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Die Ahr hat drei neue Bachpaten

Vereine aus Heimersheim, Lohrsdorf und Sinzig kümmern sich um Fluss und Ufer – Landrat Dr. Pföhler: „Das ist praxisnaher Gewässerschutz“

Gleich drei neue Bachpaten hat jetzt die Ahr – genauer gesagt das rund zehn Kilometer lange Teilstück von der Gemarkungsgrenze zwischen Bad Neuenahr und Heimersheim bis zur Mündung in den Rhein.

Landrat Dr. Jürgen Pföhler überreichte die Patenschaftsverträge an die Vertreter der drei Patenvereine und nutzte einen Ortstermin am Heimersheimer Wehr, um sich aus erster Hand über die Aufgaben und die konkreten Arbeiten dieses Naturschutz-Sektors zu informieren. „Bachpaten arbeiten ehrenamtlich“, hob Pföhler das Engagement der einzelnen Gruppen und Einzelpersonen hervor. „Und vor allem leisten sie praxisnahe, sichtbare und direkte Hilfe beim Gewässerschutz. Ich kann mir nur wünschen, dass noch weitere Vereine dem Vorbild der neuen Bachpaten folgen“, appellierte der Landrat an mögliche Interessenten.
Die neuen Bachpaten für das besagte Teilstück der Ahr: Das sind die Anglergemeinschaft Heimersheim-Landskrone mit ihrem Gewässerwart Rainer Küpper, der Angelsportverein Lohrsdorf unter dem Vorsitz von Hubert Steinheuer und der Angelsportverein Sinzig, den Klaus Müller leitet.

Die Anglergemeinschaft Heimersheim-Landskrone und der Angelsportverein Lohrsdorf kümmern sich um die Passage zwischen den Gemarkungsgrenzen Bad Neuenahr/Heimersheim und Lohrsdorf/Bad Bodendorf; beiden Gruppen händigte Landrat Pföhler die jetzt frisch unterschriebenen Veträge aus. Der Angelsportverein Sinzig pflegt die Ahr flussabwärts bis zur Mündung und hatte den Vertrag mit dem Kreis Ahrweiler bereits zuvor erhalten. Für die Ahr gibt es damit fünf Bachpaten, im gesamten AW-Kreis acht Paten für die Gewässer zweiter Ordnung.

Was sind Bachpaten? Bachpaten arbeiten freiwillig mit bei der Pflege von Gewässern. Sie sollten über ökologisches Grundwissen verfügen und mit dem Unterhaltungspflichtigen des Gewässers zusammenarbeiten. Stichwort Unterhaltspflicht: Bei mittelgroßen Gewässern (II. Ordnung) liegt diese nach dem Landeswassergesetz bei den Kreisen, bei kleineren Gewässern (III. Ordnung) bei den Verbandsgemeinden oder Städten. Ein Gewässer I. Ordnung im AW-Kreis ist der Rhein. Zur II. Ordnung gehören die Ahr, der Adenauer Bach, Trierbach, Nohner Bach und Brohlbach. Die bisherigen Bachpaten-Verträge wurden mit den Unterhaltungspflichtigen – im konkreten Fall also mit dem Kreis Ahrweiler – abgeschlossen.

Bachpaten sollen die ökologisch intakten Verhältnisse in und am Fluss oder Bach überwachen und erhalten sowie Maßnahmen zur Wiederherstellung des Naturschutzes vorschlagen und möglicherweise selbst umsetzen. Konkret: Bachpaten beobachten und bewerten den
Gewässerzustand. Sie schützen Tiere und Vegetation. Sie melden der Kreisverwaltung Missstände, beispielsweise illegale Einleitungen oder unerlaubte Baumaßnahmen. Sie pflanzen und pflegen Ufergehölze und helfen bei der Gewässerunterhaltung, beseitigen Unrat, Schwemmgut und Abflusshindernisse. Außerdem werben sie für die Reinhaltung des Gewässers, für die Schaffung von Uferrandstreifen und für Maßnahmen der Renaturierung.

Der Bachpate muss sich an bestimmte Regeln halten. So sind die Schonzeiten für Fische, Vögel und andere Tiere zu beachten. Gewässerumleitungen und Absenkungen sind ebenso verboten wie der Einsatz chemischer Mittel. Die Bachpaten können auf Expertenhilfe bauen: Wasserbauingenieur Rolf Roese-Koerner von der Kreisverwaltung Ahrweiler steht den Naturschützern als Berater gerne zur Verfügung. Info: Kreisverwaltung Ahrweiler, Rolf Roese-Koerner, Ruf 02641/975-303.

Hinweis an die Zeitungen: Zu diesem Artikel erhalten Sie ein Foto. Bildunterzeile:
Vertrag unterzeichnet: Landrat Dr. Jürgen Pföhler (v.l.n.r.), Rolf Roese-Koerner und die neuen Bachpaten Klaus Müller, Willi Hecker (vorne), Franz Müller, Hubert Steinheuer und Rainer Küpper.


Hinweis:
Sie befinden sich im Pressedienst-Archiv der Kreisverwaltung Ahrweiler. Eine Gewähr für die Aktualität zum Zeitpunkt Ihres Aufrufs kann nicht gegeben werden.

© Kreisverwaltung Ahrweiler - 05.09.2002

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