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Vom neuen Bürgerzentrum bis zum digitalen Gesamtbild

Landrat Dr. Jürgen Pföhler stellte Projekte für das Jahr 2002 vor

Neue Ideen zur Bürgerfreundlichkeit, weitere Projekte des Naturschutzes, die nächsten Schritte der Wirtschaftsförderung, künftige Initiativen für Kinder und Jugendliche sowie weitere Ausblicke für das Jahr 2002 erläuterte Landrat Dr. Jürgen Pföhler jetzt in seiner Jahres-Pressekonferenz. Den Termin dieses Gesprächs mit Journalisten hatte Dr. Pföhler bewusst ausgesucht: Vor zwei Jahren, am 2. Februar 2000, trat der promovierte Verwaltungsjurist das Amt des ersten urgewählten Landrats des Kreises Ahrweiler an.

 

Belange der Bürger

Die Orientierung an den Belangen der Bürger stelle auch für 2002 einen thematischen Schwerpunkt der Kreisverwaltung dar, sagte Pföhler. Beispiel 1: Nach der Einrichtung der beiden Kfz-Außenstellen in Niederzissen und Adenau werde im Februar das neue Bürgerzentrum eingeweiht, das seinen Betrieb bereits aufgenommen habe. Auf einer Fläche von 480 Quadratmetern werden die publikumsintensiven Aufgaben Kfz-Zulassung, Führerscheinstelle, Jagd- und Waffenwesen zentral, direkt im Eingangsbereich gebündelt. Ein offener, heller Raum schaffe mehr Übersicht und verkürze Wege.

Beispiel 2: Die Internet-Seiten ( www.kreis.aw-online.de ), mit denen sich zahlreiche Informationen der Kreisverwaltung über den heimischen Bildschirm nach Hause klicken lassen, werden ausgebaut. Im Mittelpunkt: die Bürger-Infos, vor allem mit den Antragsvordrucken auf dem Formul-Server. Ende 2000 hatte das Kreishaus zwölf Formulare online eingestellt, 2001 kamen 20 neue hinzu, für dieses Jahr sind weitere rund 30 geplant, unter anderem aus dem Sozialsektor zu BAFöG, Mietzuschuss oder Erziehungsgeld.

Das erspare den Menschen Wege und Telefonate und verstehe sich als Umsetzung des Leitgedankens "Wir kommen zum Bürger", den Dr. Pföhler als "zentrale Daueraufgabe einer modernen Verwaltung" bezeichnet. Die bundesweite Internet-Studie von Professor Edgar Einemann beweise, dass die Web-Seiten der Kreisverwaltung Ahrweiler zur Spitzengruppe in Deutschland zählten.

Beispiel 3: Wie das Internet als Instrument staatlicher Stellen und zugleich als Nutzbringer für die breite Öffentlichkeit eingesetzt werden kann, veranschaulichte Dr. Pföhler an einem "hoch interessanten Projekt", das im Laufe des Jahres fertig werde: Auf der Basis einer Luftbildkartierung arbeite die Kreisverwaltung derzeit gemeinsam mit den Kollegen der Stadt Bonn und des Rhein-Sieg-Kreises an einer digitalen Gesamtaufnahme der Region. Darin lasse sich der gesamte AW-Kreis bis zu einem Maßstab von 1 : 1.500 am Bildschirm heran zoomen. Deutlich zu erkennen seien nicht nur Straßen und Häuser, sondern einzelne Autos und sogar Dachfenster. Die Aufnahmen stammten aus der Jahresmitte 2001.

Diese Luftbild-Übersicht bis in die kleinsten Winkel des AW-Landes diene Planern, erklärte der Landrat weiter, beispielsweise als Baulückenkataster oder zur Bestandserhebung möglicher Ausgleichsflächen. Investoren, Neubürger oder angehende Bauherren könnten mit dem neuen Internet-Service abfragen, wo sich Haltestellen, Schulen, Kindergärten sowie Freizeit- oder andere Einrichtungen der Infrastruktur befinden. Dr. Pföhler: "Dieses Internet-Angebot mit seinem hohen Bedienungskomfort und dem Umfang ist bislang einzigartig in ganz Deutschland und eine hervorragende Ergänzung des regionalen Standortmarketings."

