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Flutkatastrophe an Ahr und Rhein – Was dann?

Kreis Ahrweiler auf Hochwasser vorbereitet

Wie ist der Kreis Ahrweiler auf eine eventuelle Flutkatastrophe an Rhein und Ahr vorbereitet? Solche und ähnliche Fragen besorgter Bürgerinnen und Bürger erreichen in den letzten Tagen verstärkt die Kreisverwaltung. Landrat Dr. Jürgen Pföhler: „Wir sind auf solche Lagen vorbereitet.“ Der Katastrophenschutz im Landkreis sei gut ausgebildet und für solche Fälle ausgerüstet.

Welche Vorsorgemaßnahmen wurden im Kreis getroffen? Die Kreisverwaltung nennt Einzelheiten: Für den Katastrophenfall gibt es detaillierte Alarm- und Einsatzpläne, die auch speziell für Hochwasserereignisse erarbeitet und nach den bereits gemachten Erfahrungen auf diesem Gebiet fortgeschrieben wurden. Die verschiedenen Pläne sind genau aufeinander abgestimmt.

Die Alarm- und Einsatzpläne der Verbandsgemeinden, verbandsfreien Gemeinden und des Landkreises sichern im Gefahrenfall eine systematische und effektive Gefahrenabwehr zum Schutz von Menschen, Sachwerten und Umwelt. Die erforderlichen Maßnahmen sind in logischer Reihenfolge aufgelistet, dies ermöglicht methodische und schnelle Funktionsabläufe. Eine klare und straffe Führungsorganisation gewährleistet eine koordinierte Zusammenarbeit aller Aufgabenträger und Hilfskräfte. „Viele Übungen und Einsätze haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Organisationen, Behörden und anderen Stellen gut funktioniert“, freut sich Landrat Dr. Pföhler.

Wichtig ist, dass die zuständigen Organisationen die betroffene Bevölkerung rechtzeitig warnen. Im Vorfeld werden Merkblätter mit Hochwasser-Tipps für Bewohner gefährdeter Gebiete verteilt. Bei Hochwassergefahren kommt es auch auf die Selbsthilfe der Bevölkerung an. Diese ergänzt wesentlich die notwendigen Maßnahmen der öffentlichen Aufgabenträger und der Hilfsorganisationen.

Im Kreis Ahrweiler stehen für den Katastrophenfall Hilfskräfte der Freiwilligen Feuerwehren, des Technischen Hilfswerkes und des Deutschen Roten Kreuzes zur Verfügung. Die Organisationen sind mit Großfahrzeugen und entsprechendem Gerät wie Booten, Tauchpumpen unterschiedlicher Größen, Sandsäcken mit Füllgerät, Material für Stegebau, Watthosen, Stiefeln und Kommunikationseinrichtungen ausgestattet. Die Einsatzkräfte sind an diesen Gerätschaften ausgebildet, Bootsführer stehen in großer Anzahl bereit. Das DLRG trägt mit einer Tauchgruppe zur Hochwasserbekämpfung bei. Sollten wegen einer besonderen Extremlage Kräfte und Gerätschaften nicht ausreichen, kann der Kreis Nachbarschaftshilfe bis hin zu Bundeswehr und Bundesgrenzschutz anfordern.

Die Katastrophenschutzleitung wird bei der Kreisverwaltung eingerichtet. Diese errichtet bei Gefahrenlagen größeren Umfanges zunächst eine Arbeits- und Ansprechstelle. Deren Aufgaben: Eine Lageübersicht auf Kreisebene erstellen und Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden durch Koordination bei der überörtlichen Hilfe in personeller und materieller Hinsicht unterstützen. Der Landrat oder sein Beauftragter übernimmt bei Gefahren größeren Umfangs und bei dringendem öffentlichen Interesse die Einsatzleitung und bildet einen Führungsstab Katastrophenschutz. Aus den verschiedensten Aufgabenbereichen wie beispielsweise Gesundheitsdienst, Bauwesen, Sanitäts- und Betreuungsdienst, Bergungsdienst und Veterinärdienst werden je nach Lage Fachberater hinzugezogen. Ab der höchsten Alarmstufe nehmen auch die Koordinierungsstellen des Landes Rheinland-Pfalz ihren Betrieb auf. Diese stellen landeseigene Ausrüstung zur Verfügung, koordinieren den Einsatz mit den Streitkräften, nehmen Kontakt zu den Bezirks- und Landesverbänden der Hilfsorganisationen auf und fordern gegebenenfalls Hilfe aus anderen Bundes- und Nachbarländern an.

Präventiver Schutz vor Hochwasser-Gefahren durch Dämme, Deiche und Versiegelung seien nicht unmittelbare Aufgabe des Katastrophenschutzes. Die Auswertungen der bei den Einsätzen gemachten Erfahrungen werden aber genutzt und entsprechende Hinweise an die dafür zuständigen Aufgabenträger weitergeleitet.


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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 30.08.2002

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