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"Ich hätte nie gedacht, dass ich als Mädchen so viel Power habe"

Berufsbildende Schule bot Kurs für Selbstverteidigung, Selbstbehauptung und Persönlichkeitstraining - Vor Missbrauch und Übergriffen schützen

"Als Mädchen wird man ja doch nach einem bestimmten Rollenverständnis erzogen. Hier habe ich gelernt, dass mir viel mehr möglich ist und dass ich vor allem das Recht dazu habe, meine Grenzen frühzeitig zu ziehen. Dies war mir vorher irgendwie gar nicht klar."

Mit diesen Worten brachte eine 15-jährige Schülerin der Berufsbildenden Schule Bad Neuenahr-Ahrweiler (BBS) eine Aktion auf den Punkt, die ihr und rund 20 Mitschülerinnen angeboten wurde: ein Kurs zu Selbstverteidigung, Selbstbehauptung und Persönlichkeitstraining zum Schutz vor Missbrauch und Übergriffen.

Die insgesamt achtstündige Sonderaktion basierte auf einer Initiative der Sozialpädagoginnen der BBS, Andrea Garden-Müller und Dorothea Esser-Glagow, sowie der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Ahrweiler, Evelyn Dirks. BBS-Sportlehrerin Brigitte Dröse stellte ihre Sportstunden zur Verfügung. Anschließend informierte sich Dirks aus erster Hand, sprich: bei den Mädchen im BBS-Berufsgrundschuljahr selbst.

Eigens engagiert für diesen Kurs wurde die Instructorin für Selbstbehauptung, Persönlichkeitstraining und Selbstverteidigung, Daniela Wahl. Die diplomierte Fachlehrerin bietet diese Fortbildung seit vier Jahren erfolgreich an. Solche Kurse ermöglichen es den Mädchen, wirkungsvolle Selbstverteidigungstechniken zu erlernen, um sich gegen körperliche Gewalt zu wehren.

Auf diesem Akzent liege jedoch nicht der Schwerpunkt des Kurses, erklärten die Verantwortlichen. Vielmehr gehe es darum, das Selbstbewusstsein der jungen Frauen zu stärken. Dazu bedürfe es eines kompetenten psychologischen Vorgehens, um die Mädchen zu sensibilisieren, damit sie Situationen, die gefährlich werden könnten, frühzeitig erkennen und richtig darauf reagieren.

90 Prozent aller Übergriffe werden laut Statistik von Tätern aus dem direkten Umfeld der Opfer verübt. "Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die jungen Frauen Strategien entwickeln, damit sie nicht in dieses Opferprofil passen", erklärte Dirks.

Mit Begeisterung, Offenheit und vielen Fragen seien die Mädchen während der Kurse aktiv dabei gewesen, freuten sich die Veranstalterinnen. Die Frauen äußerten sich überzeugt: Die Schülerinnen werden für ihren weiteren Weg wichtige Erfahrung mitnehmen.

Nach anfänglicher Skepsis (eine Kursteilnehmerin: "Ich hab´ mal Judo gemacht, das war nix für mich") machte sich schnell eine positive Einstellung breit. "Wir wurden viel selbstbewusster und wissen jetzt, wie wir uns wehren können, erklärte eine Klassenkameradin. Eine andere Schülerin auf die Frage, was ihr an diesem Kurs besonders wichtig war: "Ich hätte nie gedacht, dass ich als Mädchen so viel Power habe." Der erlernte "Brüller" war so laut, dass sogar die Jungs in den Nebenklassen beeindruckt waren.

Die Verantwortlichen - Andrea Garden-Müller, Dorothee Esser-Glagow und Evelyn Dirks - zeigten sich ermutigt, weitere Kurse auch für andere Klassen zu planen. Das Ziel: Mädchen stärken, damit sie ihren beruflichen und privaten Weg mit Selbstbewusstsein und weiter entwickeltem Selbstwertgefühl gehen.

 

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel erhalten Sie zwei Fotos per E-Mail: Bildunterzeile:

Frauenpower an der Berufsbildenden Schule: Daniela Wahl (vorne rechts) sowie (von links) Evelyn Dirks, Andrea Garden-Müller und die Kursteilnehmerinnen (Redaktioneller Hinweis: Dies Buz bezieht sich auf das Foto mit der Tafel im Hintergrund; das zweite Foto zeigt v.l. Andrea Garden-Müller, davor Evelyn Dirks, die Kursteilnehmerinnen und rechts Daniela Wahl.) 







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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 15.02.2002

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