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Wenn Gülle zu Geld wird

Biomasse bietet „ökologische und ökonomische Chancen“ – Drei Veranstaltungen im AW-Kreis – Biogas, Hackschnitzel-Heizung und Holz-Sonne-Kupplung

Biomasse, nachwachsende Rohstoffe und Agrar-Rohstoffe stellen ab Ende September europaweit einen Schwerpunkt des öffentlichen Interesses dar. Der Kreis Ahrweiler ist mit drei Projekten dabei.

„Ökologische und ökonomische Chancen vor allem für den ländlichen Raum“ sieht Landrat Dr. Jürgen Pföhler in solchen Projekten. Die Idee, aus Biomasse Energieträger zu gewinnen, lasse sich noch stärker als bislang verwirklichen. Interessant sei dies als alternative Einnahmequellen in erster Linie für Land- und Forstwirte, unterstrich Dr. Pföhler.

Die Europäischen Biomassetage 2002 finden vom 29. September bis 6. Oktober statt. C.A.R.M.E.N. (Centrales Agrar-Rohstoff-Marketing- und Entwicklungs-Netzwerk) ruft zu Infoveranstaltungen und Aktionen auf. Hersteller, Anwender sowie Förder- und Forschungseinrichtungen, die sich mit nachwachsenden Rohstoffen befassen, treten in ihren Heimatregionen an die Öffentlichkeit. Für Deutschland sind mehr als 200 Teilnehmer registriert. Präsentiert und diskutiert werden technische Standards, Entwicklungstrends und Markt-Chancen der Produkte.

Die drei Projekt-Träger im AW-Kreis informieren mit Infoständen und Kurzvorträgen über Potenziale, die in nachwachsenden Rohstoffen und der Energiegewinnung stecken.

Erstens: Die Biogasanlage LEKABO in Kalenborn bei Altenahr produziert seit einigen Jahren Strom aus landwirtschaftlichen Restprodukten wie Gülle und Speiseresten. Veranstalter ist Bruno Leenen, Hegehof, 53505 Kalenborn, Ruf 02643/3288. Am Donnerstag, 3. Oktober, (Tag der deutschen Einheit) findet ein Tag der offenen Tür statt (10 bis 16 Uhr). Bruno Leenen bittet vorab um eine telefonische Absprache.

Zweitens: Die Hackschnitzel-Heizanlage "Alte Ziegelei" in Ahrweiler versorgt ein 65 Niedrigenergiehäuser umfassendes Wohngebiet. Veranstalter des Tages der offenen Tür ist die Residenz GmbH, Jesuitenstraße 11a, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ruf 02641/79158. Ansprechpartner ist Jürgen Niemann, E-Mail: juergen.niemann@hks-architekten.de. Der Tag der offenen Tür findet am Samstag, 5. Oktober, von 13 bis 17 Uhr statt. Die Adresse der Anlage selbst: Alte Ziegelei, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler, Ortsausgang Richtung Ramersbach, zwischen den Hausnummern 10 und 32.

Drittes Projekt: eine Holz-Sonne-Kopplung. Die Firma Winand (Grafschaft-Lantershofen) stellt in Kooperation mit dem Forstamt Ahrweiler die private Pellet-Zentralheizung mit thermischer Solaranlage ebenfalls bei einem Tag der offenen Tür vor: Samstag, 5. Oktober, Ansprechpartner: Dirk Prüter (Ruf 02641/917282, E-Mail: dirk@prueter.info). Die Adresse der Anlage: Burgstraße 78, 53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler (Ortsteil Gimmigen).
Was versteht man unter Biomasse? Die Begriffe „Biomasse“, „nachwachsende Rohstoffe“ und „Agrar-Rohstoffe“ meinen im Prinzip alles, was in Wald und Feld wächst und nicht für den Verzehr gedacht ist. Biomasse wird durch Fotosynthese gebildet, also durch die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in Energie.

Biomasse ist nicht nur regenerierbar, sondern auch in großen Massen einfach zu speichern. Dies gilt als großer Vorteil gegenüber anderen regenerativen Energien wie Wind-, Wasser- und Solarenergie. Aus Biomasse gewonnene Energieträger wie Biogas, Biodiesel und Holz-Pellets erleben zurzeit einen großen Aufschwung. Die Preise für Heizöl und -gas begünstigen solche Alternativen.

Typische Beispiele für die stoffliche Nutzung von Biomasse sind Holz- und Pflanzenfasern. Weniger bekannt ist, dass sich auch aus Stärke und Fetten geeignete Produkte herstellen lassen. Dazu zählen biologisch abbaubare Werkstoffe, die sich wie petrochemische Kunststoffe verarbeiten lassen, oder Schmierstoffe, die mittlerweile höchsten Ansprüchen genügen und sich in der Umwelt schnell zersetzen.

Info zu den Biomassetagen im AW-Kreis: Kreisverwaltung Ahrweiler, Wirtschaftsförderung, Margret Birnfeld, Ruf 02641/975-576, Margret.Birnfeld@kreis-ahrweiler.de. Allgemeine Info unter: www.biomasse-tage.org, www.carmen-ev.de.


Hinweis:
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© Kreisverwaltung Ahrweiler - 12.09.2002

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