BÜRGERSERVICE BILDUNG & FAMILIE KREIS & GEMEINDEN KULTUR & VEREINE WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG
 

Hubschrauber bespritzen wieder die Weinberge

Aktion unterliegt strengen Regeln - Mittel gegen Mehltau

Fünf bis maximal sechs Spritzeinsätze fliegen Hubschrauber wahrscheinlich ab Montag, 27. Mai, wieder in den Weinbergen der Ahr. Der genaue Zeitplan hängt vom Wetter ab. Welche Stoffe werden dabei verwendet? Können sie Gesundheitsschäden verursachen? Die Kreisverwaltung Ahrweiler hat diese Fragen geklärt und nennt Einzelheiten.

Bei den Spritzaktionen per Hubschrauber handele es sich um ein streng kontrolliertes und genehmigungsbedürftiges Verfahren. Der Einsatz beschränke sich auf die unbedingt notwendigen Mittel. So werden nach Angaben des Kreis-Gesundheitsamtes keine Pestizide und keine Insektizide eingesetzt, sondern lediglich Fungizide (Antipilzmittel), die den echten und falschen Mehltau bekämpfen.

Eine Expertengruppe legt jedes Jahr einen "Spritzplan" für die Hubschrauberflüge an der Ahr vor. Vorgesehen sind - wie in diesem Jahr - in der Regel maximal sechs Spritzungen. Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Landwirtschaft, Weinbau und Gartenbau in Bad Neuenahr-Ahrweiler prüft diesen Plan, das Landesamt für Pflanzenbau und Pflanzenschutz genehmigt ihn. Das Landesamt für Straßen- und Verkehrswesen Rheinland-Pfalz (Außenstelle Flugplatz Hahn) erteilt die Flugerlaubnis und legt die Einsatzzeiten der Hubschrauber fest.

Diese Erlaubnis umfasst auch die Einhaltung der Ausbringungsrichtlinien nach der Biologischen Bundesanstalt. Jeder Pilot muss eine spezielle Sprühberechtigung besitzen. Die Flugerlaubnis ist an bestimmte Witterungsverhältnisse mit relativer Windstille gebunden. Mindestabstände zur Wohnbebauung sind einzuhalten.

Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt hat dem Kreis-Gesundheitsamt den genehmigten Spritzplan für die Saison 2002 vorgelegt. Daraus ist zu entnehmen, dass in der Tat keine Pestizide und keine Insektizide eingesetzt werden, sondern lediglich organische Fungizide. Die eingesetzten Mittel haben keine "Giftklassifizierung"; sie gelten nicht als trinkwassergefährdend und nicht einmal als bienengefährdend.

Durch die eingesetzten Mittel sind ernste Gesundheitsstörungen bei Menschen wissenschaftlich nicht belegt. Möglich sind Reizungen von Haut und Schleimhäuten bei intensiven und unsachgemäßem Hautkontakt. So können allergische Reaktionen, Rötungen, Juckreiz, Entzündungen der Atemwege und Reizhusten auftreten. Am ehesten gefährdet sind Winzer und Weinbergsarbeiter. Zum Zeitpunkt der Hubschrauberspritzungen werden die betroffenen Weinberge abgesperrt. Diese Markierungen sollten beachtet werden.



Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 23.05.2002

<< zurück