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Kreisverwaltung: Naturschutzbund will auf Biegen und Brechen zwei Drittel des Kreisgebietes unter Vogelschutz stellen

In seiner j├╝ngsten Stellungnahme zur Ausweisung von Vogelschutzgebieten im Kreis Ahrweiler stellt der Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) falsche Behauptungen auf. Alle Vorw├╝rfe des NABU-Rheinland-Pfalz lie├čen sich entkr├Ąften, hei├čt es dazu in einer Pressemeldung der Kreisverwaltung.

Fakt ist: Die Kreisverwaltung hat ├╝ber das K├Âlner B├╝ro f├╝r Faunistik (KBF) den Gebietsvorschlag ├╝berpr├╝fen lassen, den das Landesamt f├╝r Umwelt und Gewerbeaufsicht in Oppenheim als zust├Ąndige Fachbeh├Ârde f├╝r das Land Rheinland-Pfalz unterbreitet hat. Die K├Âlner Gutachter haben dabei die so genannten IBA-Kriterien ("Important Bird Areas") zu Grunde gelegt. Von diesen IBA-Kriterien, die europ├Ąische Ornithologen erarbeitet haben, ist sicher, dass sie in der Rechtsprechung des Europ├Ąischen Gerichtshofes anerkannt werden.

Hintergrund: Nach dem Entwurf des Landes w├╝rden rund 65 Prozent des Kreises Ahrweiler fl├Ąchendeckend und vollst├Ąndig nach der EU-Vogelschutzrichtlinie unter Schutz gestellt. Dies aber w├╝rde elementare Interessen von Winzern, Landwirten, Wald- und Forstbesitzern, Grundst├╝ckseigent├╝mern, ganzer Gemeinden, des Tourismus und des N├╝rburgrings gef├Ąhrden.

Das KBF-Gutachten im Auftrag der Kreisverwaltung hat festgestellt, dass die Datengrundlagen des Landes ├╝berwiegend zu unvollst├Ąndig sind, um ein solch gro├čes Vogelschutzgebiet auszuweisen. Das KBF-Gutachten sieht maximal 30 Prozent der Kreisfl├Ąche als Vogelschutzgebiet vor, wobei alle Ortslagen, Weinberge und fast alle landwirtschaftlichen Nutzfl├Ąchen ausgenommen sind.

Weiter hei├čt es aus dem Kreishaus: Die Darstellungen des NABU sind nicht geeignet, eine sachliche Diskussion zu der dem Land Rheinland-Pfalz vorgeschlagenen Gebietskulisse zu f├╝hren. Neue, substantielle Daten werden nicht vorgelegt. Die pauschalen Behauptungen und Sch├Ątzungen zu Best├Ąnden von Vogelarten auf der Grundlage von Zufallsbeobachtungen ehrenamtlicher NABU-Mitglieder f├╝hren zu keinen neuen Erkenntnissen. Das Landesamt hat sich bei seinem Gebietsvorschlag vom vergangenen Jahr in weiten Bereichen sogar auf Daten des NABU und anderer Umweltverb├Ąnde gest├╝tzt. Die neuen Angaben des NABU zu Brutpaaren weichen teilweise erheblich von den Angaben ab, die der NABU selbst dem Landesamt f├╝r Umwelt und Gewerbeaufsicht vorgelegt hatte und die das Landesamt im Wesentlichen zur Grundlage seines Gebietsvorschlages gemacht hat.

Es sei offensichtlich, hei├čt es aus der Kreisverwaltung, dass die Ergebnisse des Kreisgutachtens dem NABU nicht passen und der NABU "auf Biegen und Brechen" fast zwei Drittel des Kreisgebietes unter Vogelschutz stellen m├Âchte.

Die Einzelheiten:

Die KBF-Gutachter waren entgegen der Behauptung des NABU vor Ort im Kreis Ahrweiler und haben die Lebensr├Ąume der gesch├╝tzten Vogelarten begutachtet. Zudem haben die Gutachter bei der ├ťberpr├╝fung der wissenschaftlichen Datengrundlagen - anders als das Landesamt - s├Ąmtliche zur Verf├╝gung stehenden Daten und Quellen herangezogen, beispielsweise Daten der Universit├Ąt Bonn.

Die Behauptung des NABU, Rotmilan, Haselhuhn, Eisvogel, Grauspecht und Schwarzspecht seien im K├Âlner Gutachten nicht ber├╝cksichtigt, ist falsch. Die vorgeschlagene Gebietskulisse richtet sich selbstverst├Ąndlich auch nach diesen Arten. Somit wurden auch keine "wichtigen Brutvorkommen ausgegrenzt", wie der NABU behauptet.

Das von der Kreisverwaltung in Auftrag gegebene Gutachten ist eine auf wissenschaftlicher Basis erarbeitete Stellungnahme an das Land Rheinland-Pfalz, entsprechende Vogelschutzgebiete im AW-Kreis auszuweisen. Dieses K├Âlner Gutachten orientiert sich streng an den IBA-Kriterien, die der Europ├Ąische Gerichtshof bei seiner Rechtsprechung zu Grunde legt. Das Ziel lautet, einen m├Âglichen Richtlinien-Versto├č ausschlie├čen.

Ob und inwieweit es EU-F├Ârdert├Âpfe f├╝r Vogelschutzprojekte gibt, wurde auf Initiative der Kreisverwaltung ermittelt. Antr├Ąge f├╝r Programme wie "LIFE-Natur" k├Ânnen aber erst gestellt werden, wenn das Land die endg├╝ltigen Gebiete festgelegt hat. Zudem handelt es sich dabei immer um eine Co-Finanzierung. Kommunen beziehungsweise der Kreis m├╝ssten sich ebenfalls finanziell beteiligen. Angesichts der Lage der ├Âffentlichen Haushalte d├╝rften solchen Projekten aber enge Grenzen gesetzt sein.



Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 18.01.2002

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