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Der AW-Kreis erhält weitere zehn Millionen Euro aus dem Bonn-Berlin-Ausgleich

Baukosten-Finanzierung des Arp-Museums nach Meier-Plänen unter Dach und Fach - Mainz garantiert laufende Finanzierung des Betriebs

Einen "großen Verhandlungserfolg" gibt Landrat Dr. Jürgen Pföhler bekannt: In den Kreis Ahrweiler fließen weitere 20 Millionen Mark (10,2 Millionen Euro) für den Neubau des Arp-Museums in Remagen-Rolandseck. 15 Millionen Mark (7,7 Mio. Euro) kommen aus freiwerdenden Mitteln des Bonn-Berlin-Ausgleichstopfes des Bundes, fünf Millionen Mark (2,6 Mio. Euro) hat das Land Rheinland-Pfalz zugesichert.

Damit erhält der Kreis Ahrweiler als Ausgleich für den Wegfall von Arbeitsplätzen und Wirtschaftskraft wegen des Berlin-Umzugs über die bereits bewilligten 243 Millionen Mark insgesamt 263 Millionen Mark (134,5 Mio Euro), um den Strukturwandel zu bewältigen. Für Dr. Pföhler steht fest: Die Finanzierung des Neubaus des Arp-Museums sei jetzt unter Dach und Fach. Außerdem habe sich das Land Rheinland-Pfalz verpflichtet, die laufende Finanzierung des Betriebes sicherzustellen.

Pföhler spricht von einer "großartigen Gemeinschaftsleistung". Der Landesregierung und dem Kreis Ahrweiler sei es "in engstem Schulterschluss und in intensiven Verhandlungen mit allen Partnern des Bonn-Berlin-Ausgleichs" gelungen, das "ambitionierteste Kulturprojekt in Rheinland-Pfalz" abzusichern.

Einen ausdrücklichen Dank richtete der Ahrweiler Landrat nach Mainz. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck habe "beim Arp-Museum Wort gehalten". Den Chef der Mainzer Staatskanzlei, Staatssekretär Klaus Rüter, bezeichnete Pföhler als "absolut verlässlichen Partner. Und Finanzminister Gernot Mittler habe "trotz der wirtschaftlich schwierigen Haushaltslage zu uns gestanden und Mittel für den Norden des Landes bereitgestellt", so Dr. Pföhler.

 

Für den Ahrweiler Landrat ist der neue Verhandlungserfolg "das Resultat eines gemeinsamen Kraftaktes". Noch vor zwei Jahren habe kaum jemand mehr an das Weltklasse-Museum nach den Meier-Plänen geglaubt, blickt Dr. Pföhler zurück. "Aber jetzt steht die Finanzierung der Baukosten endgültig."

So sieht die Finanzierung des Arp-Museum aus: Neubau Museumsgebäude: 41,0 Mio DM (20,96 Mio Euro) Ausbau Bahnhofsgebäude: 11,3 Mio DM (5,78 Mio Euro).

Von diesen Gesamtkosten übernimmt das Land Rheinland-Pfalz 24,3 Mio DM (12,42 Mio Euro) sowie Planungskosten des Architekten und Vorlaufkosten (3,5 Mio DM (1,79 Mio Euro).

Die neuen Ausgleichsmittel basierten auf einem Beschluss des Koordinierungsausschusses für den Bonn-Berlin-Ausgleich in der Region Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler. Hierzu sei allerdings noch die abschließende Zustimmung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages erforderlich.

Zur Erinnerung: Weil der Kreis Ahrweiler ebenso wie die Stadt Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis als vom Bonn-Berlin-Umzug des Parlaments und weiter Teile der Bundesregierung nach Berlin besonders stark betroffen gilt und massive Einbrüche an Wirtschaftskraft und für den Arbeitsmarkt befürchtet worden waren, erhielt der AW-Kreis rund 243 Millionen Mark an Ausgleichsgeldern. Diese Finanzspritze sollte helfen, neue und zukunftssichere Standbeine aufzubauen.

Die jetzt anstehenden restliche Ausgleichsgelder verteilt der Bund, weil diese Mittel nicht in andere Projekte der Region abflossen. Pföhler: "Bei uns sind außer dem Arp-Museum alle Ausgleichsprojekte entweder bereits abgeschlossen oder deren Finanzierung steht. Daher können wir uns voll und ganz auf das Arp-Museum konzentrieren."

Der Bund hatte 1994 für die Gesamtregion Bonn 2,81 Milliarden Mark an Ausgleichsmitteln vorgesehen, die sich in sechs Blöcke unterteilen: Wissenschaft, Kultur, Wirtschaftsstruktur, Verkehr, Soforthilfe und Grundstücke. Der Anteil für den kleinsten Partner, den AW-Kreis, betrug zunächst rund 243 Millionen Mark. Dies sei maßgeblich das Verdienst seines verstorbenen Amtsvorgängers Landrat Joachim Weiler, der die Grundzüge des Vertrags mit ausgehandelt habe, bekräftige Dr. Pföhler.

Der Betrag für den AW-Kreis gliedert sich in die Ausgleichsprojekte Fachhochschule RheinAhrCampus Remagen, Technologiepark Grafschaft, Innovations- und Gründerzentrum Sinzig, Gesundheit, Fitness und Tourismus, Soforthilfemittel (für die Erschließung von Gewerbegebieten) sowie das Arp-Museum Remagen-Rolandseck.

Auf den Rheinhöhen oberhalb des Bahnhofs Rolandseck baut mit Richard Meier einer der renommiertesten Architekten des 20. Jahrhunderts ein Museum für zwei der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts und ihre Nachfolger: für Hans Arp und Sophie Taeuber-Arp sowie für die Kunst der Gegenwart.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 29.04.2002

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