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Protektionismus nein - Portionen ja

Landrat: Bei der Vergabepraxis geht der Kreis Ahrweiler "bewusst und gezielt mittelstandsfreundlich" vor - 28 Einzellose bei PJG-Halle

Bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Unternehmen will der Kreis Ahrweiler auch in Zukunft die kleinen und mittelständischen Handwerksbetriebe unterstützen. Das hat Landrat Dr. Jürgen Pföhler jetzt gegenüber Kreishandwerksmeister Peter Gieraths und dem Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Thomas Schoofs, bekräftigt.

Ein wirkungsvolles Instrument dafür sei die Portionierung größerer Aufträge in kleine Lose, erklärte Pföhler. Zugleich regte der Landrat aber auch an, dass heimische Firmen mehr noch als bisher selbst die Initiative ergreifen sollten. "Ein Ziel meiner Wirtschaftspolitik liegt darin, die Vergabepraxis von öffentlichen Aufträgen durch den Kreis Ahrweiler unter Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen so zu gestalten, dass die mittelständischen Betriebe im Kreis reelle Chancen haben", versicherte Dr. Pföhler gegenüber Gieraths und Schoofs.

So sei beispielsweise beim Bau der Turnhalle des Peter-Joerres-Gymnasiums eine Aufteilung des Auftragsvolumens von 4,64 Millionen Mark in 28 Einzellose vorgenommen worden. Darunter befänden sich zahlreiche kleine Auftragsvolumina ab 15.000 Mark, die vor allem kleine Firmen des heimischen Handwerks nutzten. Gleiches gelte für die Submission beim Erweiterungsbau der Realschule Ahrweiler, wo mehrere Firmen aus dem AW-Kreis Ahrweiler zum Zuge gekommen seien - unter anderem durch ein Auftragspaket von 150.000 Euro für Gas-, Wasser- und Abwasserinstallationen.

Dr. Pföhler, der "eine enorme Bedeutung der kleinen und mittelständischen Handwerksunternehmen für die Wirtschaft und damit auch für den Arbeitsmarkt im Kreis Ahrweiler" sieht, bezeichnet diese Vergabepraxis als "bewusst und gezielt mittelstandsfreundlich". Zudem würden heimische Unternehmen auf den Internetseiten der Kreisverwaltung ( www.kreis.aw-online.de ) und in der Tagespresse regelmäßig über Ausschreibungen des Kreises informiert.

"Unsere Marktwirtschaft sieht keine protektionistischen Maßnahmen zugunsten heimischer Betriebe vor", stellt der Landrat gegenüber Gieraths und Schoofs klar. Die öffentliche Hand sei gezwungen, den wirtschaftlichsten Anbieter zum Zuge kommen zu lassen. Daher seien nicht nur der Staat und die Kommunen gefordert. Vor allem die kleinen und mittelständischen Firmen müssten - mehr als bisher - selbst initiativ werden.

Nur durch "innovative Lösungsansätze" seien kleine und mittelständische Betriebe in Zukunft in der Lage, auf Dauer mithalten zu können. Denn durch den europäischen Wettbewerb werde sich die Situation eher verschlechtern. Der Landrat abschließend: "Ich bin allerdings zuversichtlich, dass die Handwerksbetriebe im Kreis Ahrweiler auch dank der tatkräftigen Unterstützung durch die Kreishandwerkerschaft innovative Ansätze finden."



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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 05.04.2002

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