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In heißen Situationen kühlen Kopf bewahren

Rettungsdienste: Fünf Organisatorische Leiter und drei Leitende Notärzte bilden die Koordinationstruppe bei der Versorgung von Unfallopfern - Landrat: "Fachwissen, Erfahrung und sicherer Blick benötigt"

Oliver Wodack aus Remagen wurde jetzt von Landrat Dr. Jürgen Pföhler ins Team der Organisatorischen Leiter des Brand- und Katastrophenschutzes des Kreises Ahrweiler bestellt. Diesen Anlass nutzte der Landrat für einen Informationsaustausch mit den ehrenamtlichen tätigen Hilfskräften, die die Fäden bei der Vor-Ort-Versorgung von Verletzten ziehen.

Die fünf Organisatorischen Leiter bilden gemeinsam mit den drei Leitenden Notärzten die Koordinationstruppe, die sich bei Rettungseinsätzen größeren Ausmaßes im Kreis Ahrweiler um die Organisation der gesundheitlichen Versorgung von Unfallopfern kümmert. "Diese Experten brauchen Fachwissen, Erfahrung, Organisationstalent und vor allem einen schnellen und sicheren Blick für die nötigen Hilfsmaßnahmen", lobte der Landrat die Fähigkeiten der Organisatorischen Leiter.

Zugleich hob Dr. Pföhler das soziale Engagement der Rettungskräfte hervor: "Auch die Organisatorischen Leiter sowie die Leitenden Notärzte engagieren sich ehrenamtlich". Dieser Dienst für die Allgemeinheit könne "gar nicht hoch genug eingeschätzt werden".

Zum Hintergrund: Der Kreis Ahrweiler hat als Aufgabenträger des Brand- und Katastrophenschutzgesetzes entsprechende Alarm- und Einsatzpläne erstellt. Die gesundheitliche Versorgung und Betreuung von Verletzten oder Erkrankten stellt einen Teil dieser Planung dar. Die Detailplanung sieht fünf Alarmstufen vor; Stufe eins beispielsweise gilt für einen normalen Rettungseinsatz mit wenigen und nur leicht verletzten Personen, Stufe fünf für einen Massenanfall von Verletzten oder Erkrankten. Leitende Notärzte und Organisatorische Leiter - im Fachjargon OL genannt - können ab Alarmstufe eins und zwei, müssen aber ab Alarmstufe drei eingesetzt werden.

Im Rahmen der Alarmplanung bestellt der Landrat die Leitenden Notärzte und OL im Voraus, also ohne konkretes Schadensereignis. Dies sind derzeit als Leitende Notärzte Dr. Peter Porz (Brohl-Lützing, zugleich Sprecher der Leitenden Notarztgruppe) sowie Dr. Frank-Peter Kaesler und Karl-Heinz Hauser (beide Bad Neuenahr-Ahrweiler). Bei den OL handelt es sich um Lothar Backes (Grafschaft-Oeverich, zugleich Sprecher der OL), Oliver Kux (Dedenbach), Armin Link (Herschbroich), Gerd Marschall (Grafschaft-Karweiler) und jetzt neu Oliver Wodack (Remagen).

Die OL sind speziell geschulte Rettungskräfte. Ausgestattet mit Schutzkleidung, Funkmeldeempfänger, Funkgerät, Mobiltelefon, Dienstausweis und sonstigen Utensilien lenken sie den Einsatz der übrigen Rettungskräfte bei der Verletztenversorgung. Sie sind zuständig und verantwortlich für die gesamte Organisation rund um die verletzten oder erkrankten Notfallpatienten. Alarmiert werden sie über die Rettungsleitstelle in Mayen, die auch für den AW-Kreis zuständig ist.

Wo genau liegen Zuständigkeiten und Aufgaben der OL? In Stichworten zusammengefasst betrifft dies die Beurteilung der Sanitätslage aus organisatorischer Sicht, die Abgabe von Lagemeldungen, die Festlegung von Verletzten-Sammelstellen (Krankenwagen-Halteplätze, Lotsendienstes für fremde Rettungsmittel, Polizei oder Feuerwehr) und Hubschrauber-Landeplätzen, die Sicherstellung von Kennzeichnungen, Ausleuchtung und Kommunikationswegen, die Koordination von Registrierung und Abtransport der Verletzten, Maßnahmen der Panikbekämpfung sowie die Anforderung weiterer Ärzte und Helfer und von Material oder Arzneimitteln.

Fazit: Die OL müssen in erster Linie etwas von Management, Führung und Organisation verstehen. Erst in zweiter Linie sind fachmedizinische Kenntnisse gefordert; dafür gibt es die Leitenden Notärzte.

Die OL im AW-Kreis kommen im Jahr auf etwa zehn bis fünfzehn Einsätze. Dies betrifft auch den Bereitschaftsdienst bei Großveranstaltungen auf dem Nürburgring (Formel 1, Rock am Ring, Truck Grand Prix und 24-Stunden-Rennen). Hinzu kommen Großübungen. Der schwerste ernsthafte Unfall liegt fast zehn Jahre zurück: 1992 raste ein Autofahrer in eine Prozession an der "Schwarzen Madonna" in Remagen; damals waren vier Tote und 23 Verletzte zu beklagen.

 

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel erhalten Sie ein E-Mail-Foto. Bildunterzeile:

Die Organisatoschen Leiter der Rettungsdienste (in Rettungsanzügen v.l.n.r.:) Armin Link, Oliver Wodack, Lothar Backes und Gerd Marschall (nicht im Bild: Oliver Kux) sowie (v.l.) Manfred Wolff von der Kreisverwaltung, Landrat Dr. Jürgen Pföhler und Kreisfeuerwehrinspekteur Rudi Mönch.





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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 24.01.2002

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