 

Neues im Naturschutz

Ein Naturschutzprojekt, das über die nächsten Jahre läuft, betrifft den Kalkmagerrasen in Dorsel. Eine Fläche von 6,5 Hektar mit Kalkgestein im Untergrund ist derzeit mit Nadelwald bestanden. Dort wurden Reste von früherem Kalkmagerrasen mit Wacholder und zahlreichen seltenen Orchideenarten gefunden. Das Ziel: den ökologisch minderwertigen Nadelwald nach und nach abholzen, damit Licht auf den Boden fällt und der Kalkmagerrasen wieder gedeiht. Anschließend soll die Fläche mit Schafen beweidet werden. Kalkmagerrasen ist im AW-Kreis sehr selten und daher besonders schutzwürdig. Es handelt sich um ein Projekt der Kreisverwaltung (Landespflege) mit der Ortsgemeinde Dorsel und dem Forstamt Honerath.

Der Gewässerpflegeplan Ahr kommt nach den Worten des Landrats weiter voran. Der Rückbau alter Querbauwerke im Flussbett, die die Wanderung der Fische behindere, werde fortgesetzt. Nach dem Rückbau und der Renaturierung der Wehre in Bad Bodendorf, Heimersheim und am Kurgarten - alleine der Kreistanteil für diese drei Projekte liege bei mehr als 100.000 Euro - stünden 2002 das Wehr am Casino (an der Kurgartenbrücke) sowie zwei kleinere Wehre bis zum Apollinarisstadion an. Anschließend gehe es weiter ahraufwärts mit dem Wehr am Calvarienberg und an der "Bunten Kuh". Pföhlers Zwischenfazit: "Diese Maßnahmen kommen nicht nur der Umwelt zugute, sie stärken auch unser Image als Gesundheits- und Fitnessregion."

Ebenfalls auf dem Plan: Die Umwandlung verschiedener befestigter, teils betonierter Strecken am Ahrufer in naturnahe Bereiche, beispielsweise als Kiesbänke, in denen die Fische laichen können. Ziel all dieser Maßnahmen: den vor einigen Jahren an der Ahr eingesetzten Wanderfischen die Rückkehr in ihren angestammten Lebensraum zu erleichtern. Dieses Ziel sei teilweise schon erreicht. Der Landrat: "Vor einigen Jahren haben wir gehofft, dass vor allem die Lachse kommen. Jetzt wissen wir, dass sie da sind."

Bei der Ahrmündung soll 2002 die Genehmigungsplanung für Initialmaßnahmen vorgelegt werden. Konkret: In Höhe des Klärwerkes Sinzig sollen Steinschüttungen, die das Ufer befestigen, zurückgebaut werden, damit sich der Fluss dort möglichst ungehindert ausbreiten kann. Dies soll die Fließgeschwindigkeit und den Wasserdruck im unmittelbaren Mündungsbereich reduzieren.

Zur Erinnerung: Im Kern geht es um die Frage, ob sich die Ahr mit ihrer Erosionskraft einen neuen, natürlichen Mündungsbereich schafft und auf einem kürzeren Weg als bislang zum Rhein durchbricht mit der Folge, dass Geschiebemassen die Rhein-Schifffahrt behindern würden und der Radweg unbenutzbar wäre - oder ob der Flusslauf mit einer Baumaßnahme kontrolliert wird, damit alleine der jetzige Mündungsarm erhalten bleibt. Ein Gutachten schlägt als Alternative vor, der Ahr oberhalb des Naturschutzgebietes neuen Raum zum Mäandrieren und Entfalten zu verschaffen.

Beim Vogelschutz werde der Kreis Ahrweiler seine bisherige Linie strikt beibehalten. Dr. Pföhler: "Es geht nicht um die Frage ´ob´, sondern ´wie´. Daher lehnen wir die Pläne des Landes ab, rund 65 Prozent des Kreises flächendeckend und vollständig unter Vogelschutz zu stellen. Nach unseren wissenschaftlich fundierten Daten kommen maximal 30 Prozent in Betracht. Und angesichts von 23 Naturschutzgebieten im Kreis Ahrweiler und eines Anteils von 92 Prozent Landschaftsschutzgebiet an der Gesamtfläche brauchen wir keine umweltpolitischen Nachhilfestunden."

