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Auch Rettungskräfte sind nicht immun gegen psychische Belastungen

Kriseninterventionsteam soll Hilfestellung bei belastenden Einsätzen geben

Alpträume, depressive Stimmungen, Schlafstörungen - dies sind nur einige mögliche Reaktionen auf extreme psychische Belastungen, die auf die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst oder Katastrophenschutz bei Einsätzen einwirken können. Um Hilfestellung bei der Verarbeitung solcher Situationen zu geben, hat sich jetzt das Kriseninterventionsteam für Einsatzkräfte des Kreises Ahrweiler gegründet. Landrat Dr. Pföhler begrüßte die Mitglieder des Teams zu einem Informationsaustausch in der Kreisverwaltung.

"Nicht nur die Opfer von Unglücks- und Katastrophenfällen müssen das Erlebte verarbeiten, sondern auch die Helfer sind nicht immun gegen solche psychischen Einwirkungen", hebt Dr. Pföhler die große Bedeutung des Kriseninterventionsteams hervor. Nach der Einrichtung der Notfallseelsorge im Kreis Ahrweiler für die Begleitung der bei Unfällen und sonstigen Katastrophen persönlich Betroffenen sei die Gründung dieses Teams der nächste logische und wichtige Schritt gewesen. "Schließlich zeigen uns schreckliche Unfälle und Katastrophen immer wieder, wie unverzichtbar psychologische Hilfe ist", so der Landrat.

Zu dem Angebot des Kriseninterventionsteams gehören sowohl vorbeugende Maßnahmen in Aus- und Fortbildung der Hilfskräfte als auch die Unterstützung während eines belastenden Einsatzes und eine strukturierte Nachsorge in Form von Gruppen- oder Einzelgesprächen nach Abschluss der Rettungsmaßnahmen. Dabei ist es selbstverständlich, dass die Mitglieder des Teams zur Verschwiegenheit verpflichtet sind. Psychisch belastende Einsätze können beispielsweise Unfälle mit vielen Verletzten und/oder Toten, Unglücksfälle mit verletzten oder getöteten Kindern und Einsätze, bei denen der Helfer das Opfer kennt oder selbst verletzt wird, sein.

Wer ist Mitglied des Kriseninterventionsteams? Der Diplom-Psychologe Gerd Sebastian, Ingo Liersch, Rettungsassistent des DRK-Kreisverbandes Ahrweiler, und Axel Strang, Lehrrettungsassistent und Brandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Remagen, haben diese heikle Aufgabe übernommen. "Dieses ehrenamtliche Engagement kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden", lobt Landrat Dr. Pföhler die Männer und dankt ihnen für ihre Einsatzbereitschaft.

Genaue Informationen darüber, wie das Kriseninterventionsteam alarmiert und in welchen Situationen es Hilfestellung gegeben kann, enthält ein von der Kreisverwaltung herausgegebenes Faltblatt. Dieses wird in den nächsten Tagen an alle Einsatzkräfte im Landkreis - Feuerwehren, Deutsches Rotes Kreuz, Technisches Hilfswerk (THW) - verschickt.

 

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel erhalten Sie ein Foto.

Bildunterzeile: Gemeinsamer Informationsaustausch: Landrat Dr. Jürgen Pföhler, Dipl.-Psychologe Gerd Sebastian, Brandmeister Axel Strang, Werner Willems (Abteilungsleiter der Kreisverwaltung), Rettungsassistent Ingo Liersch und Kreisfeuerwehrinspekteur Rudi Mönch (von links nach rechts).





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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 04.03.2002

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