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Die Bürger sind zufrieden, die Straßen sauber

Neues Sperrmüll-System auf Abruf: 1.400 Bestellungen seit Januar - Landrat: "An den Wünschen der Bürger orientiert" - Karte losschicken und Müll am Vorabend rausstellen

Das neue Sperrmüllsystem auf Abruf läuft seit Januar. Nach dreieinhalb Monaten steht fest: Es funktioniert gut. Mehr noch: Die Bürger äußern sich gegenüber dem Abfallwirtschaftsbetrieb Kreis Ahrweiler (AWB) eindeutig positiv. Und in den Gemeinden gehören die von Müll-Fledderern durchwühlten Sperrmüllberge weitgehend der Vergangenheit an.

Seit Januar 2002 gilt: Der Sperrmüll wird nur auf Anforderung abgeholt. Die Bürger bestellen "ihr" Müllfahrzeug individuell. Die bisherigen zwei festen Sammeltermine für die Straßensammlung sind entfallen.

"Dieses System ist neu und orientiert sich an den Wünschen der Bürger", weist Landrat Dr. Jürgen Pföhler auf die Entstehung des neuen Verfahrens hin. "Wir haben die Anregungen aus der Kundenbefragung des AWB aufgegriffen und entsprechend reagiert." Für Pföhler ist "das individuelle Abholsystem schon jetzt fest etabliert."

Das System funktioniert einfach: Mit Entsorgungsschecks, die in den Abfall-Ratgeber geheftet sind, können Bürger zweimal pro Jahr kostenlos das Sperrmüllfahrzeug anfordern. Das Entsorgungsunternehmen teilt den individuellen Abholtermin rechtzeitig mit. Abgeholt wird der sperrige Haushaltsmüll, der in keine Tonne passt, spätestens acht Wochen nach Eingang des Entsorgungsschecks.

Bis Mitte April haben rund 1.400 Bürger aus dem AW-Land das neue System in Anspruch genommen und ihren Sperrmüll abholen lassen. Walter Reichling, Werkleiter des AWB, stellt jedoch klar: "Es ist leider nicht möglich, das Sperrmüllfahrzeug für einen bestimmten Wunschtag zu bestellen, weil dann gerade das neue Sofa geliefert wird und das alte zum Sperrmüll muss." Das Entsorgungsunternehmen benötige eine gewisse Vorlaufzeit, um die Sammeltouren zu planen. Das sei ökonomisch und umweltfreundlich, betont Reichling.

Bei der Bestellung lag auch bisher der einzige Knackpunkt des Abruf-Systems: Die Bürger hätten ihre Karte losgeschickt und mitunter wochenlang nichts gehört, wann ihr alter Sprungrahmen oder der ausgediente Teppich abgeholt wird, berichtet Reichling. Dies sei aber bereits behoben: Wer den Sperrmüll-Lkw zu sich nach Hause anfordert, erhält spätestens nach 14 Tagen eine telefonische oder schriftliche Bestätigung; im Idealfall wird dann der Abholtag bereits genannt; ansonsten kommt eine zweite Nachricht.

Der Sperrmüll auf Abruf bringt zahlreiche Vorteile. Zunächst für die Bürger: Der Sperrmüll wird nicht mehr nur jedes Halbjahr an zuvor kreisweit festgelegten Tagen aufgeladen. Der neue Abholservice steht in zeitnahen Abfuhrintervallen sechs Mal im Jahr zur Verfügung. Auf diese Weise sind individuelle und relativ kurzfristige Abholtermine machbar.

Der entscheidende Pluspunkt für die Städte und Dörfer: Das Straßenbild ist vor und nach der Sperrmüllsammlung wesentlich sauberer als beim alten System. AWB-Chef Reichling: "Müll-Fledderer, die in den Sperrmüllhaufen wühlen und die Reste auf dem Gehsteig verteilen, sind so gut wie nicht mehr unterwegs." Auch die Unsitte, Gegenstände, die nicht zum Sperrmüll gehören, an die Straße zu stellen, sei weitgehend passee. "Damit können sich die Kommunen die mitunter teure Nachreinigung der Straßen sparen," nennt Reichling einen weiteren Vorteil des neuen Verfahrens. Der Sperrmüll nimmt gewaltige Dimensionen ein: 3.300 Tonnen zählte der AWB für das Jahr 2001 im Kreis Ahrweiler.

Einige Tipps des AWB: Nach wie vor sollte der Sperrmüll getrennt zur Sammlung bereit gestellt werden. Rest-Sperrmüll (beispielsweise Matratzen, Polstermöbel, Gartenmöbel, Koffer, großes Kinderspielzeug) und Wert-Sperrmüll (aus Metall wie Waschmaschinen oder Fahrräder und aus Holz wie Holztische, Regale oder Kleiderschränke) sind zweierlei. Jede Sperrmüll-Art wird separat, aber am gleichen Tag eingesammelt. So kann es durchaus sein, dass der Metallschrott am Nachmittag noch vor der Haustür liegt, weil das Sammelfahrzeug für Metall als letzter Lkw durch die Straßen fährt.

Dringende Bitte des AWB: Der angemeldete Sperrmüll muss am Abfuhrtag bis 6.30 Uhr an der Straße stehen. Denn Müllmänner sind Frühaufsteher. Wer seinen Sperrmüll am Vorabend rausträgt, sollte dieses möglichst spät tun, damit kein fremder Müll dazu gestellt wird.

Nicht zum Sperrmüll gehören Elektrogeräte wie Fernseher, Staubsauger, Grills, Kühlschränke oder Kaffeemaschinen, die als Elektroschrott - ebenfalls auf Abruf - gesondert abgeholt werden. Einzige Ausnahme sind Waschmaschinen, Elektroherde, Wäschetrockner und Geschirrspüler, die zum Metall-Sperrmüll zählen.

Noch Fragen zum neuen Sperrmüll-System? Die Abfallberater des AWB in der Kreisverwaltung helfen gerne weiter: Ruf 02641/975-444 oder /975-222, www.kreis.aw-online.de (Abfallwirtschaft), awb@kreis-ahrweiler.de .

 

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel bieten wir Ihnen zwei Fotos an.

Foto 1 (zwei Müll-Lkw): Doppelt hält besser: Der erste Lkw lädt Rest-Sperrmüll auf, ein zweiter nimmt Wert-Sperrmüll wie Holz oder Metall mit.

Foto 2 (Müllwerker hinter Lkw): 3.300 Tonnen Sperrmüll luden die Müllwerker 2001 im AW-Land auf.







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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 18.04.2002

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