BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Dünger und Herbizide nein, Gräser und Kräuter ja

Fördergelder für umweltschonende Landwirtschaft - 30 Euro für jeden neu gepflanzten Baum - Weinbergsbrachen offen halten

Wer Wiesen, Weiden, Obstwiesen und Ackerrandstreifen bewirtschaftet und brachgefallene Rebflächen pflegt, kann bis 5. Juli 2002 Geld aus dem Förderprogramm Umweltschonende Landbewirtschaftung (FUL) beantragen. Voraussetzung: Es handelt sich um artenreiche Flächen, die bisher ohne Einsatz von Dünger und Herbiziden bearbeitet wurden. Dazu erklärt die Kreisverwaltung Ahrweiler Einzelheiten.

Im Grünland erhalten die Bewirtschafter bei der Verpflichtung, für mindestens fünf Jahre auf Düngung und Herbizide zu verzichten und erst ab Juni zu mähen oder zu beweiden, eine Fördersumme von 204,52 Euro pro Hektar (FUL 2) und beim Streuobst 306,78 Euro pro Hektar (FUL 3). Bei der Beweidung mit Schafen kann eine frühere Nutzung vereinbart werden.

Für das Streuobstwiesen-Programm müssen mindestens 15 Bäume je Hektar mit einer Stammhöhe von mindestens 1,60 Metern vorhanden sein. Auch die Neuanlage von Obstwiesen, beispielsweise auf jetzigen Acker- und Wiesenflächen, wird einmalig mit 30,68 Euro für jeden neu gepflanzten Baum gefördert.

FUL-Berater Andreas Weidner begutachtet die beantragten Parzellen nach ökologischen Gesichtspunkten und wählt die besten für die Förderung aus. Dazu zählen artenreiche, bunte Wiesen und Weiden sowie Streuobstbestände, deren Pflanzen und Tiere für die Zukunft erhalten werden sollen.

Nicht förderwürdig sind Hausgärten, Rasenflächen, Weihnachtsbaumkulturen, Intensiv- oder Spalierobstanlagen und bisher intensiv gedüngtes, gegülltes oder frisch angesätes Grünland.

Ferner kann die zehnjährige ökologische Stilllegung von ausgewählten Ackerflächen mit einer Hektarprämie von 102,26 bis 511,29 Euro gefördert werden. Darunter wird die Begrünung der Fläche sowie die teilweise oder vollständige Bewirtschaftung als Grünland nach den Richtlinien des FUL 2 verstanden. Für ungedüngte und herbizidfreie Ackerrandstreifen von fünf bis zwölf Metern Breite werden Ausgleichszahlungen von 664,68 Euro je Hektar gewährt. Dies soll Ackerkräuter und Insekten vor dem Aussterben bewahren.

Im Programmteil IV wird die Offenhaltung von Weinbergsbrachen als Lebensraum für sonnenhungrige Pflanzen- und Tierarten wie Karthäusernelke, Segelfalter und Mauereidechse gefördert. Sofern bei Vertragsbeginn notwendig, beträgt die Förderung für die Entbuschung einmalig zwischen 1.022,58 und 2.556,46 €/ha. In den Folgejahren wird eine Mahd oder Beweidung bei Fördersätzen zwischen 230,08 und 715,81 €/ha verlangt. Die Wiederaufnahme von Weinbau ist während der Förderperiode nicht gestattet.

Die Anträge werden bei der Kreisverwaltung mit einer Liste der beantragten Parzellen sowie möglichst einer Flurkartenmontage der Flächen im Maßstab 1:5000 eingereicht. Info: Kreisverwaltung Ahrweiler, Ruf 02641/975-380, und FUL-Berater Andreas Weidner, Ruf 02643/7750 oder 01787750111, Fax 02643-901145.



Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 08.05.2002

<< zurück