BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

"Kreis-Gutachten ist richtungsweisend für ganz Rheinland-Pfalz"

Vogelschutz: Auch Minister Bauckhage will Vogelschutz-Flächen "deutlich vermindern" - Landrat: "Schlechter Stil von Rot-Grün im Pakt mit dem BUND" - Auf Tagesordnung des nächsten Kreistags setzen

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage hat Landrat Dr. Jürgen Pföhler zugesagt, den Kreis Ahrweiler bei der Reduzierung von geplanten Vogelschutzgebieten zu unterstützen. Zuvor hatte sich Dr. Pföhler schriftlich an den Minister gewandt und ein persönliches Gespräch mit ihm in Mainz geführt.

In seinem Antwortschreiben an den Landrat begrüßt Bauckhage das vom AW-Kreis in Auftrag gegebene Gutachten des Kölner Büros für Faunistik (KBF). Es könne "eine wesentliche fachliche Grundlage dafür bilden, die Flächenumfänge für die Benennung von Vogelschutzgebieten im Landkreis Ahrweiler deutlich zu vermindern und damit die Akzeptanz bei allen Landnutzern zu erhöhen", betont Minister Bauckhage gegenüber Landrat Pföhler. Dem Gutachten für den AW-Kreis "dürfte durchaus richtungsweisender Charakter für die Umsetzung der Vogelschutzrichtlinie im gesamten Rheinland-Pfalz zukommen", so Bauckhage.

Der Mainzer Minister dankt dem Ahrweiler Landrat: Dieser habe ihn, Bauckhage, wesentlich dabei unterstützt, die landesweit zu meldenden Vogelschutzgebiete "flächenmäßig erheblich zu reduzieren und für die Betroffenen auf praktikable Lösungen hinzuwirken".

Zugleich kündigte der Landrat an, dass er das Thema Vogelschutz wegen dessen "enormer Bedeutung" auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Kreistags setzen werde.

Unterdessen bezeichnete Dr. Pföhler die jüngsten Äußerungen der BUND-Kreisgruppe Ahrweiler als "Ablenkungsmanöver und durchsichtigen Versuch, unsere Gutachter zu diskreditieren". Der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland) hatte dem KBF, das in seinem Gutachten eine deutliche Reduzierung der geplanten Vogelschutzgebiete vorgeschlagen hatte, mangelnde Sorgfaltspflichten vorgeworfen und unterstellt, das KBF sei eine Anlaufstelle für Gemeinden, die kein echtes Interesse an Tier- und Naturschutz hätten.

Dr. Pföhler: "Der BUND irrt. Das KBF war unter anderem als Sachverständiger für die Umsetzung der FFH- und Vogelschutzrichtlinie im Landtag von Nordrhein-Westfalen tätig und hat für das Bundesamt für Naturschutz gearbeitet. Pikant: Das vom BUND so gescholtene KBF war allein im vergangenen Jahr zweimal fachlich beratend für die BUND-Landesverbände Thüringen und Hessen tätig." Außerdem stammten die Daten, die der BUND kritisiere, von der Mainzer Landesregierung und nicht vom Kreis Ahrweiler.

"Bezeichnend" ist für Landrat Pföhler die Tatsache, dass bei der Vorstellung des Gegengutachtens des BUND nur die Kreistagsfraktionen von SPD und Grünen anwesend und andere Parteien nicht eingeladen waren. Es sei "schlechter Stil", andere Parteien auszusperren und das Gegengutachten bis heute nicht an den eigentlichen Adressaten, in diesem Falle die Kreisverwaltung, zu senden. "Wir haben stets mit offenen Karten gespielt und unser Gutachten seinerzeit allen Beteiligten zukommen lassen", unterstrich Dr. Pföhler.

Für den Landrat steht fest, "dass Rot-Grün im Pakt mit dem BUND den Kreis Ahrweiler auf Biegen und Brechen flächendeckend und großräumig unter Vogelschutz stellen will - mit gravierenden Folgen für Winzer, Landwirte, Wald- und Forstbesitzer, Grundstückseigentümer, ganze Gemeinden, den Tourismus und den Nürburgring." Mehr noch: Der BUND habe bei der Vorstellung des Gegengutachtens in Anwesenheit der Kreistagsfraktion von SPD und Grünen sogar vorgeschlagen, noch zehn Prozent mehr als selbst das Land Rheinland-Pfalz auszuweisen. "Das wären dann sage und schreibe rund 62.000 Hektar, also weit über 70 Prozent der Kreisfläche", unterstrich Pföhler. Dies sei "aberwitzig und unverantwortlich". Wenn der AW-Kreis jetzt Probleme mit der EU-Kommission bekomme, dann sei ganz klar, "wem im Kreis wir das zu verdanken haben."

Es gehe nicht um das "Ob", sondern um das "Wie", erklärte der Landrat weiter. Der AW-Kreis sei durchaus bereit, Vogelschutzgebiete auszuweisen, aber nicht, wie von Mainz in einem ersten Entwurf vorgeschlagen, rund 65 Prozent der gesamten Kreisfläche. Denn die Datenlage rechtfertige nicht die Ausweisung in einer solchen Größenordnung.

Stichwort Uni Bonn: Für das KBF-Gutachten gesichtet und ausgewertet wurden Daten aus Publikationen, die an der Universität Bonn eingesehen wurden. Mitarbeiter der Uni Bonn sind und waren nicht an der Erstellung beteiligt; dies wurde auch nicht behauptet.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 31.01.2002

<< zurück