 

Wege der Wirtschaftsförderung

Auf die Wirtschaftsförderung legt Landrat Dr. Pföhler auch in diesem Jahr einen Schwerpunkt seiner politischen Arbeit. Die wichtigsten Berlin-Bonn-Ausgleichsprojekte müssten vorangetrieben werden. Beim Innovations- und Gründerzentrum Sinzig (IGZ) stehe im Frühsommer der Baubeginn bevor. Das IGZ werde später junge, technologieorientierte Unternehmen beziehungsweise Existenzgründer und Jungunternehmer der Branchen Pharmazie, Medizintechnik, Lebensmittelchemie und Kosmetik beherbergen.

Die Bauarbeiten für den Autobahnanschluss des Technologieparks Grafschaft (TP), einem überregional bedeutenden Gewerbegebiet, kämen voran. Für beide, IGZ und TP, gelte, möglichst frühzeitig mit der Akquisition von Firmen zu beginnen. Für Pföhler "kann es durchaus sinnvoll sein, beide zusammen zu vermarkten". Dies müsse mit den Kommunen geklärt werden. Zudem gelte es, IGZ, TP und weitere wirtschaftliche Impulsgeber zu vernetzen, wobei die FH Remagen ein wichtiges Bindeglied darstellen könne.

In diesem Zusammenhang ging der Landrat auch auf die kreisweite Wirtschaftsförderung ein. "Hier waren wir auf einem guten Weg, die Einbrüche bei den Haushalten haben aber vieles schwerer gemacht", erklärte Dr. Pföhler, der als Hauptschuldigen der Finanzmisere die Mainzer Landesregierung ausmacht. Jetzt müssten alle Beteiligten auch über alternative Formen nachdenken.

Mit großer Sorge sieht der Ahrweiler Landrat die Diskussion um die Strukturförderungsgesellschaft Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler (SFG). Die Vorgänge um das Ostasien-Marketing hätten großen Schaden angerichtet. Jetzt sei eine lückenlose Aufklärung gefordert. Entscheidend sei, dass in der Region Einigkeit über die künftige Ausrichtung herrsche. Pföhler selbst hält angesichts der starken wirtschaftlichen Verflechtung des AW-Kreises nach NRW eine neue Plattform der überregionalen Zusammenarbeit für sehr wichtig.

Ein Highlight der nächsten Monate: Pünktlich zum 75-jährigen Jubiläum des Nürburgrings werde die neue Mercedes-Arena fertiggestellt und zum Formel 1-Rennen am 23. Juni 2002 offiziell mit Bundeskanzler Gerhard Schröder eingeweiht. Diese Maßnahme schaffe Platz für weitere 30.000 Zuschauer, aber mehr noch: "Die neue Mercedes-Arena stärkt den Nürburgring, der für die gesamte Region ein immenser Wirtschafts- und Imagefaktor ist."

Neben dem Nürburgring sei das Arp-Museum in Rolandseck auf Jahre, wenn nicht Jahrzehnte die einzige Chance für den Kreis Ahrweiler, ein Projekt von Weltklasseformat zu erhalten. In den nächsten Wochen komme es darauf an, den Vertrag mit dem amerikanischen Stararchitekten Richard Meier unter Dach und Fach zu bringen. Der Schlüssel dazu liege in Mainz, die Landesregierung stehe im Wort.

Bei der Stärkung des ländlichen Raums müssten zahlreiche Bausteine zusammen gesehen werden: Der Wettbewerb "Unser Dorf" sei ein Zugpferd, für das der AW-Kreis im vergangenen Jahr die Prämien erhöht habe, und mit der im Kreishaus neu eingestellten Geografin werde auch das Projekt "Zukunft Dorf" forciert. Das Ehrenamt sei vor allem für eine Flächenregion "absolut lebenswichtig". Ehrenamtliche Helfer in Vereinen, Organisationen und zahlreichen Einrichtungen seien "eine wesentliche Stütze unserer ländlichen Gemeinschaft". Mit seinem Förderprogramm für Vereine und das Ehrenamt biete der AW-Kreis zudem konkrete Finanzhilfen an. Und: Mit ihren Internet-Seiten - besonders interessant für Vereine: die Vereinsdatenbank - erspare die Kreisverwaltung den Bürgern Wege in die Ahrweiler Wilhelmstraße. Das Internet sei eine moderne Möglichkeit, Nachteile des ländlichen Raumes aus dem Weg zu räumen.

