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Tummelplatz für Frösche, wenig Pflegeaufwand

Neues Feucht-Biotop im Sinziger Stadtwald bringt Naturschutzgesetz und sanften Tourismus in Einklang

Ein neues, 800 Quadratmeter umfassendes Feuchtbiotop ist im Sinziger Stadtwald "Harterscheid" entstanden. Das Stillgewässer - Resultat einer landespflegerischen Ausgleichsmaßnahme - dient Natur und Mensch. "Ein gelungenes Projekt", äußerte sich Landrat Dr. Jürgen Pföhler anerkennend über das neue Biotop.

Zugleich dankte Pföhler den Verantwortlichen der Gemeinschaftsaktion in der Nähe des Königsfelder Sportplatzes: Die Stadt Sinzig mit Bürgermeister Wolfgang Kroeger und das Forstamt Ahrweiler unter der Leitung von Hannsjörg Pohlmeyer hatten die Kreisverwaltung Ahrweiler bei der Planung und Umsetzung des Feuchtbiotops unterstützt. "Hier konnten wir beispielhaft zeigen, dass es möglich ist, ökologische Forderungen des Naturschutzgesetzes mit den Zielen des sanften Tourismus in Einklang zu bringen", erklärte der Landrat bei einem Besuch vor Ort.

Die Vorgeschichte: Die Landespfleger in der Kreisverwaltung haben das Biotop als landespflegerische Ausgleichsmaßnahme festgesetzt, und zwar in der Baugenehmigung zum Bau einer Verstärkerstation für Datenübertragungsleitungen. Der Antragsteller, ein Telekommunikationsunternehmen, hatte 2.600 Euro zu zahlen. Dieses Geld floss in das neue Naturschutzprojekt.

Zuvor war die Fläche mit Fichten bestanden. Wegen des tonigen und staunassen Untergrundes stagnierten die Bäume im Wachstum. Und durch die starke Beschattung des Bodens wurde das Areal auch aus ökologischer Sicht als minderwertig eingestuft.

Gemeinsam mit dem Diplombiologen Jörg Hilgers aus Koblenz, der die ökologische Planung übernahm, wurde die Ausgleichsmaßnahme zügig umgesetzt. Zunächst wurden die Fichten unter Leitung des Forstamtes Ahrweiler eingeschlagen und als Nutzholz verwertet. Die Baggerarbeiten übernahm der Bauhof der Stadt Sinzig.

Im Verlauf der Aktion bestätigten sich die Prognosen der Fachleute: Der Untergrund besteht überwiegend aus Ton, der sich gut zur Abdichtung eignet. Nach ergiebigen Niederschlägen im Januar und Februar diesen Jahres füllte sich die neu entstandene Bodenvertiefung schnell mit Wasser. Das Forstamt pflanzte in Teilbereichen Schwarzerlen, die an feuchten Standorten gut gedeihen.

Der Mitarbeiter der Kreis-Landespflege, Klaus Löbner, und Forstrevierleiter Stefan Braun zeigen sich zuversichtlich, dass sich der Wasserstand mit geringen Schwankungen auch über den Sommer hält. Folglich könnten sich hier viele an Feuchtland gebundene Tierarten wie Amphibien, Libellen und Wasservögel ansiedeln.

Das landschaftliche Kleinod kann naturverbundenen Wanderern als Ort der Ruhe und Entspannung dienen. Das neue Gewässer reihe sich harmonisch ein in die einzelnen Mosaiksteine der Gesundheits- und Fitnessregion Kreises Ahrweiler, waren sich die Beteiligten einig.

Der neue Teich bildet ein Element im Rahmen des Gesamtkonzeptes zur Anlage und Renaturierung von Feuchtbiotopen im Kreis Ahrweiler. Das Rodder Maar bei Niederdürenbach stellt das bekannteste dieser Projekte dar. Stillgewässer vereinen mehrere Vorteile miteinander: ein hochwertiger Lebensraum für Pflanzen und Tiere, wenig Pflegeaufwand und damit geringe Unterhaltungskosten, eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung sowie ein attraktives Wanderziel im Rahmen des sanften, umweltschonenden Tourismus.

 

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel erhalten Sie ein Foto. Bildunterzeile:

Gemeinschaftsaktion für den Naturschutz: Hannsjörg Pohlmeyer (v.l.), Klaus Löbner, Wolfgang Kroeger, Dr. Jürgen Pföhler und Stefan Braun.





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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 07.06.2002

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