BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Landrat bezeichnet Äußerungen des Umweltministeriums als "irreführend"

Vogelschutz: Keine eigenen Beobachtungen von staatlichen Experten - Seit 1995 keine wissenschaftliche Untersuchung mehr

"Irreführend" nennt Landrat Dr. Jürgen Pföhler die jüngsten Äußerungen aus dem Mainzer Umweltminsterium, wonach die Datenerhebung für die Vogelschutzgebiete im Kreis Ahrweiler von staatlichen Behörden und Universitäts-Experten vorgenommen worden sein sollen.

Tatsache ist nach den Worten des Landrats hingegen, "dass die öffentlichen und amtlichen Stellen in den letzten Jahren selbst keine eigenen Beobachtungen im Kreis Ahrweiler vorgenommen haben." Das gehe klar aus den mittlerweile aus Mainz zur Einsicht vorgelegten Unterlagen hervor.

Dr. Pföhler: "Es mag sein, dass die staatlichen Behörden gemeinsam mit Universitäts-Experten in anderen Kreisen des Landes wissenschaftliche Erhebungen vorgenommen haben." Die Gebietsvorschläge des Landes für den Kreis Ahrweiler dagegen stützten sich ganz überwiegend auf Meldungen von ehrenamtlichen Mitgliedern der Umweltverbände, auf Schätzungen, ornithologische Zufallsbeobachtungen und Hochrechnungen, stellt Dr. Pföhler eine anderslautende Darstellung des Umweltministerium klar.

Das Mainzer Umweltministerium erwecke gegenüber der Öffentlichkeit den Eindruck, Fachleute des Landesamtes für Umweltschutz und Gewerbeaufsicht, der staatlichen Vogelschutzwarte für die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland, Experten aus ornithologischen Fachverbänden sowie fachkundige Vertreter der Universitäten hätten im Kreis Ahrweiler selbst Daten erhoben beziehungsweise Vogelvorkommen ermittelt.

Dies sei falsch: Vielmehr hätten diese Stellen die von ehrenamtlichen Mitgliedern der Umweltverbände eingegangenen Meldungen lediglich bewertet und daraus einen Gebietsvorschlag erstellt, kritisiert der Ahrweiler Landrat. Diese Erkenntnis gehe klar aus der Akteneinsicht hervor, die der Kreisverwaltung mittlerweile gewährt worden sei. Gelte etwas anderes, solle Mainz den Gegenbeweis antreten.

Zudem belegten die von der Kreisverwaltung Ahrweiler eingesehenen Unterlagen "eindeutig, dass seit 1995 für den Kreis Ahrweiler keine wissenschaftlichen Untersuchungen mehr stattgefunden haben." Dr. Pföhler: "Daher ist die Datengrundlage des Landes so löchrig wie ein Schweizer Käse." Das jüngste wissenschaftliche Vogelschutzprojekt im Kreisgebiet sei lediglich das für den Schwarzstorch, das aber bereits 1994 abgeschlossen worden sei, so Pföhler.

Eine Beteiligung der Öffentlichkeit bei der Präsentation der Gebietsvorschläge Anfang April 2001 habe Mainz nicht gewünscht, unterstreicht der Landrat nochmals. Das Umweltministerium habe zunächst auf einer rein fachlichen Bewertung bestanden.

Nach dem Entwurf des Umweltministeriums würden 65 Prozent des Kreises Ahrweiler flächendeckend und vollständig nach der EU-Vogelschutzrichtlinie unter Schutz gestellt. "Dabei stehen elementare Interessen unserer Winzer, Landwirte, Wald- und Forstbesitzer, Grundstückseigentümer, ganzer Gemeinden, des Tourismus und des Nürburgrings auf dem Spiel", befürchtet Dr. Pföhler. Das vom Kreis selbst vorgelegte Gutachten sieht lediglich rund 30 Prozent der Kreisfläche als Vogelschutzgebiet vor, wobei alle Ortslagen, Weinberge und fast alle landwirtschaftlichen Nutzflächen ausgenommen sind.



Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 22.11.2001

<< zurück