 

Ausschreibung für Abfallwirtschaft

Zur Abfallwirtschaft - die Fakten und der Fahrplan: Die europaweite Ausschreibung für die Restabfallbehandlung ab dem 1. Juni 2005 läuft. Es geht um die Übernahme des anfallenden Haus-, Gewerbe- und Sperrmülls an den Umladestationen "Auf dem Scheid" und in Leimbach, den Transport sowie die Behandlung und Entsorgung der Restabfälle. An der Ausschreibung beteiligt haben sich alle renommierten Entsorgungsunternehmen in der Region. Die Submission ist beendet. Derzeit wertet ein Beratungsunternehmen die Angebote aus und unterbreitet anschließend einen Vorschlag zur Vergabe. Darüber werden die Kreisgremien bis Mitte diesen Jahres beraten und entscheiden.

Pföhlers Marschrichtung: "Wir wollen den Wettbewerb ausnutzen und die beste Lösung finden. Unsere Entscheidung gilt für die langfristige Entsorgung des Restabfalls. Dabei soll die wirtschaftlichste Lösung mit den für die Bürgerinnen und Bürger stabilsten Gebühren und den modernsten Umweltstandards zum Zuge kommen." Die europaweite Ausschreibung sei der beste Weg, um dieses Ziel zu erreichen.

Das Erfreuliche für das Jahr 2002: Trotz zweier Verbesserungen für die Bürger - der Sperrmüll wird auf individuellen Terminwunsch abgeholt, bei Bedarf und auf Wunsch werden die Haushalte mit größeren Mülltonnen beliefert - seien die Gebühren für die Abfallentsorgung sogar leicht gesenkt worden. Stolz könne der Kreis Ahrweiler sein, dass die hiesigen Gebühren für die Abfallentsorgung trotz der anerkannt hohen Qualität deutlich unter dem Landesdurchschnitt lägen. Das habe der Bund der Steuerzahler in einer Vergleichsstudie für das Jahr 2001 ermittelt.

 

Schulen und Soziales

Die Schulen sind nach den Worten Dr. Pföhlers "die Gewinner der kommenden Jahre." Denn: 29 Millionen Euro habe der Kreistag bis 2005 für Umbau-, Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten an den kreiseigenen Schulen bereitgestellt. Den Anfang machen in diesem Jahr die Realschule Ahrweiler, Are-Gymnasium und das Rhein-Gymnasium Sinzig. Der Hauptgrund für den Bau zusätzlicher Klassenräume: steigende Schülerzahlen. Das Herzstück neben den eigentlichen Arbeiten an der Bausubstanz: das Internet.

Alle kreiseigenen Schulen werden im Rahmen der EDV-Konzeption des Kreises mit einer Netzwerkverkabelung ausgestattet. Jeder Klassenraum sowie Bibliotheken, Vorbereitungsräume und Schülerräume erhalten einen Netzwerkanschluss, der die Internet-Anbindung ermöglicht. An der Nahtstelle zwischen den Schulen und der Kreisverwaltung zieht Michael Lambert als Systemkoordinator die Fäden. Lambert sei eingestellt worden, "um das Internet und andere Neuen Medien systematisch in unseren Schulen nach vorne zu bringen", erklärte Dr. Pföhler.

Das Ziel für 2002: Installation eines wartungsarmen, robusten Netzes in allen Klassenräumen und die Internet-Anbindung bis einschließlich der Dosen in den Wänden, Aufstockung des Hardware-Bestandes sowie die Fortführung der Arbeitsgruppe Schul-EDV mit Vertretern aus den Kreis-Schulen.

Im Laufe des Jahres werde die Kreisverwaltung einen neuen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin als Fachberatung für kommunale Kindertagesstätten einstellen. Diese Fachkraft soll die 33 kommunalen Kitas pädagogisch beraten. Während die freien, meist kirchlichen Kitas in der Regel bereits über solche Fachberatungen verfügten, soll der neue Kreis-Mitarbeiter im Jugendamt diese Lücke zu den Tagesstätten der Städte und Gemeinden schließen.

Hintergrund nach den Worten Dr. Pföhlers: Die Lebensbedingungen von Familien hätten sich gewandelt, zunehmend rückten die Kindergärten auch als beratende Institution bei Erziehungsfragen ins Rampenlicht. Das Kreisentwicklungsprogramm "Zukunft AW 21", das die planerische Richtschnur für die nächsten Jahre spanne, nenne "Jugend und Familie stärken" als ein Leitprojekt, in dessen Rahmen wiederum die neue Fachberatung stehe. Der vorgesehene Aufgabenbereich unter anderem: Entwicklung pädagogischer Konzeptionen, Anregungen und Hilfestellungen zur Umstrukturierung bedarfsgerechter Angebote, Weiterentwicklung der Tageseinrichtungen und neuer Strukturen.

