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Weinberge nicht von Vogelschutz betroffen

Landrat: „Großartige Gemeinschaftsleistung“

Mainz hat die Weinberge vollständig aus dem Gebietsvorschlag zur EU-Vogelschutzrichtlinie herausgestrichen. Landrat Dr. Jürgen Pföhler, der diese Entscheidung in einer ersten Reaktion als „Sieg der Vernunft“ bezeichnete, zieht jetzt eine Zwischenbilanz in Sachen Vogelschutz:

„Nach den ursprünglichen Plänen des Umweltministeriums sollten die Weinbergsflächen in Altenahr, Mayschoß, Rech und Dernau als Schutzgebiet nach der EU-Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen werden. Zu Beginn des Jahres wurde die Planung dann auch auf die Weinberge im Bereich Marienthal/Walporzheim/Ahrweiler ausgedehnt. Insgesamt wären damit fast 400 Hektar Weinbergsflächen von möglichen Einschränkungen durch die EU-Vogelschutz-richtlinie betroffen gewesen“, so der Landrat.

Begründet habe man die vorgesehene Ausweisung als Vogelschutzgebiet mit dem Vorkommen der Zippammer. Während im vergangenen September noch von 15 bis 20 Brutpaaren die Rede gewesen sei, habe das Umweltministerium später die Zahl von 42 Brutpaaren genannt, die es zu schützen gelte. Allerdings hätten seine Recherchen, so der Landrat, ergeben, dass die Zippammer überhaupt nicht von der EU-Vogelschutzrichtlinie erfasst werde. Dies sei durch Untersuchungen des renommierten Kölner Büros für Faunistik eindeutig belegt. Dr. Pföhler: „Ich habe es deshalb im Hinblick auf die Bedeutung von Weinwirtschaft, Fremdenverkehr, Hotellerie und Gastronomie an der Ahr für unverantwortlich gehalten, ein Vogelschutzgebiet auszuweisen, obwohl es dort keine nach EU-Richtlinie zu schützenden Vogelarten gibt. Denn mit einer Unterschutzstellung wären Nutzungseinschränkungen zu erwarten gewesen, die für den Weinbau an der Ahr zu unkalkulierbaren Wirtschaftsrisiken geführt hätten.“

Mehrfach hatte sich der Landrat an die Umweltministerin gewandt und darauf hingewiesen, dass die Zippammer nicht unter die EU-Vogelschutzrichtlinie falle. Am Rande einer Veranstaltung auf dem Nürburgring habe er auch Ministerpräsident Beck auf diese Tatsache hingewiesen. Einer der „wichtigsten Verbündeten“ sei Wirtschafts- und Weinbauminister Hans-Artur Bauckhage gewesen. Mit ihm und seinen Mitarbeitern habe man „nahezu wöchentlich“ in Kontakt gestanden.

Aufgrund einer Initiative der CDU habe bereits im letzten September eine Mehrheit im Kreistag gefordert, die vorgesehene Gebietsausweisung auf die unbedingt notwendigen Flächen zu reduzieren. In einer breiten Koalition aus Kreisbauern- und Winzerverband, einzelnen Winzern, den Winzergenossenschaften, insbesondere Mayschoß-Altenahr und der Ahr-Winzer e.G., habe man sich energisch dafür eingesetzt, die Weinberge aus dem Gebietsvorschlag herauszunehmen. Diese „großartige Gemeinschaftsleistung“ habe letztlich zum Erfolg geführt.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 04.07.2002

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