktionierendes Rettungs- und Katastrophenschutz-System ist", erklärte Pföhler. Es sei ein beruhigendes Gefühl, solche gut ausgebildeten Einsatzkräfte zu haben, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen und sich vorbildlich zum Schutz unserer Bürgerinnen und Bürger einsetzen.

Die Zusammenarbeit aller Beteiligten klappte sehr gut und es konnten wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall gewonnen werden. Mit insgesamt etwa 20 Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen waren die Freiwilligen Feuerwehren Altenahr, Ahrbrück und Bad Neuenahr-Ahrweiler, die Löschgruppen Kreuzberg, Brück und Vettelhoven sowie die Rettungskräfte des Deutschen Roten Kreuzes im Landkreis Ahrweiler gut eineinhalb Stunden im Einsatz, um die angenommene Schadenslage zu bewältigen. Auch die Straßenmeisterei Adenau und Polizeikräfte waren beteiligt.

Die Übung ging von folgender Lage aus: "Ein Lastkraftwagen fährt aus Richtung Kalenborn auf der B 257 im Ditschhardt-Tunnel. Infolge überhöhter Geschwindigkeit kommt der LKW im Kurvenbereich des Tunnels ins Schleudern. Durch den Bremsvorgang gerät das Fahrzeug auf die entgegenkommende Spur und kollidiert mit einem mit acht Personen besetzten Kleinbus. Es kommt zu einem Brand, der Tunnel ist verqualmt. Ob sich noch andere Fahrzeuge im Tunnel befinden, ist zum Unfallzeitpunkt nicht feststellbar.

Ein nachfolgender PKW-Fahrer verständigt mit seinem Handy über den Notruf die Polizei. Die Polizeiinspektion Adenau alarmiert sofort die Feuerwehr Altenahr und die Rettungsleitstelle Mayen."

Unter erschwerten Bedingungen wie Dunkelheit - die Beleuchtung der Tunnelröhre war abgeschaltet - totaler Verrauchung und Hitzeentwicklung durch einen Fahrzeugbrand mussten die Verletzten geborgen und versorgt werden. Die Einsatzkräfte mussten aus großer Entfernung eine Wasserführung aufbauen. Insgesamt waren alle Beteiligten psychisch und physisch stark gefordert.

Die Einsatzleitung oblag zunächst Dieter Sebastian, dem Wehrleiter der Verbandsgemeinde Altenahr. Später leitete dann Kreisfeuerwehrinspekteur Rudi Mönch den Einsatz. Mit eingebunden waren auch sein Stellvertreter Udo Schumacher, der Altenahrer Wehrführer Berthold Krupp, DRK-Kreisbereitschaftsführer Marco Schlicht und der Rotkreuzbeauftragte Heinz Ziemei.

Die Einsatzübung "Ditschhardt" demonstrierte insbesondere, dass die beim Bau des Tunnels erhobenen zusätzlichen Anforderungen an die Tunnelausstattung sowie an die Ausbildung und die technischen Geräte der Feuerwehr ihre Berechtigung haben. Tunnelanlagen müssen besondere Anforderungen an die Verkehrs- und Betriebssicherheit erfüllen. Die Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunnels enthalten hierzu Grundsätze, Hinweise und Kriterien.

Seinerzeit konnte beim Bau des Ditschhardt-Tunnels nicht allen zusätzlichen Forderungen der örtlichen Behörden und der Feuerwehr nachgekommen werden. Im einzelnen wurde gefordert, die Fluchtwege auffällig zu kennzeichnen, eine ausreichende Löschwassereinrichtung mit Druckwasserleitung und Wasserentnahmestellen zu verlegen und die technische Ausstattung der Feuerwehren zu verbessern. Inzwischen haben die zuständigen Ministerien schriftlich zugesagt, die erhobenen Forderungen zu erfüllen.

(Bereits am 17.10.2001 erschienen)



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 22.10.2001

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