In diesem Zusammenhang steht auch die Neuordnung der Tagespflege als Betreuungsform vor allem für Kinder unter drei Jahren. Der Bedarf steige. Die Tagespflege solle qualitativ verbessert werden. Der Kreis unterstütze den Kinderschutzbund bei der Tagespflegebörse. Damit sollen sowohl Eltern, die ihre Kinder meist an Tagesmütter geben, als auch die Tagesmütter selbst beraten und gegebenenfalls qualifiziert werden.

 

Vorhaben beim Verkehr

Zum Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) nannte Dr. Pföhler folgende Akzente: Erstmals werde jetzt ein Nahverkehrsplan für den Kreis Ahrweiler erstellt. Darin werde der Ist-Zustand der Bus- und Bahnverbindungen, Tarife oder Bahnhöfe erfasst und in den kommenden Jahren fortgeschrieben. Damit lasse sich dann systematisch überprüfen, wo Lücken bestehen und Verbesserungen sinnvoll und machbar sind. Der Kreistag werde den Nahverkehrsplan beschließen.

Der Übergangstarif zum Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) sei klar auf Erfolgskurs, das VRS-Job- und Semester-Ticket beispielsweise werde sehr gut angenommen. Das Semester-Ticket der FH Remagen sei auf den Weg gebracht. Beim Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) müssten "Härten abgefedert" werden. "Deshalb setzen wir uns für das Mehrfahrtenticket ein, das Preissprünge für Gelegenheitsfahrer abmildern soll." Insgesamt überwögen jedoch die Vorteile: Dies betreffe die Nutzung eines einzigen Tickets im VRM oder ein deutlich breiteres Sortiment an Fahrausweisen. Und: Alleine auf der Ahrtalstrecke seien die Fahrpreise auf mehr als 50 Relationen gesenkt worden, beispielsweise Remagen-Walporzheim (Bus, um 23 Prozent) oder Dernau-Heimersheim (Bahn, um zehn Prozent).

Bei "Armont", dem bundesweiten Modellprojekt zur Ausgestaltung regionaler Mobilitätsdienstleistungen für Nahverkehr und Tourismus, laufe die Datenerhebung weiter . Und auch 2002 werde wieder ein übersichtlicher Kreis-Fahrplan mit allen Bus- und Bahnlinien im AW-Land erstellt und als Bürger-Broschüre gedruckt.

Nach wie vor Handlungsbedarf sieht Pföhler beim Straßenbau. Dass die Ortsumgehung Hönningen nach jahrzehntelangem Warten endlich gebaut werde, sei "gewiss sehr erfreulich". Gleiches gelte für die Ankündigung der B 412-Anbindung an die B 9 in Brohl-Lützing. Dies dürften aber für die nächsten Jahre nicht die letzten Positivmeldungen sein, mahnte Pföhler, der zugleich kritisierte, "dass sich derzeit beim Straßenbau in Mainz und Berlin nichts tut".

Wesentliche Projekte im AW-Kreis seien neben dem kompletten Lückenschluss der Eifelautobahn A1 die Ortsumgehungen Bad Neuenahr, Altenahr und Bad Bodendorf/Lohrsdorf. "Wir müssen weiter politischen Druck machen, damit sich in Mainz und Berlin in dieser Richtung endlich etwas tut."

Der Radwegebau bleibe ein Eckpfeiler der Gesundheits- und Fitnessregion Kreis Ahrweiler und schwenke jetzt neben dem Ahr- und dem Rheintal auch ins Vinxtbachtal ein. Hier werde eine Wegeführung gesucht. Planerisch soll die Vinxtbachtal-Trasse im Laufe des Jahres gefunden werden. Im Ahrtal bestehe bereits ein durchgehendes Radwegeband von Kripp bis Laach sowie von Altenahr bis Schuld. Das Planungsverfahren für das etwa 1,5 Kilometer lange restliche Teilstück Laach-Altenahr werde in den nächsten Monaten fortgeführt. Die Beschilderung im Ahrtal sei fertig. Mittel- bis langfristig solle die Beschilderung kreisweit und einheitlich stehen.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 01.02.2002

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